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Immer mehr Weißstörche lassen sich im Schwalm-Eder-Kreis nieder

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Jungstörche in ihrem Nest in Neuenbrunslar
Die Jungstörche in ihrem Nest in Neuenbrunslar. Unser Bild wurde im August vergangenen Jahres aufgenommen, kurz bevor die Jungen ausflogen. © Gerhard Schmoll

Der Nabu zählte im vergangenen Jahr 28 Brutpaare in der Region. Zwei mehr als im Vorjahr. In ganz Hessen ging die Zahl der Jungstörche allerdings zurück.

Neuenbrunslar/Schwalm-Eder – Auch 2022 klapperte der Wappenvogel des Nabu wieder erfolgreich in Hessen. Die Nabu-Weißstorchexperten Bernd Petri und Klaus Hillerich ziehen deshalb in einer Mitteilung eine positive Bilanz zum Jahr 2022: „Wir kommen in diesem Jahr auf 1075 Weißstorchpaare, die mit der Brut begannen, rund 65 mehr als im Vorjahr“, sagt Petri.

Die hessischen Weißstörche zogen insgesamt 2009 Jungtiere groß, das sind rund sieben Prozent weniger als 2021. Der Rückgang bei den Bruten ist auf das trockene Frühjahr zurückzuführen, sagt Petri: „Es gab einfach nicht genug Nahrung.“

Ein Storchenpaar lässt sich in Neuenbrunslar nieder

Im Schwalm-Eder-Kreis wurden 28 Brutpaare gezählt – zwei mehr als noch im Vorjahr. Eines der neuen Brutpaare im Kreis hat sich laut Heiko Fenzl vom Nabu-Ortsverband Unteres Edertal in Neuenbrunslar angesiedelt (HNA berichtete). Das Paar zog auf einem ehemaligen Telefonmast nahe des Sportplatzes zwei Jungstörche groß.

„Das war für uns beim Nabu schon ein Höhepunkt“, sagt Fenzl zur Ansiedlung der Störche. Denn viele Jahre hatte der Nabu versucht, den Störchen bei der Ansiedlung nachzuhelfen. „Es ist davon auszugehen, dass das Storchenpaar in diesem Jahr wieder zurückkommt.“ Denn Störche bleiben ihrem Brutplatz für viele Jahre treu.

Störche überwintern in Afrika

Mehr könne jedoch erst im Mai gesagt werden, wenn die Tiere wieder nach Deutschland zurückkommen. Laut Nabu fliegen die deutschen Weißstörche zum Überwintern nach Afrika. Oft legen sie dabei Strecken von mehr als 10.000 Kilometern zurück. Dabei ist es weniger die Kälte als vielmehr die winterliche Nahrungsknappheit, die den langen Flug in afrikanische Länder erfordert.

In den Nachbarlandkreisen sahen die Weißstorchbestände 2022 so aus: Hersfeld-Rotenburg hatte 18 Brutpaare, im Landkreis Fulda waren es 23, in Kassel 15 und im Werra-Meißner-Kreis war es nur ein Paar.

Störche brauchen feuchtes Auenland

Das Mekka der hessischen Weißstörche ist der Landkreis Groß-Gerau, wo 723 Jungvögel von 346 Brutpaaren aufgezogen wurden. Aber auch in Mittel- und Nordhessen nehmen die Bestände zu. „Was wir gerade erleben, ist, dass Weißstörche auch in die Mittelgebirgslagen einwandern und sich neue Brutgebiete erschließen. Gerade in Ost- und Nordhessen kommt es zu Neuansiedlungen“, erklärt Petri.

Für die Zukunft des Weißstorchs in Hessen sei vor allem der Erhalt von Feuchtgrünland, zum Beispiel Auen, entscheidend. Störche brauchen möglichst viele nasse Wiesen in Nestnähe, um genug Futter finden zu können. Der Lebensraumverlust steige immer noch rasant an. Mit dem Verlust von Feuchtgrünland verschwinde nicht nur der Lebensraum des Weißstorches, sondern auch der vieler anderer Arten. (William Abu El-Qumssan)

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