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Großer Arbeitgeber in Nordhessen plant Stellenabbau

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Hier sollen Arbeitsplätze eingespart werden: beim Druckerei-Unternehmen Strube in Felsberg. Die Maschinen seien nicht mehr zeitgemäß.
Hier sollen Arbeitsplätze eingespart werden: beim Druckerei-Unternehmen Strube in Felsberg. Die Maschinen seien nicht mehr zeitgemäß. © Manfred Schaake

Der Druckereibetrieb Strube plant eine Umstrukturierung des Produktionsstandortes in Felsberg. Beschäftigte sollen versetzt werden. Um Strube als Arbeitgeber braucht Felsberg aber nicht bangen.

Felsberg – Unter der Bezeichnung „Restrukturierungen und Modernisierungen“ plant das Felsberger (Schwalm-Eder-Kreis) Druckerei-Unternehmen Strube einen deutlichen Stellenabbau. Mehr als 50 Arbeitsplätze könnten davon betroffen sein. Das Unternehmen gibt jedoch noch keine genaueren Informationen heraus.

Betroffen ist die flächenintensive Sparte Rollenoffset Ploch & Strube GmbH: Die Rollen-Druckmaschinen bei Inline Rollenoffset sind in die Jahre gekommen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Eine wirtschaftliche, wettbewerbsfähige Produktion mit dem aktuellen Maschinenpark in Felsberg sei nicht mehr darstellbar.

Auf dem an das Firmengelände angrenzende Naturschutzgebiet darf nicht gebaut werden, heißt es weiter. Die Obere Naturschutzbehörde hat zu den Bebauungsplänen des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets ihr Veto eingelegt. Somit ist in Richtung Norden keine Expansion möglich.

Strube in Felsberg (Schwalm-Eder-Kreis): Mehr als 50 Arbeiter könnten Stelle verlieren

Für den Felsberger Druckereibetrieb bedeutet das wohl vorerst: Abbau statt Ausbau. Bei der aktuellen Größe des Firmengeländes und der Gebäude sei eine Installation moderner, neuer Druckmaschinen nicht möglich.

Somit werden die Beschäftigten bei Inline Rollenoffset voraussichtlich in naher Zukunft ihre Jobs verlieren. Wann genau das sein wird, kann das Unternehmen nicht sagen. Derzeit stehen Betriebsrat, Belegschaft und Geschäftsleitung im Dialog, um den Standort Felsberg zukunftsfähig aufzustellen und einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Ebenso wenig teilt das Unternehmen eine genaue Zahl zu den betroffenen Arbeitsplätzen mit. Nach HNA-Informationen soll es sich um 60 bis 70 betroffene Stellen handeln. Insgesamt sind etwa 150 Menschen am Standort Felsberg beschäftigt.

Stellen bei Strube in Felsberg (Schwalm-Eder-Kreis) werden abgebaut - Standort soll erhalten bleiben

Bei der ebenfalls an dem Standort angesiedelten Sparte Strube Druck & Medien GmbH – die auf Bogendruck spezialisiert ist – soll in den nächsten Jahren der Maschinenpark ausgebaut werden. Hierfür sollen dann die bisher von Inline belegten Produktionsflächen genutzt werden.

Doch was soll mit den Inline-Beschäftigten passieren? Idee der Geschäftsführung ist es, die Angestellten an andere Produktionsstandorte der übergeordneten WKS-Gruppe zu vermitteln. Das Unternehmen nennt Grabfeld (Thüringen), Lage, Essen und Wassenberg (alle Nordrhein-Westfalen) als mögliche neue Arbeitsorte für die Beschäftigten in Felsberg.

An den vier genannten Produktionsorten seien zwar modernere Maschinen vorhanden, doch aufgrund des Fachkräftemangels werden diese aktuell nicht alle bedient. „Daher werben wir aktuell um die von einer Umstrukturierung in Felsberg betroffenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, uns in einem der modernen Rollendruck-Betriebe zu unterstützen und dorthin zu wechseln“, sagt Dr. Ralph Dittmann, Geschäftsführer der WKS-Gruppe. Wie diese Vorschläge bei den Betroffenen ankommen, dazu kann das Unternehmen keine Auskunft geben.

Größter Arbeitgeber in Felsberg (Schwalm-Eder-Kreis): Mögliche neue Flächen für Erweiterung

Felsbergs Bürgermeister Steinmetz steht im engen Austausch mit Felsbergs größtem Arbeitgeber. Die Möglichkeiten der Stadt seien zwar begrenzt, aber Flächen für eine Erweiterung des Firmengeländes können angeboten werden.

Einer Nutzung des Naturschutzgebietes im Norden würde er zustimmen. Dafür müsste sich die Firma Strube aber grünes Licht auf EU-Ebene holen. Davon hat das Unternehmen bislang abgesehen. Über andere Flächen möchte Steinmetz keine konkreten Aussagen treffen.

Ihm ist vor allem wichtig, dass der Standort erhalten bleibt und, dass Strube auch weiter in Felsberg bleiben will.

Dass es zu Arbeitsplatzveränderungen kommt, sei zwar für die Betroffenen bedauerlich, „solche Prozesse gehören aber zur Wirtschaft dazu“, sagt Bürgermeister Steinmetz. (William-Samir Abu El-Qumssan)

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