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In Niedervorschütz wird gepflückt für den guten Zweck

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Von: Marvin Hinrichsen

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Die meiste Zeit ist er draußen: Friedrich Walter (83) aus Niedervorschütz in seinem Obstgarten.
Die meiste Zeit ist er draußen: Friedrich Walter (83) aus Niedervorschütz in seinem Obstgarten. © Marvin Hinrichsen

In Niedervorschütz kann jeder für einen kleinen Betrag sein Obst selbst pflücken und dabei auch noch Kindern in Nepal helfen.

Niedervorschütz – „Wenn jemand Obst möchte, gibt es die Möglichkeit telefonisch einen Termin zu vereinbaren oder direkt an der Hauptstraße 38 vorbeizukommen“, sagt der 83-jährige Friedrich Walter aus Niedervorschütz.

Da die Apfel- , Birnen- und Zwetschgenbäume auf seinem Grundstück stehen, würde er lediglich darauf Acht geben, dass die Leiter für die Selbst-Pflücker sicher steht. Ansonsten könnten die Menschen in aller Ruhe ihr Obst pflücken. „Natürlich habe ich teilweise auch Obst abgepackt“, sagt Walter.

Doch die meisten würden gerne auf die Bäume klettern und die Früchte selbst ernten. „Ich bekomme so viel positive Rückmeldung von Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die berichten, dass sie extra einen weiten Weg auf sich nehmen, um bei mir die Äpfel zu pflücken“, sagt Walter.

Klimafreundlich Obst in Niedervorschütz zu kaufen

Es sei obendrein klimafreundlicher, die Äpfel regional zu kaufen, statt im Supermarkt, wo für das dort angebotene Obstsortiment vorwiegend ein hoher logistischer Aufwand nötig sei. Auch würde er keine Mittel einsetzen, um seine Bäume vor Schädlingen zu schützen. „Ich habe die Bäume nie behandelt“, versichert Walter. Er sei immer zufrieden mit den Ernteerträgen gewesen und habe deshalb auch keinen Grund dafür gehabt.

In den Kindertagen von Friedrich Walter hätte sein Onkel schon eine Obstplantage gehabt. So hatte er den Entschluss gefasst, irgendwann seine eigene Obstwiese zu betreiben. „Entstanden ist die Obstwiese 1992“, erinnert sich Walter.

Doch die 35 Bäume erfordern auch Arbeit. Sofern es geht, pflege und beschneide er selbst die Bäume. „Beim Rasenmähen unterstützt mich meine Familie“, sagt Walter. Er versuche, alles zu verwerten, selbst das Fallobst werde zu Apfelsaft weiterverwertet. Durch viele Reisen nach Nepal und die Erlebnisse vor Ort habe er den Entschluss gefasst, die Hälfte des Geldes, das er einnimmt, zu spenden. „Das Geld geht dort an ein Waisenhaus und eine Schule in Pokhara.“

Termine können unter Tel. 0 56 62/38 20 vereinbart werden.

(Marvin Hinrichsen)

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