Kulturträger Nummer eins:

Sängerkreis Heiligenberg: Ein Aufruf zum Optimismus

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Herzlichen Dank: von links Christian Möller, Ulli Schmidt, MSB-Präsident Volker Bergmann, Bürgermeister Jürgen Roth, Monika Asthalter, Simone Huy.

Der Sängerkreis Heiligenberg mit derzeit 31 Chören in 25 Vereinen, 689 Sängern und 998 fördernden Mitgliedern sei weiterhin mit sinkenden Mitgliederzahlen konfrontiert.

Insgesamt aber werde heute mehr gesungen als vor Jahrzehnten. Das erklärte Kreisvorsitzender Volker Bergmann beim Kreissängertag im Bürgerzentrum Niederbeisheim. Die Qualität des Chorgesangs sei heute besser als früher, betonte Bergmann. Als Beispiele nannte er den Rainer Schmidt-Chor in Melsungen, die neuen Chöre in Grifte, aber auch Altmorschen mit Heinebach und Wollrode.

„Wir sind sicher nicht der Herd der Glückseligkeit, aber wir sind Kulturträger Nummer eins als Garant für unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung”, sagte Bergmann. „Die Talsohle haben wir noch nicht durchschritten”, sagte Bergmann. Nach seinen Angaben hatte der Sängerkreis Heiligenberg vor 20 Jahren noch 3300 Gesamtmitglieder gegenüber heute 1687, und damals seien es noch 47 Chöre in 40 Vereinen gewesen.

Der Männergesangverein 1903 Niederbeisheim begrüßte die Delegierten und Gäste des Kreissängertages.

Man dürfe keinesfalls in Pessimismus verfallen, mahnte der Vorsitzende vor den 48 Delegierten. Und rief zum Optimismus auf. Der Chorgesang brauche Kontinuität: „Sie ist die Basis kulturellen und damit verbundenen sozialen Wirkens.” Zur aktuellen Problematik sagte Bergmann, es handele sich nicht vorrangig um ein Problem der Sängerschaft, sondern um ein gesellschaftliches und somit gesellschaftspolitisches Problem.

Der Vorsitzende zitierte die Sängerin Mercedes Sosa: „Solange wir singen, leben wir.” In keiner Zeit seien die Chöre so notwendig gewesen „wie heute im Zeitalter der menschlichen Anonymität in einer sich immer mehr – viel zu ihrem Nachteil – verändernden Gesellschaft, die manche spalten wollen”.

Trotz rückläufiger Zahlen im Sängerkreis gab es im Sängerbezirk Unteres Fuldatal im Vorjahr einen Aufwärtstrend, berichtete Bezirksvorsitzender Berthold Weber aus Röhrenfurth. Die Zahl der Sänger stieg um 30 – darunter vier Kinder und Jugendliche – auf 243. Die Zahl der Aktivitäten stieg um 29 auf 520. In den zwölf Chören des Bezirks seien 82 älter als 70 Jahre, 19 älter als 80.

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