Historische Orgel in Gensunger Kirche wird saniert

+
Die Pfeifen aus Holz werden gereinigt und ausgeblasen Die Orgelbauer in der Gensunger Kirche Sebastian Lindemann und Eibo Hecker mit Pfarrer Bernd Hochschorner ( Mitte). 

Felsberg. Bis Ostern wird die Orgel in der Gensunger Himmelskirche grunderneuert. Alle 1150 Pfeifen werden gereinigt.

Drei Monate sind die Orgelbauer Sebastian Lindemann und Eibo Hecker damit beschäftigt.

Grund dafür ist Schimmel, der sich im Laufe der Jahre in dem Instrument gebildet hat.

„Dieses Phänomen ist nichts Neues“, sagt Eibo Hecker von der Orgelbaufirma Mebold aus Siegen. Schimmelbildung sei bei historischen Orgeln normal. Weit verbreitet sei dies in Norddeutschland. Das hänge mit der Luftfeuchtigkeit zusammen.

Blick über die Klaviatur: dahinter die ausgeräumte Orgel in der Gensunger Himmelskirche.

Der Schaden in der Gensunger Orgel wurde 2014 entdeckt, erzählt Pfarrer Bernd Hochschorner. „Um das Instrument zu erhalten, mussten wir handeln.“ Wenn man nichts mache, dann zerstört der Schimmel die Orgel. „Wir haben Verantwortung für das historische Instrument.“

Bleizucker in Metallpfeifen

Neben dem Schimmel macht der Bleizucker an den Metallpfeifen dem Instrument zu schaffen. Dies sei eine chemische Reaktion, es komme zu einer Korrosion in den Pfeifen, sagen die Orgelbauer. Der Bleizucker muss entfernt werden, auch weil er gesundheitsschädlich sein könne. Dies geschieht derzeit in einer eigens dafür ausgerichteten Werkstatt.

Holzpfeifen ausblasen

Die Holzpfeifen hingegen sind alle nebeneinander auf den Kirchenbänken aufgestapelt. Den beiden Spezialisten reinigen sie von Hand. Die Holzpfeifen werden ausgebürstet und ausgepustet.

Besonderes Prachtstück für die Orgelbauer sind die großen Blasebälge aus Eichenholz auf dem Dachboden der Kirche. Auch sie werden gereinigt und abgedichtet. Die Bälge stammen aus dem Jahr 1861, die Orgel wurde 1814 gebaut. Orgelbauer waren Heeren und Kuhlmann.

Die Sanierung der Orgel kostet 50 000 Euro. Landeskirche und Kirchenkreis Fritzlar-Homberg übernehmen je 20 000 Euro. „Der Rest stammt aus einer Sammlung in der Kirchengemeinde“, sagte Hochschorner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.