Herzen öffnen für Synagoge in Felsberg

Ludwig Georg Braun zur Sanierung von Felsberger Synagoge: „Garantiere, dass wir es schaffen“

Orgelpfeifen-Versteigerung zu Gunsten des Projektes Rettung der Felsberger Synagoge: Ein Teil der alten Pfeifen der in den 1970er Jahren erneuerten Orgel der Nikolaikirche ist noch erhalten und dient jetzt einem guten Zweck. Vorn von links die Architekten Johannes Biskamp und Ulrich Hernmarck. Hinten Bürgermeister Volker Steinmetz, Christopher Willing, Stefan Umbach und Pfarrer Reinhold Brand, der die Spendenveranstaltung moderierte.
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Orgelpfeifen-Versteigerung zu Gunsten des Projektes Rettung der Felsberger Synagoge. Vorn von links die Architekten Johannes Biskamp und Ulrich Hernmarck. Hinten Bürgermeister Volker Steinmetz, Christopher Willing, Stefan Umbach und Pfarrer Reinhold Brand, der die Spendenveranstaltung moderierte.

Das derzeit mit 1,15 Millionen Euro veranschlagte Projekt Rettung und Sanierung der Synagoge Felsberg sei auf einem guten Weg. Das war der Tenor der Reden einer Spenderveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus in Wolfershausen.

Wolfershausen/Felsberg – „Dass wir das alle schaffen, dafür kann ich heute garantieren.“ Das sagte Professor Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Aufsichtsratsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG. Braun gehört mit zu den Unterstützern des Projektes, das in diesem Jahr mit der Dachsanierung beginnen soll. Noch fehlt Geld. „Machen Sie Ihr Herz weit auf“, rief Braun den Gästen der Spenderveranstalung zu. Auch kleine Spenden seien wichtig. „Hier geht es um eine Chance, die man nutzen muss“, sagte Braun zu dem Vorhaben. Er werde es mit auf den Weg bringen, „soweit es in meiner Kraft steht“. Die Synagoge in Felsberg sei ein besonderer Zeitzeuge des Zusammenlebens der Felsberger Juden.

Er sehe eine Analogie zur Erhaltung der Burgen, sagte Braun. Die Synagoge solle ein Ort des Dialoges für die Region und sie könnte auch ein Anstoß für die Sanierung der Felsberger Innenstadt werden, betonte Braun, dessen Frau aus Felsberg stammt.

Als Initiator der Rettung der Synagoge würdigte Bürgermeister Volker Steinmetz den Vorsitzenden des Rettungsvereins und Mitglied der liberalen jüdischen Gemeinde Felsberg, Christopher Willing.

Während der Spendenveranstaltung wurden keine Summen genannt. Weder über die Kosten, das bereits vorhandene Geld oder noch beantragten Zuschüsse. Steinmetz sagte, die Stadt werde sich mit einem Eigenanteil von zehn Prozent beteiligen.

Stadtverordnetenvorsteher Stefan Umbach erinnerte daran, dass das Innere der 1847 eingeweihten Synagoge am 8. November 1938 „von Felsberger Nazis und einem von den Nazis aufgestachelten Mob von Felsberger Bürgern” zerstört wurde.

Seit 2016 ist die Synagoge wieder Gotteshaus und Ort vieler kultureller Veranstaltungen.

Der geplante Umbau in einen weitgehend originalen Zustand sei auch finanziell der größere Kraftakt. Es fehle noch Geld. Die Felsberger nannten das ehemalige Gasthaus zur Burg und später Burgschänke nur Tempel. „Wir gehen auf ein Bier in den Tempel”, sagten viele Felsberger. Daran erinnerte Christopher Willing, der Vorsitzende des Rettungsvereins. Aus dem ehemaligen Inventar präsentierte er ein Holzschild mit der Aufschrift „Stammtisch der Tempelbrüder“.

Das Bauwerk sei ein Glücksfall, die Rettung der Synagoge eine beeindruckende Initiative. Das sagte per Fernübertragung der im heutigen Robert-Weinstein-Haus aufgewachsene Professor Dr. Frank Hentschker, in New York Leiter des Martin E. Segal Theatre Center und Professor für Theaterwissenschaften.

Er war als Redner eingeplant, konnte aber wegen der Corona-Krise nicht kommen. Die kleine jüdische Gemeinde Felsberg, ihre Aktivitäten und Initiativen, seien einzigartig in Nordhessen, sagte Hentschker (Manfred Schaake)

Kontakte: Rettungsverein der Synagoge Felsberg und jüdische liberale Gemeinde, Schönbergstraße 3, 34587 Felsberg, Telefon 05622/930749, 0151/15016661, Spendenkonto: Kreissparkasse Schwalm-Eder, IBAN DE 29 5205 2154 0030 391577, BIC HELADEF1MEG.

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