Auf dem Jakobsweg: Nachts gibt’s kaum Erholung

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„Bom Caminho“, also „Einen guten Weg“: Diesen Wunsch hört man oft auf dem Jakobsweg. Lara Döberitz und Johanna Fenge (von links) vor einer Skulptur auf dem Weg.

O Porriño/Körle/Felsberg. Lara Döberitz aus Körle und Johanna Fenge aus Felsberg bewandern den portugiesischen Jakobsweg. Für die HNA berichten die beiden jungen Frauen über ihre Erlebnisse.

Regen, Regen und nochmals Regen - so sahen die ersten Wandertage auf dem portugiesischen Jakobsweg für Lara Döberitz und Johanna Fenge aus. „Schon am Morgen des ersten Tages schiffte es wie aus Eimern, aber uns blieb nichts anderes übrig, als loszulaufen. Nach 14 Kilometern waren wir bis auf die Unterhose nass und das Wasser schwappte aus den Schuhen“, schreiben die beiden jungen Frauen.

Von Porto aus liefen Döberitz und Fenge durch verlassene Vororte und Dörfer, die einen sehr ärmlichen Charakter hatten, nach Rates in die erste Pilgerherberge. „In Rates wurden wir sofort herzlich aufgenommen, man half uns aus den nassen Sachen heraus und wir konnten eine warme Dusche genießen. Wir hatten vorher schon vereinzelt Pilger getroffen, aber hier kamen sie dann zusammen. Zuvor nur aus Deutschland, trafen wir dieses Mal auch auf Südafrikaner, Schweizer und eine italienische Seniorin.“

Die Nacht in einem Schlafsaal zu verbringen war dagegen wenig erholsam. Jemand schnarchte, das Licht wurde an- und ausgeknipst und morgens um halb sechs waren die ersten schon in Aufbruchstimmung. An viel Schlaf war also nicht zu denken. Um halb acht befanden sich Döberitz und Fenge dann auch auf dem Weg nach Barcelos.

Über schlammige Wege und Bäche, die die Straße hinunterliefen, kamen die Wanderinnen durch weitere kleine Dörfer, bis sie der Regen erneut einholte. Völlig durchnässt erreichten sie das kleine Städtchen Barcelos und überlegten, ob sie sich dort in einer Herberge niederlassen sollten. Nach einem leckeren Mittagessen fiel die Entscheidung auf weitere zehn Kilometer bis Portela Del Tamel. „Immer wieder, wenn man auf Leute traf, wurde einem ein „Bom Caminho“, ein guter Weg, gewünscht. Auch sonst ist die Stimmung sehr positiv, von Pilgern wird man durchweg freundlich begrüßt und auch die Einheimischen erfreuen sich immer wieder am Anblick von uns Pilgern.“

Von der modernen Pilgerherberge von Portela Del Tamel ging es weiter nach Ponte de Lima. Am nächsten Tag stand dann eine lange Tour an: Um die 30 Kilometer lagen vor den Wanderinnen. Und die hatten es in sich. Steinige und steile Wege bergauf verlangten Kraft und Durchhaltevermögen. „Die Sonne schien, durch den Wald war es glücklicherweise nicht mehr so heiß. Und es war trocken. Bei Regen wäre der Bergaufstieg wohl sehr schwierig und gefährlich geworden“, schreiben die Wanderinnen. (dl)

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