65 Jahre Ehe: Paar aus Böddiger verbindet die Liebe zur Musik

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Abends spielt er ihr etwas auf dem Harmonium vor: Mathias und Mathilde Schene aus Böddiger verbindet die Musik. Heute sind die beiden 65 Jahre verheiratet. 

Böddiger. Nie sind sie mit einem ungelösten Streit ins Bett gegangen, das sei das Geheimrezept ihrer Ehe, sagen sie. Mathilde und Mathias Schene aus Böddiger sind am heutigen Tag 65 Jahre glücklich verheiratet.

Kennengelernt haben sich die beiden im Jahr 1947 über die Jugendgemeinschaft in Böddiger. „Ein Jahr später ist es dann ernst geworden“, sagt der 87-jährige Mathias Schene lächelnd. Den ersten großen Schritt hat Mathilde Schene, deren Mädchenname Schnitzerling ist, in ihrer Beziehung gemacht. „Ich habe ihn nach dem Tanzen in der Jugendgemeinschaft gefragt, ob er mit unserer damaligen Mädchenclique mit zum Bratwurstessen kommen möchte“, sagt die 86-Jährige. Er habe sofort zugesagt.

Das Hochzeitsfoto: Es entstand am 3. Februar 1951.

Ein Knistern habe aber schon zuvor in der Luft gelegen. Matthias Schene war Schmied in Böddiger, Mathilde Schene arbeitete im Gasthaus Siebert, gegenüber von der Schmiede. „Da haben wir uns oft zwischendurch gesehen und ein bisschen geplaudert“, sagen sie. In dem Gasthaus werden die beiden am Wochenende ihre Eiserne Hochzeit feiern. Mathilde und Mathias Schene verbindet die Liebe zur Musik. Gemeinsam sangen sie im Chor und auch heute noch spielt die Musik für sie eine große Rolle. „Mein Mann setzt sich abends ans Harmonium und spielt mir etwas vor“, sagt Mathilde Schene glücklich. Ihr Lieblingslied ist der Schneewalzer.

Gemeinsame Konzertbesuche oder Musiksendungen im Fernsehen sind ihre Leidenschaft. Ihr gesamtes Leben sind die beiden gerne verreist. „Am liebsten in die Berge“, sagen sie einstimmig.

Mathias Schene wurde in Rumänien geboren. „1943 bin ich mit einem Sammeltransport von 200 Jungs nach Deutschland gebracht worden“, erzählt er. Er kam nach Melsungen und sollte dort arbeiten, weil die Deutschen Männer im Krieg waren. So konnte er seine Mathilde kennenlernen, die gebürtig aus Ellenberg kommt, aber in Böddiger aufwuchs. 

Nach ihrer Hochzeit am 3. Februar 1951 bekamen die beiden im Juni ihre erste Tochter. „Es war ein sehr schnelles Kind“, sagen sie und lachen. 1955 und 1958 bekamen Schenes zwei weitere Kinder. Heute haben die beiden sieben Enkel und drei Urenkel. „Ich habe jetzt auch einen Antrag gestellt, auf die Auszeichnung des treuen Ehegattens“, scherzt Mathias Schene. Er ist sichtlich stolz, dass ihre Ehe bereits über ein halbes Jahrhundert hält.

Mehr als 65 gemeinsame Jahre haben Mathilde und Mathias Schene zusammengeschweißt. Für beide steht fest: Die Familie ist das Wichtigste im Leben.

Drei Fragen an das Ehepaar:

Welche Eigenschaft mögen Sie an ihrem Partner am liebsten?

Mathilde Schene: Mein Mann hat einen tollen Humor. Wir haben immer viel gemeinsam gelacht, das ist auch noch heute so.

Mathias Schene: Die treue und familiäre Art meiner Frau. Das ist einfach toll.

Worauf sind Sie besonders stolz in ihrer Ehe?

Mathias Schene: Auf unsere Kinder.

Mathilde Schene: Darauf 65 Jahre Jahre verheiratet zu sein und trotz aller Zwistigkeiten immer zusammengehalten zu haben.

Was haben sie in 65 Jahren Ehe gelernt?

Mathilde Schene: Die Familie steht immer an erster Stelle.

Mathias Schene: Das sehe ich auch genau so, wenn man Familie hat, dann ist nämlich immer etwas los.

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