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Institut für Landjudentum soll in Felsberg entstehen

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Von: Manfred Schaake

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Lobte das Engagement des Vereins zur Rettung der Synagoge und der jüdischen liberalen Gemeinde Felsberg: Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn, im Bild mit Christopher Willing, dem Vorsitzenden des Vereins zur Rettung der Synagoge, mit einer Glocke aus der ehemaligen Synagoge Melsungen.
Lobte das Engagement des Vereins zur Rettung der Synagoge und der jüdischen liberalen Gemeinde Felsberg: Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn, im Bild mit Christopher Willing, dem Vorsitzenden des Vereins zur Rettung der Synagoge, mit einer Glocke aus der ehemaligen Synagoge Melsungen. © Manfred Schaake

Felsberg könnte Sitz eines Institutes für Landjudentum in Hessen werden. Ministerin Angela Dorn von den Grünen will sich darum kümmern.

Felsberg – Die Drei-Burgen-Stadt könnte im Zusammenhang mit der im Urzustand wiederhergestellten Synagoge und dem Robert-Weinstein-Haus an der Obergasse Sitz eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks sowie eines Institutes für Landjudentum in Hessen werden. Das hat der Vorsitzende des Vereins zur Rettung der Synagoge, Diplom-Ingenieur Christopher Willing, Hessens Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), vorgeschlagen. Bei einem Besuch lobte sie das Synagogen-Projekt und das Engagement des Rettungsvereins als vorbildlich. Sie will die Felsberger Vorschläge unterstützen.

Beim Präsentieren seines Konzeptes verwies Willing auf „Vorleistungen, die wir einbringen können“, den Dialog mit Christen und Muslimen sowie die Zusammenarbeit mit der Universität Kassel. Ein Institut für Landjudentum gibt es bereits in Bayern mit Sitz in Bamberg.

Jüdisches Institut in Felsberg: Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel

Im Zusammenhang mit dem Deutsch-Israelischen Jugendwerk erläuterte Willing, die Bundesregierung habe mit der Israelischen Regierung ein Abkommen geschlossen, einen Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel zu finanzieren und umzusetzen. Ein Schüler- und Studentenaustausch sei in vielerlei Hinsicht wichtig und notwendig, betonte Willing: „Zum Teil wird latenter Antisemitismus durch Kennenlernen von Juden und Jüdinnen entgegengewirkt, gleichzeitig können Freundschaften und Netzwerke entstehen. Junge Menschen können Israel erleben, das einen ganz anderen Eindruck wiedergibt als das, was man in den Medien erlebt.“

Somit können nach den Worten Willings Vorurteile aufgebrochen und Menschen gefragt werden, wie es aus ihrer Perspektive zu beurteilen ist: „Allein das macht das Werk wertvoll, besonders in der heutigen Zeit.“ Wenn ein Programm angeboten werde, so Willing, könnten Schulen und Universitäten zu Partnerschaften auf deutscher Seite gewonnen werden.

Jüdisches Institut in Felsberg: Weg zum sozialen Frieden

Zur Frage, warum Hessen ein eigenes Jugendwerk aufbauen sollte, sagte Willing, Frankfurt am Main gelte als eine der größten multikulturellen Städte Deutschlands: „Ein sozialer Frieden ist existenziell.“ Die Internationalität sei eine der größten Vorteile Hessens wie auch seine Weltoffenheit.

Diese könne nur erhalten werden, wenn sich die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen verstehen und austauschen. Willing machte der Ministerin Vorschläge, wie das funktionieren soll: „Juden sind zum Beispiel von multi-ethnischer Gesellschaft und wenn Juden und Moslems miteinander kommunizieren, ist einer der größten Spannungspunkte der vergangenen Jahre entschärft. Zusätzlich gibt es die jüdisch-christliche Brücke zur Bevölkerung.“

Der Bund habe das Programm schon beschlossen, erläuterte Willing. Jetzt gehe es darum, dass Hessen ein eigenes Jugendwerk aufstelle, „um vorne mit dabei zu sein“.

Die Jüdische Gemeinde Felsberg und der Verein zur Rettung der Synagoge können neben der Synagoge als Veranstaltungsort ein Netzwerk an Unterstützern vorweisen, erklärte Willing gegenüber der Ministerin. Es bestünden bereits jetzt langjährige, direkte Kontakte zu zwei Universitäten in Israel, einem Wohnheim für Studenten in Israel, zu Schulen in Hessen, einigen hessischen Landkreisen, zu fünf deutschen und drei hessischen Universitäten, zu moslemischen und christlichen Gemeinden.

Jüdisches Institut in Felsberg: Ministerin nimmt sich Sache an

„Iddo Netanjahu, der Bruder des israelischen Regierungschefs, ist ein Freund der Gemeinde und eine Brücke zur israelischen Regierung“, sagt Willing. Die Akteure des Synagogen-Projektes seien stark in Deutschland und international vernetzt. Felsberg biete innovative Entwicklungspotenziale, sei verkehrstechnisch gut angebunden und habe günstige Mietpreise: „Die Jüdische Gemeinde ist offen für diese Netzwerk-Arbeit.“

„Ich halte das für realisierbar und werde mich darum kümmern“, sagte Ministerin Dorn zu den Vorschlägen. Und: „Eine unglaublich lohnende Idee.“ Zum Thema Institut Landjudentum erklärte sie: „Es wäre von hoher wissenschaftlicher Relevanz.“ Sie werde alle Fördermöglichkeiten prüfen. (Manfred Schaake)

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