Erste Aufträge für Arbeiten sind vergeben

Friedenskirche in Böddiger wird Baustelle

Die Friedenskirche in Böddiger
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Schöner Bau in der Dezembersonne: Die Idylle trügt. Von außen sind die schweren Schäden nicht sichtbar.

Die evangelische Kirche in Böddiger wird ab 2021 saniert. Die Kosten sind mit mehr als einer Million Euro veranschlagt.

Böddiger – Die Friedenskirche in Böddiger wird zur Baustelle. Gottesdienste und Andachten werden ab Januar in der Friedhofskapelle stattfinden.

Seit fast 20 Jahren wartet die Kirchengemeinde nun schon auf die Sanierung des Gotteshauses. Jetzt geht es endlich los. Der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Felsberg und Böddiger hat in seiner jüngsten Sitzung unter Vorsitz von Pfarrer Ernst Friedrich Schluckebier die ersten Arbeiten vergeben.

Wie lange die Bauarbeiten dauern werden, weiß derzeit niemand. Vorgesehen sind drei Bauabschnitte. Die Evangelische Landeskirche von Kurhessen und Waldeck hatte im Sommer einen Kostenrahmen von 1,069 Millionen Euro genehmigt. Schluckebier hatte im Sommer vor dem Kirchenvorstand erklärt und dies jetzt gegenüber der HNA bekräftigt: „So Gott will, werden wir Weihnachten 2022 wieder in unsere Kirche einziehen.” Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, ist allerdings ungewiss. Bei einem über 200 Jahre alten Gebäude ist man vor Überraschungen nie sicher.

Viel wichtiger ist, dass nunmehr begonnen wird, und Schluckebier betonte einmal mehr: „Es ist eine glückliche Entwicklung, dass es jetzt losgeht. Wir sind alle froh und dankbar.”

An heimische Unternehmen vergeben wurden nach der Ausschreibung durch Architekt Jürgen Bauer die Zimmerer-Arbeiten für den Abbau der Kanzel samt Treppe, der Abbau der Treppen zur Empore und des oberen Teils der Orgel. Der untere Teil der Orgel bleibt stehen und wird durch eine „Einhausung” geschützt.

Die Gründungsarbeiten sind der erste Bauabschnitt, veranschlagt mit mehr als 387.000 Euro. Der Auftrag soll im Januar vergeben werden, wie der Architekt auf Anfrage mitteilte. Geplant ist, im März zu beginnen. Wie bereits berichtet, muss das 1799 erbaute Gotteshaus auf „feste Füße” gestellt werden.

Der Sandsteinbau steht auf „breiigem” Untergrund, wie es in einem Bodengutachten formuliert wird. Dass es Probleme mit Setzungen gibt, ist bereits im Jahre 1948 in den Akten vermerkt. Oberflächenwasser floss rund um das Gotteshaus unkontrolliert in den Boden. Dies wurde bereits 2015 durch Leitungen und Pflasterrinnen unterbunden. Zwar kamen danach die starken Risse am Gebäude zur „Ruhe”, doch an der Notwendigkeit einer Grundsanierung änderte sich nichts.

Bei bis zu 18 Meter tiefen Bohrungen im Jahr 2017 hatte man gehofft, irgendwo auf tragfähigen Boden zu kommen. An allen vier Eckpunkten der Kirche aber war das nicht der Fall. Wasser und Kies im Untergrund sind der Grund für die vielen Risse. Weil sich jahrelang hinsichtlich der Renovierung wenig bewegte, bohrte auch der Kirchenvorstand immer wieder nach bei den Kirchenbehörden.

Bis es im vergangenen Sommer dann endlich zum entscheidenden Durchbruch kam, getreu dem alten Sprichwort, steter Tropfen höhlt den Stein.

Zu einem Arbeitseinsatz treffen sich die Mitglieder des Kirchenvorstandes und freiwillige Helfer am Samstag, 9. Januar, ab 10 Uhr. Sie hoffen auf tatkräftige Bürger-Unterstützung. In Eigenleistung sollen die Sitzbänke aus der Kirche transportiert und in einer Scheune zwischengelagert werden. (Manfred Schaake)

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