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In Heßlar steht seit Jahresbeginn die Gaststätte leer

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Wünscht sich einen neuen Betreiber: Heßlars Ortsvorsteher Sven Wagner vor dem leerstehenden Gasthof.
Wünscht sich einen neuen Betreiber: Heßlars Ortsvorsteher Sven Wagner vor dem leerstehenden Gasthof. © William Abu El-Qumssan

Sie haben immer ein Ohr für das, was die Menschen in ihrem Ort beschäftigt: die Ortsvorsteher. In unserer Serie Ortstermin stellen wir heute den Felsberger Stadtteil Heßlar vor.

Heßlar – Wenn es sonst überall nebelig ist, scheint in Heßlar die Sonne. So beschreibt Ortsvorsteher Sven Wagner den Felsberger Stadtteil mit rund 300 Einwohnern. Der 36-Jährige ist seit 2016 im Ortsbeirat und wurde gleich zum Vorsteher gewählt. „Direkt ins kalte Wasser“, sagt er. 2021 wurde er für seine zweite Amtszeit gewählt.

In den vergangenen Jahren beschäftigte den Vorsteher und den Ortsbeirat vor allem der Bau des neuen Spielplatzes, aktuell ist auch die leerstehende Gaststätte ein Thema.

Die Gaststätte: Seit Ende dieses Jahres steht der Gasthof leer, der direkt am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) liegt. „Da wünscht sich der gesamte Ort einen neuen Pächter“, sagt Wagner. Die Ortsgemeinschaft suche aktiv danach. Felsberg geht nach dem Gefühl des Ortsvorstehers weniger aktiv an die Suche heran – „es besteht kein Bedarf wegen Corona.“

Die Küche der Gaststätte sei modern ausgestattet und es sei fast alles neu. „Es wäre fatal, wenn die Geräte jetzt über einen längeren Zeitraum ungenutzt bleiben.“ Die Gaststätte ist im Zusammenspiel mit dem DGH bei größeren Feiern wichtig. „Es gibt einen direkten Durchgang zwischen den beiden Gebäuden. Das macht die Bewirtung von Feiern im DGH möglich und die Gaststätte kann im Gegenzug für größere Gruppen auch das DGH nutzen.“

Abgesehen von der Gaststätte kann der Ortsvorsteher aber nicht über Leerstand klagen. Außerdem seien alle Bauplätze belegt. Daher wünscht sich Wagner auch eine Erweiterung des Baugebiets.

Der Spielplatz: Der neue Spielplatz gegenüber des Gemeinschaftshauses ist endlich fertig. Wie Wagner berichtet, hat sich die Aktion über mehr als vier Jahre gezogen. Und so ganz wie gewünscht wurde der Spielplatz auch nicht gebaut. „Zu Beginn wurden die Eltern aus Heßlar noch mit in die Planung eingebunden“, berichtet Wagner. Doch dann wurde manches von der Stadtverwaltung anders umgesetzt. So ist der Eingang im Zaun des Spielplatzes nicht wie gewünscht zur Seitenstraße Lehmkaute, sondern zur viel befahrenen Lindenstraße.

„Außerdem fehlt bei einem Sandspiel ein Segel, das den Kindern Schatten spendet.“ Doch Wagner sagt auch, dass der Bauhof der Stadt Felsberg gute Arbeit gemacht hätte. Die Geräte seien sehr hochwertig, gut platziert und schön gestaltet.

Die Haltestelle: Der Ortsvorsteher ist mit der Heßlarer Bushaltestelle nicht zufrieden. Während auf der einen Seite aus Felsberg kommend eine Haltebucht ist, gibt es auf der Seite Richtung Felsberg nur einen schmalen Gehweg.

„Der Großteil der Kinder hier geht in Felsberg zur Schule. Da kommen morgens 15 bis 20 Kinder zusammen“, sagt Wagner. Er empfindet den schwer einsehbaren Bereich als Gefahrenzone für die Kinder. „Die Straße ist sanierungsbedürftig. Wenn da was gemacht wird, muss der Gehweg auf jeden Fall verbreitert werden.“ Zu einer anstehenden Sanierung stünde aber nichts im Raum.

Immerhin sei die Haltestelle mit einer LED-Lampe heller, sodass die Haltestelle an dunkleren Wintertagen immer gut beleuchtet ist, so der Ortsvorsteher.

Die Gemeinschaft: „Viele ziehen mit, wenn in Heßlar etwas ansteht“, sagt Wagner zur Dorfgemeinschaft. Kürzlich gab es wieder eine Müllsammelaktion. „Überraschenderweise gab es weniger Müll als vor Corona und das, obwohl wir zwei Jahre nicht sammeln waren.“ Außerdem wurden die Volleyballplätze wieder in Schuss gebracht und mit neuen Rändern und Netzen versehen.

Pandemiebedingte Vereinsauflösungen sind dem Ortsvorsteher nicht bekannt. Das werde sich wohl auch erst in den kommenden Jahren zeigen. (William Abu El-Qumssan)

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