Felsberg 

Lymphom-Selbsthilfegruppe will informieren und Mut machen 

Rhünda. Der 15. September ist der Welttag des Lymphoms - eine Krebserkrankung des Lymphsystems. Wir stellen aus diesem Anlass  die Arbeit der Lymphom- und Leukämie- Selbsthilfegruppe Nordhessen vor, der Gründer Heinz Siemon aus Rhünda kommt. 

Die Diagnose hat Heinz Siemon aus Rhünda hart getroffen. 2006 erkrankte der damals 64-Jährige an Krebs. Bei Siemon wurde ein Non-Hodgkin-Lymphom festgestellt. Dabei handelt es sich um ein bösartiges Lymphom. Ein Lymphknoten hatte sich in Siemons Magen gebildet und bereitete ihm Probleme. „Die Diagnose war ein schwerer Schock und die Chemotherapie war ziemlich anstrengend“, sagt Siemon. Mittlerweile geht es ihm wieder gut.

Damals gab es Informationen zu Leukämie und Lymphomen durch eine Selbsthilfegruppe nur in Marburg und Göttingen, jedoch nicht in der Umgebung von Kassel. Die Onkologin Prof. Dr. med. Jutta Hübner lud 2007 auf Heinz Siemons Wunsch zu einer Informationsveranstaltung ein. Die Informationen und der Austausch mit Betroffenen tat Siemon sehr gut. Daraufhin gründete er im gleichen Jahr die Leukämie- und Lymphom-Selbsthilfegruppe Nordhessen, um Erkrankten und deren Angehörigen Informationen, Erfahrungsaustausch und Rückhalt zu bieten. Mitlerweile treffen sich 29 Personen regelmäßig, um sich auszutauschen und sich zu informieren. Zusätzlich bietet die Selbsthilfegruppe Vorträge von Ärzten und Diskussionsrunden an. 

„Wir sind eine offene Gruppe ohne Mitgliedschaft. Der Erfahrungsaustausch und das Verständnis untereinander sind sehr wichtig“, sagt Heinz Siemon, „bei uns wird auch gelacht und es entstehen neue Freund- und Bekanntschaften.“ Neben den regelmäßigen Treffen gibt es auch gemeinsame Freizeitaktivitäten. „Ich möchte die Menschen ermuntern, trotz Krankheit am Leben teilzunehmen und die Krankheit dadurch besser zu bewältigen“, sagt Heinz Siemon, der nicht nur seit 2008 Vorsitzender der Selbsthilfegruppe, sondern sich auch bei vielen anderen Organisationen tätig ist. Beim Bundesverband Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe arbeitet er als Schatzmeister. Der ehemalige Polizist sammelte bereits mehrfach mit der Polizeigewerkschaft Spenden für die Leukämie- und Lymphom-Hilfe. Zuletzt bot er mit der Gewerkschaft die Aktion „Pusten gegen Blutkrebs“ an. Dabei konnten die Besucher des Hessentages gegen eine Spende von einem Euro einen Alko-Test ausprobieren. Durch die Aktion kamen mehr als 900 Euro zusammen, die an die Stiftung Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH) übergeben wurden. Bei der Stiftung ist Siemon Mitglied des Kuratoriums, welches alle zwei Jahre vom DLH-Vorstand gewählt wird.

Hintergrund:  Lymphom ist eine Krebserkrankung des Lymphsystems und wird daher auch als Lymphdrüsenkrebs bezeichnet, erklärt Heinz Siemon. Man spricht von einem bösartigen Lymphom, wenn sich gesunde weiße Blutkörperchen verändern und funktionsunfähig werden. Sie verdrängen gesunde Zellen, lagern sich im Lymphsystem und den Organen an und können dort zu Schwellungen führen. Die Krankheit wird in zwei Gruppen unterteilt: Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome.

• Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr im Selbsthilfetreffpunkt der KISS Kassel, Treppenstraße 4. Ansprechpartner ist Heinz Siemon, Tel. 05662/4617 und www.blutkrebs-hilfe-hessen.de Foto: Lena Langhoff

Rubriklistenbild: © Lena Langhoff

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