Fast 30 Jahre in Kindertagesstätte

Langjährige Leiterin der evangelischen Kita in Felsberg geht in den Ruhestand

Ingrid Schäfer: Die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte in Felsberg geht nach 29 Jahren in den Ruhestand.
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Ingrid Schäfer: Die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte in Felsberg geht nach 29 Jahren in den Ruhestand.

Nach 29 Jahren ist Schluss. Heute sagt Ingrid Schäfer ihren Kindern der evangelischen Kindertagesstätte in Felsberg ein letztes Mal Tschüss.

Die Kitaleiterin verabschiedet sich in den Ruhestand. Eine große Abschiedsfeier wird es wegen der Corona-Pandemie nicht geben. Auch auf herzliche Umarmungen muss sie zunächst verzichten.

Der Plan von Ingrid Schäfer war es schon immer mit Menschen zu arbeiten. „Und so haben sich die Dinge auch entwickelt“, erzählt die Felsbergerin. Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin in Ziegenhain, zog es Schäfer zunächst nach Marburg. Dort studierte die heute 62-Jährige Sozialwesen. Nach dem Abschluss kehrte Schäfer wieder zurück in den Schwalm-Eder-Kreis.

Zunächst fand sie eine Stelle in einem privaten Kinderheim in Gudensberg, danach an der Hermann-Schafft-Schule in Homberg. „Damals rechnete ich noch nicht damit, wieder in einer Kita zu arbeiten“, erinnert sich Schäfer. Erst nach der Geburt ihrer beiden Kinder und ihrer Elternzeit ist sie auf die Stelle in der evangelischen Kindertagesstätte aufmerksam geworden.

In dem Kindergarten, den sie selbst als junges Mädchen besuchte, stieg sie 1991 wieder in die Arbeitswelt ein. Gerne erinnert sie sich an den Start. „Denn Liesel Becker, die damalige Kitaleiterin, war dann meine Chefin, eine echte Institution in Felsberg und arbeitete schon dort, als ich noch ein Kind war“, erinnert sie sich. Ihr Job war es zunächst, sich um ein hörbehindertes Kind zu kümmern. „Damals war Inklusion noch kein Thema. Es war eine Ausnahme, dass das Kind in einer Regelkita mitbetreut wird“, sagt Schäfer. Heute ein fester Baustein in jeder Betreuungseinrichtung.

Schnell erhöhte Schäfer ihre Stundenzahl und wurde die stellvertretende Leiterin. Seit 1993 übernahm sie dann komplett die Leitung, zunächst kommissarisch. „Da die damalige Leiterin krank war“, sagt sie. Drei Umzüge und Umbauten hat Schäfer in der Zeit erlebt. „Wir waren mal in der Grundschule, mal im Rathaus untergebracht. Da konnten wir auch schöne Dinge mit den Kindern machen“, sagt sie. Hintergrund der Umbauten war der Bedarf an mehr Betreuungsplätzen. Als Schäfer in der Kita angefangen hat, bot sie Platz für 75 Kinder – heute sind es 112 Plätze. Davon 12 Krippenplätze.

Auch an die Verabschiedung ihrer Kollegin Gudrun Möller erinnert sich Schäfer gerne. „Sie war damals meine Kindergärtnerin und nach 40 Jahren habe ich sie dann als Leiterin in den Ruhestand verabschiedet“, sagt sie. Das Verhältnis zu ihren Kollegen untereinander sei immer familiär gewesen. Ein gutes Verhältnis versuchte Schäfer auch immer zu den Eltern zu pflegen. Gerade in den vergangenen Jahren sei das dringend notwendig gewesen. „Die Gesellschaft hat sich stark verändert“, sagt sie. Mütter müssen heute viel früher arbeiten gehen, weil ein zweites Gehalt sonst fehlt, sagt sie. „Den Müttern versuche ich immer das schlechte Gewissen auszureden, wenn sie ihre Kleinen hier abgeben“, sagt sie. Worauf sich Schäfer nun freut? „Auf einen nicht durchgeplanten Tag“, sagt sie. „Große Pläne habe ich nicht. Aber ich freue mich, wenn ich mal aufstehe, und einfach nur meinen Kaffee trinke und mal sehen, was der Tag so bringt.“

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