Zweiter Platz bei der WM

Jasmin und Carina sind erfolgreiche Bogenschützinnen

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Das Ziel fest im Blick: Die Schwestern Jasmin und Carina Pfeistlinger (von links) sind begeisterte Bogenschützinnen. Fast jedes Wochenende nehmen sie an Wettbewerben in ganz Deutschland und im Ausland teil. 

Wolfershausen. Die Schwestern Jasmin und Carina Pfeistlinger aus Wolfershausen haben diverse Wettbewerbe im Bogenschießen gewonnen.

Sie schießen auf Wildschweine, Erdmännchen und Hamster - haben aber noch kein Tier verletzt. Die Schwestern Jasmin (13) und Carina Pfeistlinger (11) aus Wolfershausen sind begeisterte Bogenschützinnen. Ihr Ziel: Tiere aus Schaumstoff.

3D-Bogenschießen heißt der Sport, den die Mädchen vor einigen Jahren für sich entdeckt haben. „Jasmin hat damit angefangen und uns alle angesteckt“, erinnert sich Carina. „Die Technik hat mich fasziniert“, erklärt Jasmin, die mit acht Jahren mit dem Bogenschießen begonnen hat.

Zweiter Platz bei WM

Die Mädchen trainieren beim TSV Wolfershausen - dort wird allerdings nur auf Scheiben geschossen - und bei der Spangenberger Bogengilde, die über einen eigenen 3D-Parcours verfügt.

Auch Vater Thomas Bockhorn macht mit, er begleitet seine Töchter zu Wettbewerben. Und das mit Erfolg: Jasmin hat in diesem Jahr den 3D-Hessenpokal gewonnen und den zweiten Platz in der Schülerklasse bei der Weltmeisterschaft in Gödöllö (Ungarn) belegt. Ihre Schwester Carina siegte bei der Hessenmeisterschaft in Affoldern und belegte Platz zwei bei der deutschen 3D-Meisterschaft in Volkmarshausen.

„Jasmin und Carina landen meistens auf den vorderen Plätzen“, sagt Vater Thomas Bockhorn stolz.

Auch wenn der Spaß für die Mädchen im Vordergrund steht - ein bisschen Ehrgeiz gehört dazu. „Mein Traum wäre es, Weltmeisterin zu werden“, sagt Jasmin. 2016 würden die Schwestern gern bei der Europameisterschaft antreten. „Dafür müssten sie aber zeitweise vom Schulunterricht befreit werden“, sagt Vater Thomas Bockhorn.

Fast an jedem Wochenende sind die Schwestern mit ihrem Vater auf Tour. Sie fahren von Turnier zu Turnier, 33 Stück allein in diesem Jahr. Das viele Reisen macht ihnen aber nichts aus - auch wenn das bedeutet, dass sie ihre Freunde zuhause seltener sehen können. Aber bei den Turnieren lernen die Schwestern dafür neue Leute kennen. Bei den Wettbewerben sind viele Jugendliche dabei - als Mädchen sei man aber schon in der Minderheit.

„Es gefällt mir, dass wir beim Bogenschießen die ganze Zeit im Wald unterwegs sind“, sagt Carina. Bei Turnieren gibt es einen festen Parcours. „Man darf nicht kreuz und quer im Wald rumschießen“, sagt Thomas Bockhorn. Langweilig wird es bei den Turnieren nicht: Die Veranstalter lassen sich immer etwas einfallen, so gibt es zum Beispiel Mittelalterturniere, bei denen man in Gewandung schießt. „Das Schöne ist: Beim Bogenschießen gibt es kein richtig oder falsch“, sagt Carina. „Jeder hat seine eigene Technik.“

Auf Tiere zu schießen, sei für sie kein komisches Gefühl, sagen die Mädchen. Es sei ihnen ja bewusst, dass es nur Attrappen sind. Für Carina gibt es aber eine Ausnahme: „Eulen mag ich besonders gern. Auf die kann ich nicht schießen.“ Auch wenn sie nur aus Schaumstoff sind.

3D-Bogenschießen in Zahlen:

3 Schüsse darf ein Turnierteilnehmer maximal auf ein Ziel - das Schaumstofftier - abgeben. Die Treffer werden jeweils mit Punkten bewertet. Die höchste Punktzahl gibt es, wenn der Pfeil den Bereich des Tiers trifft, wo Herz und Lunge liegen würden („Kill“).

5 bis 65 Meter beträgt die Distanz zwischen dem Bogenschützen und seinem Ziel - je nachdem, wie groß das Schaumstofftier ist, auf das geschossen wird.

250 Meter weit kann ein abgeschossener Pfeil fliegen. Auf eine so große Distanz ist es aber nicht mehr möglich, ein Ziel genau zu treffen.

400 Stundenkilometer Geschwindigkeit kann ein abgeschossener Pfeil erreichen - normal sind etwa 230 bis 240 Stundenkilometer.

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