„Gerne Lehrer gewesen“

Schulleiter der Heiligenbergschule geht in den Ruhestand

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Geht in den Ruhestand: Der Schulleiter der Heiligenbergschule, Cornelius Meyer, wird am Donnerstag, 31. Januar verabschied et.

Cornelius Meyer war 20 Jahre Schulleiter. 2000 übernahm er die Leitung an der Bilsteinschule in Besse, ab 2015 war er dann Schulleiter an der Heiligenbergschule. 

Am 31. Januar wird der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet.

Während der vergangenen Jahre als Schulleiter hat Meyer viele Veränderungen miterlebt, aber auch mitgestaltet. „Man entwickelt sich immer weiter, wie auch die Kinder – es ist immer etwas in Bewegung“, sagt Meyer. 

Sport führte ihn zum Beruf

In Bewegung war der 65-Jährige schon als Jugendlicher. Sport war und ist noch immer seine Leidenschaft. Denn der Sport führte ihn auch zu seinem Beruf. Tischtennis und Fußball spielte Meyer viele Jahre lang im Verein. Zuerst studierte er an der Deutschen Sporthochschule in Köln. 1981 machte er dann sein 1. Staatsexamen an der Uni Kassel. „Damals hatten wir aber eine andere Situation auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Meyer. In den 1980er-Jahren war der Markt voll mit Lehrkräften – die geburtenstarken Jahrgänge verließen aber gerade die Schule. „Genau das Gegenteil von heute also“, sagt Meyer. 

Deshalb hielt er sich bis 1993 mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen über Wasser.

Sein Motto: Alle an einem Strang ziehen

1993 bekam er erst eine Lehrerstelle in Schrecksbach an der kleinen Grundschule. Danach wurde Meyer an die Ernst-Reuter-Schule nach Edermünde-Grifte versetzt, wo er bis zu seiner Schulleitertätigkeit in Besse unterrichtete.

Auf ein Schulhofprojekt in Besse blickt Meyer noch heute gerne zurück. Der Schulhof wurde damals von Eltern, Lehrern und Kindern neugestaltet. „Es war schön, zu sehen, wie alle an einem Strang gezogen haben“, sagt er. An einem Strang ziehen – das ist ein Motto, das Meyer laut eigener Aussage während seiner Laufbahn stets begleitet. „Der Kontakt zu Eltern, zu anderen Schulen und natürlich zu den Kindern ist enorm wichtig und muss täglich gepflegt werden“, sagt Meyer. Das ist ihm während seines Wechsels an die Heiligenbergschule noch mal ganz deutlich geworden.

Schulleiter an der Heiligenbergschule

Damals übernahm er zuerst kommissarisch die Leitung. Nach dem Tod der damaligen Schulleiterin, Karin Brandau, dann offiziell. „Wir hatten guten Kontakt miteinander – und Karin war eine motivierte Schulleiterin – sie hat an der Schule viel entwickelt, was ich weiterführen wollte“, sagt Meyer.

Dazu zählt unter anderem das Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Die Heiligenbergschule ist eine von wenigen Grundschulen, die an dem Projekt teilnehmen, das sich gegen Diskriminierung einsetzt.

Etwa 300 Kinder werden an der Heiligenbergschule unterrichtet. 28 Lehrkräfte sind derzeit angestellt. „Wir haben ausschließlich ausgebildete Lehrkräfte, keine Quereinsteiger – das finde ich gut“, sagt Meyer. So könne das Niveau hoch gehalten werden.

Meyer erinnert sich, dass er sich 2006 gegen den Projektnamen „Unterrichtsgarantie Plus“ wehrte. Das Projekt sollte mit externen Kräften so viele Unterrichtsausfälle wie möglich vermeiden. „Das ging mir zu weit. Denn ohne Lehrer gibt es nun mal keinen Unterricht“. Das Projekt hatte kurze Zeit später einen Neuanlauf – allerdings unter dem Namen „Verlässliche Schule“. „Ob meine vielen Briefe an das Kultusministerium verantwortlich waren, ich weiß nicht“, sagt Meyer und lacht. Ausschließen würde er es nicht.

„Ich erlebe in diesen Räumen fast täglich bewegende Momente mit den Kinder – das wird mir fehlen“, sagt Meyer. Er sei gerne Lehrer gewesen, freue sich jetzt aber auch auf den Ruhestand. „Ich bin froh, dass ich mein Dienstende noch erleben darf“, sagt Meyer. Ein Drittel seiner Amtskollegen würden das wegen der hohen Belastung nicht schaffen, sagt er.

Verabschiedung am 31. Januar

Die offizielle Verabschiedung findet am Donnerstag, 12 Uhr, mit Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz in der Heiligenbergschule statt. Am Freitag wird sich Cornelius Meyer dann in Ruhe von den Kindern verabschieden. Es wird Turnvorführungen der Kinder in der Turnhalle der Schule geben.

Sein Nachfolger

Andreas Hellemann (51) aus Ahnatal wird ab dem 1. März auf Cornelius Meyer folgen. Bis dahin übernimmt Dominik Lech die Leitung kommissarisch. Hellemann ist zurzeit noch an der Käthe-Kollwitz-Schule Kassel tätig, einer Schule für Kranke, die zur Vitos Psychiatrieschule gehört. Hellemann hat Lehramt in Nordrhein-Westfalen studiert.

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