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Gensunger Kirchturm ist bald fertig saniert

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Stefan Horstmann (links) und Pfarrer Bernd Hochschorner
Die Gensunger Dachdeckerfirma von Stefan Horstmann (links) versieht das Dach mit neuen naturroten Ziegeln. Pfarrer Bernd Hochschorner zeigt eine Naturschieferplatte, mit der die Außenwände verkleidet werden. © Abu El-Qumssan, William-Samir

Alles läuft nach Plan: Bereits nächste Woche sollen die Bauarbeiten am Turm der evangelischen Kirche in Gensungen abgeschlossen sein. Mehr als 60 000 Euro wird die Sanierung kosten.

Gensungen – Eigentlich sollten nur Sturmschäden am Dach der evangelischen Kirche in Gensungen geflickt werden. Doch dabei fielen Schäden auf, die nicht einfach so repariert werden können. Und so musste nicht nur das Dach, sondern auch der Dachstuhl des Kirchturms erneuert werden. Die Sanierung wird voraussichtlich mehr als 60 000 Euro kosten.

Das etwas mehr zutun war an dem Dach war Dachdecker Stefan Horstmann aufgefallen, als seine Firma die Reparaturen vornehmen wollte. „Da ich auch im Kirchenvorstand bin, habe ich das Thema gleich angestoßen“, sagt Horstmann. Im Frühjahr 2021 kam die Sache ins Rollen.

Teile des Daches waren laut dem Felsberger Architekten Jürgen Bauer abgängig – also nicht mehr reparabel. Bauer hat die Bauleitung bei der Gensunger Kirche. Unter anderem befanden sich Risse in der Ziegelstruktur. „Die neue Dacheindeckung ist das Wichtigste bei einer solchen Sanierung“, sagt Bauer. Es werden, wie schon bei altem Kirchturmdach, wieder rote Biberschwanzziegeln verwendet. Die Gauben werden mit Naturschiefer verkleidet.

Gensunger Kirche steht unter Denkmalschutz

„Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert entspricht natürlich nicht mehr den statischen Anforderungen von heute“, weiß auch Pfarrer Bernd Hochschorner. Solche Anpassungen wie die statische Ertüchtigung des Dachstuhls sind ganz normale Nebenerscheinung bei Sanierungen von Kirchen, sagt Architekt Bauer, der auch die Sanierung an der evangelischen Kirche in Böddiger leitet.

Von links die Gesellen Alexander Seiler und Stefan Kolodzie von der Gensunger Firma Horstmann
Decken gerade das Kirchturmdach auf der Ostseite ein: von links die Gesellen Alexander Seiler und Stefan Kolodzie von der Gensunger Firma Horstmann. © Jürgen Bauer

„Die Holzsparren biegen sich mit der Zeit natürlich durch, unter anderem durch Schneelast.“ Die Sparren dürfen – bei einem denkmalgeschütztem Gebäude wie der Gensunger Kirche – nur aus Eiche sein. „Die Preise für Eichenholz explodieren zwar gerade, aber das geht nun mal nicht anders“, sagt Bauer. Die Kosten der Bauarbeiten an der Gensunger Kirche sollen laut Pfarrer Hochschorner etwa bei 63 500 Euro liegen. 45 000 Euro davon kommen vom evangelischen Kirchenkreis Schwalm-Eder.

Die veranschlagten Kosten werden durch die aktuelle Rohstoffknappheit und teurere Lieferkosten glücklicherweise nicht beeinflusst, sagt Horstmann. „Es kam alles rechtzeitig an.“ Etwas teurer könnte es doch werden: „Die Schäden am Dachstuhl waren doch etwas größer als anfangs angenommen“, sagt Bauer.

Gensunger Kirchturm: Kein Platz für Baukran

Was für Horstmann und seine Mitarbeiter auf der Baustelle an der Kirche die größte Herausforderung ist? „Das alles heil auf dem Dach ankommt“, sagt der Dachdecker. Häufig arbeite man auf solchen Baustellen mit einem Baukran. Der lässt sich auf dem Kirchengelände jedoch nicht aufstellen. „Hier müssen wir alles mit dem Lastenaufzug hoch transportieren. Bislang lief aber alles super.“

Angefangen haben die Bauarbeiten vor etwas mehr als vier Wochen, berichtet Bauer. Im Laufe der nächsten Woche soll schon alles fertig sein – alles sei nach Plan gelaufen.

Mitgespielt hat laut den Verantwortlichen auch das Wetter. Zwar werde die Baustelle immer abgedeckt – so zum Beispiel für die Zimmerer mit einer Plane und für die Dachdecker mit einer Unterdeckbahn – bei sonnigem Wetter laufe das Arbeiten jedoch wesentlich besser. (William Abu El-Qumssan)

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