Felsberger Ehrenmal: Mahnung zum Frieden

Das Felsberger Ehrenmal: Vergiss sie nicht – das steht unter den Namen der Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges an der Rückseite des Ehrenmals. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg instandgesetzt und durch eine neue Beton-Abdeckplatte gesichert, die die damalige Gensunger Bauunternehmung Johannes Fröhlich stiftete. Foto: Schaake

Felsberg. Vor 85 Jahren wurde das Felsberger Ehrenmal eingeweiht. Zwölf Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges haben die Felsberger den Opfern ein Ehrenmal gewidmet.

Es wurde aus heimischen Basaltsteinen gemauert und vor genau 85 Jahren am Steinweg / Ecke Birkenallee eingeweiht. Zum Volkstrauertag findet an der Gedenkstätte jedes Jahr eine Feier mit Kranzniederlegung statt. Viele Felsberger nennen das Ehrenmal Kriegerdenkmal.

Den gefallenen Söhnen der Stadt Felsberg 1914 - 1918/1939 - 1945 und allen weiteren Opfern von Gewalt. So lautet die Inschrift auf der Vorderseite des Ehrenmals. Sie wurde bei der Renovierung nach dem letzten Krieg angebracht.

1914 bis 1918 starben für das Vaterland, steht auf der Granitplatte - es folgen 37 Namen aus Felsberg und vier aus Altenburg. Am Ende steht die Mahnung: Vergiss sie nicht! Auch jüdische Felsberger Bürger fielen im Ersten Weltkrieg.

Die Namen aller Opfer beider Weltkriege sind auf zwei Bronzetafeln im Turmeingang der Nikolaikirche verewigt. Auch die Namen der Vermissten und der Menschen, die durch Kriegseinwirkung starben, sind dort zu lesen unter der Überschrift „Gedenkt der Toten - bereitet den Frieden.“

Auffällig an einem Bericht der Kasseler Neueste Nachrichten vom Juni 1930 über das neue Ehrenmal ist, dass die Ausdrücke Krieg und Frieden nicht benutzt werden. Gleichwohl wird das Engagement eines Kriegervereins gewürdigt, „der sich in alter Soldatenliebe und Treue in den Mittelpunkt der ganzen Sache gestellt hat“.

In dem Zeitungsbericht vom 21./22. Juni 1930 ist unter anderem zu lesen: „Felsberg weiht am Sonntag, 22. Juni, nachmittags 3 Uhr, die mit großer Liebe und Hingabe von so vielen Spendern den Gefallenen und Verstorbenen des gewaltigen Völkerringens gewidmete Gedächtnisstätte in ernster Feier ein.“

Bereits 1928 hatte auf der Felsburg eine Tell-Aufführung zu Gunsten der Finanzierung des Ehrenmals stattgefunden. In dem Bericht werden „immerfort freudige Geber und rührige Hände“ gelobt. Auch Felsberger, die nun in England und Amerika lebten, hätten gespendet. Und auch freiwillige Arbeitsleistungen und Material-Fuhren werden erwähnt. Dass das Ehrenmal ohne öffentliches Geld gebaut worden sei, „ist ein gutes Zeichen des Opfersinns“.

Die gediegene, einfache wie schlichte Formung der gärtnerischen Anlage - so der Autor - sei die Idee des Justizinspektors Klaus, „der sein ganzes Können und zähes Ausharren in geradezu aufopfernder Hingebung an den Tag legte.“

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