Von Mitfahrerbank bis flexiblen Busfahrten

Mobilität auf dem Dorf: Klimafreundlich kann günstiger und sozialer sein

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Autonome Dorfmobilität: Was sich hinter diesem Projekt verbirgt, erläuterten Sabine Neef und Michael Fuder unter dem Motto „Mobilität der Zukunft geht klimafreundlicher, besser, billiger und sozialer” in Felsberg.

Klimafreundliche Mobilität im ländlichen Raum ist ein Projekt der Zukunft. In Felsberg sind Beispiele vorgestellt worden.

Mobilität in der Zukunft geht im ländlichen Raum auch klimafreundlicher, besser, billiger und sozialer. Das waren Thema und Botschaft einer öffentlichen Präsentation in der Felsberger Drei-Burgen-Schule. 

Wie ein im Landkreis Wolfenbüttel gestartetes Modellprojekt Autonome Dorfmobilität auch auf Felsbergs Stadtteile übertragen werden könnte, erläuterten Sabine Neef und Michael Fuder vom Braunschweiger Unternehmen Merkwatt. 

Neef und Fuder erarbeiten auch das Felsberger Klimaschutzkonzept, das bis Ende des Jahres vorliegen soll. Grundidee der Autonomen Dorfmobilität ist, für jeden Menschen und jeden Bedarf das richtige Verkehrsmittel anzubieten.

Klimaschutz kostet viel - Kein Klimaschutz kostet mehr

„Klimaschutz kostet richtig viel Geld“, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz unter Hinweis auf die aktuellen bundespolitischen Diskussionen. Dabei gehe unter, dass unterlassener Klimaschutz noch viel teurer komme: „Vorboten davon erleben wir zunehmend.“

Bei der Mobilität sei – so Steinmetz – kurzfristig das Gegenteil der Fall, auch und gerade im ländlichen Raum: „Klimafreundlich organisiert könne sie sogar billiger, sozialer und auch besser werden.“

Voraussetzung sei, die Menschen in den Dörfern werden mit Unterstützung der Kommune selbst aktiv. Wie es gut funktionieren kann, schilderten Neef und Fuder am Beispiel des von ihnen entwickelten Projektes Autonome Dorfmobilität. 

Acht von 100 Dörfern mit über 8000 Einwohnern in drei Regionen im Landkreis Wolfenbüttel nehmen daran teil. Felsberg sei gesegnet mit einem guten Bahnhof mit guten Anbindungen, sagte Fuder.

Die meiste Zeit stehen Autos rum

Typisch Dorf sei auf der anderen Seite: Dörfer voller Autos. In 92 Prozent der Zeit stünden „die Autos rum“. Wie soll ich zum Arzt kommen? Wie soll ich einkaufen? Wie komme ich aus der Bar nach Hause? Wer holt das Kind von der Party ab?

All diese Themen sprachen die Fachleute an. Die Autonome Dorfmobilität biete, ökologisch vertretbar für alle, Lösungen an für dauerhafte Strukturen aus eigener Kraft mit öffentlicher Unterstützung.

Beispiele für Autonome Dorfmobilität

Flexible Busfahrten

Mit Anmeldung zum Bahnhof, zum Kindergarten, für Senioren. Abends steht der von der Dorfgemeinschaft verwaltete Bus Vereinen, Verbänden zur Verfügung. „Das ist das Prinzip des Bürgerbusses, den es hier schon gibt“, sagte Martin Gräfe (Guxhagen), Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Felsberg.

Mitfahrerbank

Von der Bushaltestelle oder einer Sitzgelegenheit aus gibt es ein Mitfahrpunkte-Netz für Bereiche, die man mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht erreichen kann. Autonome Dorfmobilität sei aber keine Konkurrenz zum ÖPNV, betonte Fuder.

Nachbarschafts-Fahrdienst

Beispielsweise zum Arzt. Es sei leicht, Menschen zu finden, die sich anbieten, sagte Fuder zu den Erfahrungen im Kreis Wolfenbüttel. Alles sei eine Frage der Akzeptanz, meinte ein Bürger zu den Möglichkeiten und Modellen. Fuder: „Der lange Atem ist gefragt.“

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