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Geldsegen für neue Reben: Banken spenden 15 000 Euro für Böddiger Weinberg

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Von: Manfred Schaake

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Symbolische Spendenübergabe von 15 000 Euro für den Böddiger Berg mit neuen Riesling-Pflanzen, Spaten und Gießkanne: Von links Anja Kukuck-Peppler (VR-Partnerbank), Andrea Hruby (Sparda-Bank), Ingo Lange (Kreissparkasse) und Fördervereinsvorsitzender Klaus Stiegel.
Symbolische Spendenübergabe von 15 000 Euro für den Böddiger Berg mit neuen Riesling-Pflanzen, Spaten und Gießkanne: Von links Anja Kukuck-Peppler (VR-Partnerbank), Andrea Hruby (Sparda-Bank), Ingo Lange (Kreissparkasse) und Fördervereinsvorsitzender Klaus Stiegel. © Manfred Schaake

Beim Förderverein Böddiger Berg herrscht große Freude über eine Spende von 15 000 Euro.

Böddiger – Beim Förderverein Böddiger Berg herrscht große Freude über eine Spende von 15 000 Euro: Mit jeweils 5000 Euro unterstützen die Kreissparkasse Schwalm-Eder, die Sparda-Bank Hessen und die VR-Partnerbank Neuanpflanzungen im Weinberg.

Von den insgesamt 4600 Weinstücken müssen 1650 neu gepflanzt werden. Der strenge Winter im Vorjahr mit Temperaturen von bis zu minus 24,5 Grad sowie später Frost im April hatten schwere Schäden angerichtet.

Erstmals in der Geschichte des in den 1960-er Jahren angelegten Weinberges hatte es voriges Jahr keine Ernte gegeben. Die Nachpflanzungen haben inzwischen begonnen. Ein Großeinsatz ist am kommenden Freitag und Samstag geplant.

Förderverein hat 34 Mitglieder

Der Weinanbau an der Ems war von dem Neuenbrunslarer Maurer Georg Angersbach gegründet worden. Der Förderverein mit seinen heute 34 Mitgliedern setzt die Tradition fort. „Wir sind für diese Spende sehr dankbar“, sagte Vereinsvorsitzender Klaus Stiegel bei der Übergabe durch das stellvertretende Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, Ingo Lange, Direktorin Andrea Hruby (Sparda-Bank) und Vorstand Anja Kukuck-Peppler (VR-Bank).

„Die Natur hat uns einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte Stiegel, „wir hatten in 2021 null Einnahmen.“ Die Neupflanzungen seien nun eine Wiederherstellung des Zustandes vor dem Frostschaden. Und da komme die Spende gerade recht.

Von einem Geldsegen für die Reben war die Rede. Das Entfernen der alten Weinstöcke und das Neupflanzen seien mit großem Aufwand verbunden, erläutert der Vorsitzende. Man habe einen Bagger einsetzen müssen und die Pflanzlöcher mit einem Spezialgerät gebohrt. Es gebe am Böddiger Berg keinen Stechboden. Die vielen Steine im Boden hätten aber auch einen Vorteil – sie halten die Wärme.

Böddiger Weinberg: Nachfrage ist groß

„Und die Wärme ist wichtig“, betont Stiegel, „sie gibt dem Wein den notwendigen Schub im Reifeprozess.“ Wegen der häufigen Trockenheit sei der Klimawandel allerdings Fluch und Segen zugleich. Die bisherige Rekordernte in Böddiger lag bei 10,5 Tonnen und etwa 9000 Litern. In diesem Jahr hoffe man auf 3500 bis 4000 Liter Most. „Die Nachfrage nach unserem Wein ist groß“, sagte Stiegel bei der Spendenübergabe, „unser Weinberg hat ein regionales Alleinstellungsmerkmal und ein wichtiges örtliches Kulturgut.“

„Es ist schon eine Besonderheit, dass hier im Norden Hessens ein so guter und beliebter Tropfen gedeiht. Es wäre ein Jammer, diese Tradition irgendwann aufgeben zu müssen.“ Das erklärte Andrea Hruby, Leiterin der Filialdirektion Melsungen der Sparda-Bank Hessen und Vorstandsmitglied des Gewinn-Sparvereins der Bank, bei der Spendenübergabe.

VR-Bank und Kreisparkasse spenden

Die Kreissparkasse pflege schon seit Jahren die gute Zusammenarbeit und fördere das vorbildliche Zusammenspiel von Stadt, Förderverein und Ehrenamt von Anfang an, sagte das stellvertretende Vorstandsmitglied Ingo Lange, früher Direktor der Stadtsparkasse Felsberg: „Wir hoffen, dass diese Tradition ganz lange Bestand haben wird.“

Die VR-Bank sei ebenfalls Gründungsmitglied des Fördervereins, betonte Vorstand Anja Kukuck-Peppler. Und: „Wir sind stolz darauf, dass hier ein solch hochwertiger, köstlicher Qualitätswein gedeiht.“ Die Bank nutze den Wein gern als Geschenk. (Manfred Schaake)

Freiwillige gesucht

Am Böddiger Berg gedeihen die Sorten Riesling und Ehrenfelser. Der Ehrenfelser ist eine Kreuzung aus Riesling und Sylvaner. Bei den neuen Reben wird nur noch Riesling nachgepflanzt. Die Setzlinge müssen noch einige Wochen gewässert werden, damit sie verwurzeln und angehen. „Wir hoffen, dass alle angehen“, sagt Fördervereins-Vorsitzender Klaus Stiegel, „der bisherige Regen war dafür gut“. Man hoffe, dass man in drei bis vier Jahren die ersten Trauben ernten könne.
Für die Arbeitseinsätze am kommenden Freitag ab 16 Uhr und am Samstag ab 9.30 Uhr werden noch freiwillige Helfer gesucht. Sie brauchen nur Spaten oder Schippe mitzubringen. Der Förderverein erbittet eine kurze Anmeldung bei Jörg Fröhlich-Gildhoff, Tel. 0 56 62 / 50 10.

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