Seit Ende April

Müll vor dem Spielplatz: Anwohner ärgern sich über illegale Entsorgung

Sperrmüll und Hausmüll stapeln sich vor dem Spielplatz in Gensungen.

Die Anwohner der Königsberger Straße in Gensungen blicken auf einen Müllberg, anstatt auf den grünen Rasen des Spielplatzes. Bereits seit Ende April wurde dort Müll illegal entsorgt.

Für die Abholung des Mülls fühlte sich laut Anwohnern aber keiner so richtig verantwortlich. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Rainer Bolduan. Er wohnt direkt gegenüber vom Spielplatz. Bei jedem Blick aus dem Fenster sieht er den Müllberg. „Da stapelt sich Sperrmüll und Hausmüll“, sagt er. Die Anwohner erzählen sich, dass sich dort mittlerweile schon Ratten tummeln sollen. „Essensreste, Milchkartons – das zieht Ratten natürlich an“, sagt er. Was Rainer Bolduan außerdem Sorge bereitet: Der Spielplatz wird eigentlich gerne von der nahegelegenen Kindertagesstätte Rappelkiste genutzt. „Das ist doch aber kein Platz für Kinder“, sagt er. Zwischen dem Sperrmüll, wie Stühlen und Schränken, lassen sich auch gefährliche Gegenstände finden – beispielsweise Bretter mit scharfen Kanten. „Die Verletzungsgefahr für Kinder ist groß. Auf einem abgestellten Kühlschrank sind die Kinder sogar hoch und runter geklettert“, erzählt er.

Die Anwohner der Königsberger Straße in Gensungen sind verärgert: von links Ruth Bolduan, Rainer Bolduan und Andrea Strippel.

Wer den Müll dort hinterlassen hat, sei den Anwohnern nicht bekannt. „Gerüchte gibt es viele“, sagt Andrea Strippel. Sie ist ebenfalls Anwohnerin und genervt vom Müllberg. Außerdem will sie gesehen haben, wie Menschen mit ihren Autos anhalten und weiteren Müll dazustellen. „Zwei Männer stiegen aus ihrem Auto aus, stellten Lattenroste ab und fuhren wieder“, erzählt sie. Es werde immer mehr. Die Menschen würden davon ausgehen, dass der Sperrmüll bald abgeholt wird, weil eine Abfuhr-Bestellung vorliege, erzählt sie. Das sei aber nicht der Fall.

Als in der vergangenen Woche Mitarbeiter des städtischen Bauhofs vor Ort waren, gingen die Anwohner davon aus, dass jetzt Schluss mit dem Müll sei. Doch Fehlanzeige: Die Mitarbeiter kamen eigentlich um den Rasen auf dem Spielplatz zu mähen. Das war aber aufgrund des Müllberges, der sich vor dem Zaun des Spielplatzes stapelt, derzeit einfach nicht möglich, erzählt Rainer Bolduan. „Sie sind wieder weggefahren.“

Seine Frau Ruth habe bereits das Ordnungsamt über den Müll vor dem Spielplatz informiert. „Doch die haben mich am Telefon nach Melsungen verwiesen, wo ich wiederum wieder zurück nach Felsberg verwiesen wurde“, erzählt sie.

Der Ärger über den Müllberg steige bei den Anwohnern mit jedem Tag. „Ich glaube auch langsam nicht mehr, dass der Müll so schnell wieder weggeräumt wird“, sagt Rainer Bolduan.

Das sagt der Bürgermeister

Bei der Zuständigkeit für Müllentsorgung gäbe es zwischen den Ordnungsämtern in Melsungen und Felsberg Schnittstellen, weshalb es möglicherweise zu Kommunikationsproblem gekommen sei, erklärt Bürgermeister Volker Steinmetz. Auf Nachfrage teilte er außerdem mit, dass die Enstorgung des Mülls am Freitag erfolgte.

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