Bushaltestelle

Kinder warten gefährlich: Markierung an Bushaltestelle in Heßlar fehlt

Wenig Platz für die wartenden Kinder: (von links) Lucas Schmidt, David und Diana Dossmann, Mia Pioro, Moritz Stürmer, Felix Lutze und Anna Schmidt aus Heßlar warten jeden Morgen an der unmarkierten Bushaltestelle.
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Wenig Platz für die wartenden Kinder: (von links) Lucas Schmidt, David und Diana Dossmann, Mia Pioro, Moritz Stürmer, Felix Lutze und Anna Schmidt aus Heßlar warten jeden Morgen an der unmarkierten Bushaltestelle.

Wenn die Kinder aus Heßlar morgens auf den Schulbus warten, muss immer ein Erwachsener mit an der Haltestelle stehen. Denn seit Sommer fehlt die Markierung an der Melgershäuser Straße.

Heßlar – Und weil es Kinder sind, wird natürlich morgens schon mal gerangelt und gerannt auf dem schmalen Bürgersteig. Deshalb sind in der Regel zwei Elternteile an der Bushaltestelle, um die Kinder zu beaufsichtigen. Einer von ihnen ist Patrick Lutze, dessen Sohn auch jeden Morgen mit dem Bus zur Schule fährt. Er kritisiert die Stadt, weil diese nicht dafür sorgt, dass eine Markierung angebracht wird. „Muss denn erst was passieren, bis sie mal wach werden“, sagt er. Schon seit zwei Jahren sei die Bushaltestelle mangelhaft markiert. Als die Tochter von Melanie Pioro im Sommer 2019 eingeschult wurde, „war die Markierung auf dem Asphalt kaum noch zu lesen“, berichtet die zweifache Mutter.

Die Markierung

Im Oktober 2020 gab es eine Anordnung des Ordnungsamtes Melsungen. Das ist als Sitz des gemeinsamen Ordnungsamtes auch für Felsberg zuständig. Laut Ordnungsamtsleiter Frank Werner wurde angeordnet, dass die Bushaltestelle wieder markiert werden muss. Diese Anordnung ging direkt an Hessen Mobil und damit an die Straßenmeisterei Melsungen. Das ist ein Jahr her, getan hat sich in Heßlar seitdem nichts.

Hierzu sagt Hessen Mobil, zu der die Straßenmeisterei gehört, auf HNA-Anfrage: „Hessen Mobil hat im Rahmen einer großen Sammelausschreibung bereits im Frühjahr eine Fachfirma mit den Arbeiten beauftragt. Verwendet werden soll ein besonders haltbares Material, eine sogenannte Heißplastik-Markierung.“ Aufgrund des regnerischen Sommers sei es der Firma bislang nicht gelungen, den nordhessenweiten Großauftrag komplett abzuarbeiten. Denn für das Auftragen seien mehrere trockene Tage am Stück nötig.

„Wir hoffen, dass in diesem Jahr noch die Markierung auch in Heßlar aufgetragen werden kann“, teilt Pressesprecher Marco Lingemann mit. Auf einer Länge von zwölf Metern soll es eine Zickzack-Linie geben und zusätzlich vier Meter hohe Buchstaben „BUS“, die die Haltestelle markieren.

Der Bürgersteig

Die Heßlarer Eltern kritisieren, dass der Bürgersteig an der Bushaltestelle nur 95 Zentimeter breit sei. Gemäß einer gesetzlichen Vorgabe muss der aber 1,50 Meter breit sein. Mit der Gestaltung der Bushaltestelle hat der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) nichts zu tun. Gleichwohl sagt Pressesprecherin Sabine Herms: „Wir würden es begrüßen, wenn sie baulich verändert wird, weil es dann mehr Qualität für die Haltestelle bedeuten würde.“

Hessen Mobil ist auch nicht zuständig: „Wir sind nur für die Fahrbahn zuständig“, sagt Pressesprecher Lingemann. Bürgersteige seien Sache der Stadt.

Hierzu sagt Klaus Albert, Erster Stadtrat von Felsberg: „Irgendwann wird man da rangehen.“ Aber erst, wenn die Straße saniert wird, die in der Vergangenheit immer mal wieder geflickt worden sei. Wann das sein wird, kann der Stellvertreter von Bürgermeister Volker Steinmetz nicht sagen. „Aber wir müssen uns dann mal hinsetzen und sehen, wie dringend das ist.“ In dem Zuge könne auch über ein neues Wartehäuschen nachgedacht werden.

Das Wartehäuschen

Denn wenn es regnet, während die Schüler morgens auf den Bus warten, werden sie nass. Es gibt zwar ein Wartehäuschen. Das steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite und werde kaum genutzt, sagen die Eltern der Schulkinder. Denn die Kinder steigen an der Haltestelle mit dem Häuschen mittags nur aus und gehen direkt nach Hause. Und die Heßlarer, die am häufigsten mit dem Bus fahren, sind die Schulkinder. (Claudia Feser)

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