Sie sammeln Unterschriften

Gegen Schließung: Lohrer wollen ihr Dorfgemeinschaftshaus erhalten

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Die Vertreter der Interessensgemeinschaft: von links Hans Schmidt, Christel Christmann, Kerstin Weiß, Mark Weiß.

Der Widerstand in Lohre wächst. Als die Stadt Felsberg ein Konzept vorgestellt hat, das die Schließung von sieben Dorfgemeinschaftshäusern vorsieht, hat sich in Lohre eine Interessensgemeinschaft gegründet.

Die Vertreter engagieren sich für den Erhalt des DGH und sammelten nun 154 Unterschriften, um gegen das Vorhaben der Stadt vorzugehen.

„Wenn das DGH in Lohre schließt, bedeutet das langfristig auch das Aus für unseren Chor“, sagt Hans Schmidt von der Interessensgemeinschaft.

Da die meisten Chormitglieder wegen ihres Alters in ihrer Mobilität sehr eingeschränkt sind, sei der Vorschlag der Stadt, für die Proben das DGH in Niedervorschütz zu nutzen, nicht praktikabel, erklärt Schmidt.

Was die Lohrer außerdem erzürnt: Im Gemeindeblättchen ist ihr Dorfgemeinschaftshaus nicht mehr aufgelistet. Für Veranstaltungen könne es demnach auch nicht mehr gebucht werden. „Wir brauchen unser DGH aber“, sagt auch Mark Weiß von der Initiative. Neben dem Chor fänden dort zahlreiche weitere Veranstaltungen statt, wie beispielsweise der Wintermarkt vom Kreativ-Team Lohre. Auch andere Vereine würden das DGH regelmäßig nutzen.

In einem Gespräch mit Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz schlugen Schmidt und Weiß nun vor, lieber das Gebäude der Bücherei in Lohre zu veräußern. Dafür soll das DGH dann erhalten bleiben. Das Inventar der Bücherei könne dann in den hinteren Raum des Gemeinschaftshauses verlagert werden. „Von dem Erlös des Verkaufs können wir das DGH für die nächsten zehn Jahre finanzieren“, sagt Weiß.

Im nächsten Jahr läuft der Mietvertrag mit dem Pächter des Lohrer Gemeinschaftshauses aus. „Unter den jetzigen Umständen können wir uns vorstellen, dass der Vermieter die Räumlichkeiten auch anderweitig nutzen möchte“, sagt Weiß. Das verschärfe die Situation zusätzlich. „Uns läuft also die Zeit davon“, ergänzt Schmidt.

Das sagt der Bürgermeister

Volker Steinmetz betonte auf HNA-Anfrage, dass es sich vorerst nur um ein Konzept handele. Weitere Lösungsvorschläge seien wünschenswert. Dazu seien jüngst Fragebogen an alle betroffenen Haushalte verschickt worden. „Trotzdem muss es eine Möglichkeit geben, dass es einen Treffpunkt für die Bewohner gibt“, sagt er. Über Lohre sagte Steinmetz: „Das DGH wird während der Erarbeitung des Konzepts nicht einfach wegbrechen bei Vertragsauslaufzeit.“

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