Tier war in Lebensgefahr

Junger Hund stürzt in eiskalte Eder: Feuerwehr rettet Labrador das Leben

Der Labrador stürzte in die Eder.
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Der Labrador stürzte in die Eder.

Ein junger Hund stürzt bei der Jagd nach einem Schwan in die eiskalte Eder bei Felsberg. Mit einem Großaufgebot muss die Feuerwehr anrücken.

Felsberg - Einem acht Monate alten Labrador hat die Feuerwehr am Freitag das Leben gerettet. Der Hund war bei der Jagd nach einem Schwan in die eiskalte Eder gestürzt und konnte sich selbst nicht mehr ans Ufer retten. Laut Feuerwehr herrschten dort Temperaturen von minus 17 Grad Celsius.

Eine Felsbergerin war am Freitagmorgen mit ihrem Labrador in der Verlängerung der Saarlandstraße in Felsberg unterwegs. In der Nähe der Teiche, hinter der Kläranlage, kam sie kurz vor 10 Uhr auch am Ederufer vorbei.

Hund verfolgt Schwan und kracht in die Eder: 29 Einsatzkräfte an Rettung beteiligt

In der Nähe des Ufers sah der junge Hund einen Schwan auf der Eder und wollte ihn verfolgen. Doch das ging schief. Der Hund rutschte über die Eisfläche, die sich im Uferbereich gebildet hatte und landete in der Eder. Er konnte sich nicht selbst wieder ans Ufer retten. Lediglich mit den Vorderläufen konnte er sich an der Eisfläche festhalten. Daher alarmierte sein Frauchen die Feuerwehr.

29 Einsatzkräfte der Kernstadt und aus den Stadtteilen Böddiger und Lohre kamen an die Eder. Mehrere Steckleiterteile wurden auf der Eisfläche vorbereitet, um eine größtmögliche Auflagefläche zu haben. Zusätzlich wurden Rettungs- und Sicherheitsleinen bereitgemacht und teilweise an die Leiterteile gebunden.

Verängstigter Hund schnappt zu: Feuerwehrmann kann junges Tier retten

Dann ging Pascal Grosser, der mit einem Wasserrettungsanzug ausgerüstet und mit Leinen gesichert war, zum Ufer. Er legte sich flach auf die Leiterteile und schob sich Zentimeter um Zentimeter zu dem verängstigten Hund vor. Das Tier schnappte in seiner Panik nach seinem Retter. Das dicke Material des Anzugs verhinderte allerdings eine Verletzung. Kurze Zeit später konnte Grosser ihn am Halsband aus dem Wasser ziehen. Überglücklich schloss die Hundebesitzerin ihren Vierbeiner, der über eine halbe Stunde im eiskalten Wasser gewesen war, in die Arme.

Die Situation sei für den Hund bei diesen Minus-Temperaturen lebensgefährlich gewesen, sagt Tierärztin Miriam Werner, die in der Kaufunger Tierklinik arbeitet. Wie lange ein Hund so etwas aushält, sei unter anderem von der Konstitution, der Dicke des Fells und der Fettschicht abhängig. „Es ist genau dasselbe wie beim Menschen.“

Hund fällt in die Eder: Tierärztin rät langsame Erwärmung des Körpers

Je nachdem, wie weit die Körpertemperatur im Wasser absinkt, könne es zu einem Schockzustand kommen. Dann werden nur noch die lebenswichtigen inneren Organe wie das Herz mit Blut versorgt, es kommt zu Erfrierungen. Dass der Labrador noch nach dem Retter geschnappt hat, sei aber ein Zeichen, dass er sich noch in keinem Schockzustand befunden habe. Denn sonst reagierten die Hunde gar nicht mehr, sagt Werner.

Ganz wichtig sei, dass Hunde in solchen Fällen ganz langsam wieder erwärmt werden. Denn wenn die Körpertemperatur zu schnell steige, könne es ebenfalls zum Schock kommen. „Am besten wickelt man ihn in eine Wolldecke ein und legt eine Wärmflasche dazu.“

Rettung aus der Eder: Tierärztin empfiehlt auch warmes Futter für den Hund

Diese dürfe nicht zu heiß sein. Auch warmes Futter könne man dem Tier anbieten, um es von innen aufzuwärmen. Wichtig sei, die Körpertemperatur des Hundes im Blick zu behalten. Diese liege bei Hunden zwischen 37,5 und 39 Grad Celsius. Am besten sei aber nach einem solchem Vorfall immer ein Tierarztbesuch. Dort werden die Tiere dann einmal durchgecheckt, sagt Werner. (Helmut Wenderoth und Carolin Hartung)

Im Kreis Kassel kam es ebenfalls zu einer Rettungsaktion, als ein kleiner Junge in den Fluss Nieste fiel.

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