Lebensqualität in Felsberg stärken: Dorfmoderation zur Ortsdurchfahrt  

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Viele gute Ideen wurden zusammengetragen: An vier Tischen formulierten die Bürger ihre Wünsche zum Rückbau der Ortsdurchfahrt Felsberg nach Fertigstellung der neuen Umgehung. Aus allen Wünschen erarbeitet die Arbeitsgemeinschaft Dorfentwicklun g Jung, Lüdeling und Partner nun ein Gesamtkonzept. 

Felsberg – Der Rückbau der Ortsdurchfahrt Felsberg war Thema der Bürger-Information im Zuge der Dorfmoderation.

 Das ist ein Förderprogramm, bei dem es in Felsberg auch um die Zukunft der Dorfgemeinschaftshäuser und die Grünflächenpflege geht. Mehr als 100 Felsberger kamen am Dienstag zur Veranstaltung zum Thema Ortsdurchfahrt.

Wenn Ende des Jahres die Umgehungsstraße fertig ist, soll die jetzige Landesstraße zur Stadtstraße herabgestuft werden. Dann soll das Leben an der 1,5 Kilometer langen Ortsdurchfahrt lebenswerter werden.

Dafür gab es am Ende der fast zweieinhalbstündigen Runde eine Fülle von Vorschlägen, die nun ausgewertet werden. Bis zu den Sommerferien will die mit der Dorfmoderation beauftragte Arbeitsgemeinschaft Dorfentwicklung aus Detmold diskussionsfähige Unterlagen vorlegen, kündigte Geschäftsführer Hartmut Lüdeling an.

„Wir wollen die Lebensqualität in der Altstadt erhöhen, und dafür brauchen wir Sie“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. Und sagte am Ende: „Viele gute Ideen und Puzzles werden ein gutes Gesamtbild ergeben.“ Man werde auch die Bedenken der Bürger aufnehmen, „und es soll für Sie bezahlbar sein“.

Hessen Mobil ist nach Angaben des Bürgermeisters bereit, einen sechsstelligen Betrag für den Rückbau der jetzigen Straße bereitzustellen. Nach HNA-Informationen sollen das ungefähr 325 000 Euro sein. Das Stadtparlament müsse noch abschließend entscheiden. Beim Thema Geld kam Unmut im Saal auf, die Angst vor hohen Anliegergebühren war deutlich spürbar.

Dorfentwickler Lüdeling hatte diese Finanzierungsmöglichkeiten für den Rückbau genannt: „Öffentliches Fördergeld, Geld von Hessen Mobil, Eigenanteil der Stadt „und ein gewisser Anteil Erschließungskosten“. Die Sorge vor Anliegerbeiträgen könne er den Bürgern nicht nehmen, räumte Hartmut Lüdeling ein, „wir suchen eine Lösung, die den Geldbeutel schont, garantieren kann ich das aber nicht”. Viel Beifall bekam eine Bürgerin für den Hinweis, niemand sei bisher gefragt worden, ob überhaupt, was an der Straße geändert werden solle.

Tempo 30 an der Untergasse in Felsberg 

Das waren bei der Felsberger Bürger-Information in der Drei-Burgen-Schule die wichtigsten Wünsche für die einzelnen Straßenabschnitte. 

  •  Untergasse/Untertor: Durchgehend Tempo 30, mit einem festen Blitzer kontrollieren, Spielstraße, Parkplatzsituation verbessern, Plätze zum Verweilen vergrößern, kein Pflaster, weitere Stolpersteine zum Andenken an ehemalige jüdische Mitbürger, Grün-, Pflanzen und Beleuchtungskonzept.
  •  Obertor: Fünf Plätze entwickeln, alle Verkehrsteilnehmer müssen gleichberechtigt sein, mehr Blumenbeete, Tourismuskonzept. 
  • Niedervorschützer Straße: Tempo 30, keine baulichen Veränderungen, Durchfahrt für Lastwagen verbieten außer Anliegerverkehr, Bushaltestelle von der Pfarrer-von-Gehren-Straße an die Vorschützer Straße verlegen. 
  • Steinweg: Durchgehend Tempo 30, Bäume im unteren Bereich, sicheren Radweg, Fußgängerampel für den Zebrastreifen Steinweg/Posener Straße, Parkplatzsituation verbessern, Schulweg sichern, Berliner Platz neu gestalten.
  • Lkw-Sperre ab Deute: Zwischen Niedervorschützer Straße und Lohrer Straße bleibt die zukünftige Stadtstraße an dem Engpass am Bauernhof Fenge Landesstraße, damit von Böddiger kommende Lastwagen über die Lohrer Straße auf die Umgehung geleitet werden können. Gefordert wurde nun von Hessen Mobil, die Straße Deute-Böddiger-Felsberg schon in Deute deutlich für den Schwerverkehr zu sperren. Damit Laster gar nicht nach Felsberg kommen können. Es müsse garantiert sein, dass kein Lastwagen durch die Untergasse fahre. Wunsch: 
  • Wasserspiele

„Passt Wasser in unsere Kleinstadt?“ Diese Frage stellte Stadtrat Hans Poth, Kulturwart des Burgvereins und Stadtführer. Dorfentwickler Hartmut Lüdeling: „Wenn Sie einen Wasserfall wünschen, sagen Sie es.“ Tatsächlich wurde in der Diskussionsrunde der Wunsch geäußert, den vorhandenen Brunnen an der Untergasse 22 für ein Wasserspiel zu nutzen. Auch diese Anregung Poths wurde in die Wunschliste aufgenommen: Die ehemaligen Stadttore Obertor und Untertor sollten wieder sichtbar gemacht werden.

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