Ministerium kündigt Bau von Schutzplanken an

Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zwischen Rhünda und Gensungen

Reinhart Wendel, Ortsvorsteher von Rhünda, steht an dem Geh- und Radweg entlang der Bundesstraße 253 zwischen Gensungen und Rhünda
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Gefährlicher Radweg: Zwischen der stark befahrenen Bundesstraße 253 und dem Geh- und Radweg zwischen Gensungen und Rhünda soll nun eine Schutzplanke angebracht werden. „Die fordern wir seit vielen Jahren, es ist ein Glück, dass hier noch nichts passiert ist”, sagt Ortsvorsteher Reinhart Wendel.

Der Geh- und Radweg zwischen Gensungen und Rhünda soll endlich sicherer werden.

Gensungen/Rhünda – Fußgänger und Radfahrer können den gemeinsamen Geh- und Radweg zwischen Gensungen und Rhünda auch ohne die von den Behörden beseitigten Gebotsschilder nutzen. Der 1,80 Meter breite Weg parallel zur Bundesstraße 253 soll im nächsten Jahr durch Schutzplanken gesichert werden. Das hat das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr angekündigt.Mit einer Umsetzung sei Anfang des Jahres zu rechnen. Diese Information hat der Rhündaer Heinz Siemon von Martin Weber erhalten, im Ministerium Leiter der Abteilung Straßen- und Verkehrswesen.

Nach dem Beseitigen der Gebotsschilder für einen gemeinsamen Geh- und Radweg hatte sich der Oberkommissar im Ruhestand verärgert zu Wort gemeldet und sich ans Ministerium gewandt – die HNA berichtete. Fast 40 Jahre war der heute 77-jährige Siemon bei der Polizei tätig. Er engagiert sich seit Jahrzehnten in der Kreisverkehrswacht Schwalm-Eder für die Sicherheit im Straßenverkehr. Nach Recherchen unserer Zeitung hatte das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil im Sommer auf Nachfrage erklärt, es sei denkbar, dass die Schilder wieder angebracht werden. Der Ortsbeirat Rhünda hatte dies mehrfach gefordert.

Heinz Siemon

Siemon hatte das Beseitigen der Schilder in Schreiben an die Behörden scharf kritisiert. Es sei ein Skandal, wenn man sich durch solches Handeln seiner Pflicht entziehe, sagt der ehemalige Schutzmann. Und: „Hätte man entlang der Bundesstraße die Schutzplanke, wie bereits 1995 öffentlich angekündigt, installiert, hätte man schon 25 Jahre Sicherheit gehabt.“

Tatsächlich gab es diese Ankündigung vor 25 Jahren. 50 Radfahrer eröffneten damals den langersehnten Radweg, berichtete die HNA am 27. Oktober 1995. Bürgermeister Klaus Stiegel hatte damals darauf hingewiesen, dass es schon vor 20 Jahren Forderungen nach diesem Radweg gegeben habe, man aber erst 1993 die notwendigen Flächen erwerben konnte. Das Problem ist, dass dieser Weg nur 1,80 Meter breit ist. Bei außerörtlichen gemeinsamen Fuß- und Radwegen müsse eine Mindestbreite von zwei Metern vorliegen, so Martin Weber.

Im Fall Gensungen-Rhünda kommen auch andere Beschilderungen wie zum Beispiel Gehweg oder Durchfahrt verboten mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ nicht in Betracht, da nach Einschätzung der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Kreises kein Verkehrsregelungs-Bedürfnis vorliege. Die Nutzung des Weges sei auch ohne Beschilderung weiterhin möglich.

Da zwischen Fahrbahn und Radweg nur wenig Platz zur Verfügung steht, wird die Schutzplanke zusätzlich mit einem Gleitschutz versehen, um die Radfahrer vor den scharfkantigen Pfosten zu schützen. Das teilt Kreissprecher Stephan Bürger mit. Polizei, Hessen Mobil und der Schwalm-Eder-Kreis seien übereingekommen, keine Beschilderung anzuordnen. Für die Beschilderung fehle dem Weg die notwendige Breite. Die Stadt Felsberg, so Bürger, habe zugesagt, die Pflege des Radweges zu übernehmen.

Der Ortsbeirat Rhünda sei froh, dass nach vielen Jahren nun endlich gehandelt werde, sagt auf Anfrage Ortsvorsteher Reinhart Wendel. Die Schutzplanke habe man seit Jahren gefordert, nachdem sie bereits vor 25 Jahren offiziell angekündigt worden sei. „Leider gab es immer wieder negative Antworten, und wir wurden vertröstet”, sagt Wendel, und: „Die Sicherung ist sinnvoll und notwendig: Ohne das ständige und beharrliche Bohren von Heinz Siemon hätten wir das nicht erreicht.” (Manfred Schaake)

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