Feuerwehrverein Altenbrunslar vor dem Aus: Fusion mit Neuenbrunslar

Die Geehrten: mit von links Volker Steinmetz, Klaus Siemon, Bernd Grünhaupt sowie vorne Konrad Momberg (links) und Günter Kindt (rechts). Foto: Schaumburg-Reis

Altenbrunslar. Der Feuerwehrverein Altenbrunslar wird wahrscheinlich mit dem Verein in Neuenbrunslar zusammengelegt.

Die Feuerwehr Altenbrunslar hat 114 Mitglieder, die Finanzen sind gesund. Trotzdem ist nach 64 Jahren „sehr erfolgreicher Arbeit“, wie Vorsitzender Günter Sippel in der Jahreshauptversammlung am Samstag herausstellte, Schluss mit dem Feuerwehrverein. Angestrebt wird der Zusammenschluss mit der Feuerwehr Neuenbrunslar. Der Grund: Bei Wahlen fanden sich keine Kandidaten für die Vorstandsarbeit.

Sowohl Günter Sippel (68), seit 30 Jahren Vorsitzender, als auch Helga Plehnert (66), die seit 23 Jahren seine Stellvertreterin ist, hatten schon 2014 bekannt gegeben, ihre Aufgaben in jüngere Hände abgeben zu wollen. Nur weil sich keine Nachfolger fanden, erklärten sich damals beide bereit, ihre Ämter kommissarisch fortzuführen. Auch Bernd Koch, seit 1997 als Schriftführer dabei, und Andreas Wagner, der seit 2008 die Kasse führt, wollen in ihrer Funktion nicht weitermachen.

So scheint unausweichlich, was die Einsatzabteilungen beider Wehren schon 2004 vollzogen haben: eine Fusion aufgrund von Personalmangel. Trotz damals ebenso vorhandener Skepsis sei dies der richtige Schritt gewesen, sagte Günter Sippel, der auch 17 Jahre lang Wehrführer in Altenbrunslar war, rückblickend am Samstag. Die Aktiven beider Wehren seien zu einer Einheit zusammengewachsen, gefördert durch den Neubau des gemeinsamen Stützpunktes am Ronsberg in Neuenbrunslar in 2007. Ähnlich Positives erhoffe er sich nun auch für die Zusammenlegung der beiden Feuerwehrvereine, so Sippel.

Kulturelles Rückgrat 

Nicht ganz so rosig beurteilte Ortsvorsteher Werner Bolz die beabsichtigte Fusion. Er hob die Feuerwehr Altenbrunslar als das „kulturelle Rückgrat“ des Ortes hervor, die viel für die Bürger tue: die Maibaumaufstellung, der jährliche Seniorennachmittag, Weinfeste und Weihnachtsbasare. Bolz befürchtete, dass bei einer Zusammenlegung „all dies in ein paar Jahren in Altenbrunslar nicht mehr gemacht wird“.

Demgegenüber versicherte Helga Plehnert, dass die Frauengruppe der Feuerwehr - der Antriebsmotor für viele Veranstaltungen im Ort - ihre Arbeit fortsetzen wolle. Der Seniorennachmittag werde ausgerichtet, auch die Spinnstube soll weiterhin stattfinden.

Voraussetzung einer Fusion von Seiten der Altenbrunslarer war eine Satzungsänderung, die am Samstag einstimmig angenommen wurde. Bislang war in den Statuten nur eine Auflösung des Vereins vorgesehen, nun ist auch „eine Zusammenlegung mit einem anderen Verein im Ganzen“ satzungsgemäß möglich.

Mitglieder stimmen ab 

In Kraft treten kann die Fusion nur, wenn die große Mehrheit der Mitglieder zustimmt. Dazu will Noch-Vorsitzender Günter Sippel im April eine Mitgliederversammlung einberufen.

Zuvor, im März, findet die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Neuenbrunslar statt.

Vorsitzender Ulrich Stock und Stellvertreter Reiner Wagner müssen ihre Mitglieder über die Fusionspläne erst offiziell informieren, ehe darüber abgestimmt wird. Vorgespräche zwischen beiden Vereinsvorständen haben bereits stattgefunden. Demnach liegen einem Zusammenschluss keine Steine im Weg.

Von Petra Schaumburg-Reis

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