Einblicke in die Heimatgeschichte 

Museum Gensungen öffnet nach zweijährigem Umbau

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Heimatgeschichte: von links Jörg-Harald Rode und Rolf Fröhlich vor einer der neu gestalteten Vitrinen.

Vom Schädel des ältesten Hessen bis zum Hubschrauberflug über den Heiligenberg: Das und viele weitere Einblicke bietet das wieder eröffnete Museum in Gensungen.

Nach über zweijährigen Umbau- und Renovierungsarbeiten wird das neu gestaltete Museum am Sonntag, 19. Mai – dem 42. internationalen Museumstag – um 14 Uhr wieder öffnen. Es ist an diesem Tag bis 17 Uhr geöffnet. Der Museumshof ist bewirtschaftet.

Dank der Initiative der Arbeitsgemeinschaft (AG) für Vor- und Frühgeschichte und einer Förderung durch das Land Hessen und den Hessischen Museumsverband konnte die seit 2017 laufende museumspädagogische Gestaltung mit multimedialen Präsentationsformen noch erweitert werden. Das verlängerte zwar die Schließungsphase, aber die AG zieht einen erfolgreichen Schlussstrich: Die Geschichte sei jetzt noch besser erlebbar und begreifbar.

„Wir haben unser Museum für die Zukunft fit gemacht“, sagt AG-Vorsitzender Jörg-Harald Rode. Der Schwalm-Eder-Kreis sei vom Hessischen Kunst- und Kulturministerium kürzlich in das Projekt Landkulturperlen aufgenommen worden.

Zu den Gesamtkosten von 160 000 Euro gab es nach Angaben der AG bis zu 80 Prozent Zuschüsse und Spenden. Den Löwenanteil der Arbeitsleistung erbrachten acht Mitglieder der AG: Sie leisteten 3800 Stunden freiwilligen Arbeitsdienst.

Der älteste Hesse – das ist der Eiszeitjäger von Rhünda. In der Nacht zum 20. Juli 1956 spülten die Fluten eines schweren Unwetters am Rhündabach einen Schädel frei, der nach wissenschaftlichen Untersuchungen etwa 12 000 Jahre alt ist. Die Nachbildung ist nach den Worten von Rode, Rolf Fröhlich und Kurt Sänger eine der Attraktionen des Gensunger Museums – deutschlandweit etwas Einzigartiges. Die Gensunger Geschichtskenner „tauften“ den Menschen, zu dem der Schädel gehört, Eiszeitjäger von Rhünda. Das Original befindet sich im Kasseler Landesmuseum.

Wichtigste Partner beim Umbau des Museums waren das Landesamt für Denkmalpflege, die Kommission für archäologische Landesforschung, die Universität Marburg, der Hessische Museumsverband und das Landesmuseum Kassel. Im ehemaligen Bürgermeisteramt Gensungen wird die Geschichte des Altkreises Melsungen aus der Zeit 200 000 Jahre vor Christi Geburt bis ins Mittelalter dokumentiert.

Auch für junge Menschen sei das Museum nun attraktiver: Die Geschichte werde durch technische Projekte besser vermittelt: im Original nur drei bis fünf Zentimeter großes Steinwerkzeug aus der Altsteinzeit wird auf einem Monitor bis zu 13-fach vergrößert. So kann der Betrachter die Bearbeitungsspuren gut erkennen.

Das Gensunger Museum besteht seit 1973. Die Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte zeigt schwerpunktmäßig archäologische Funde aus dem Altkreis Melsungen. Das älteste Stück ist ein Faustkeil aus dem Sunderbachtal. Zum Museum gehört auch eine Sammlung im Tagelöhnerhaus. Bisher kamen pro Jahr von April bis Oktober samstags und sonntags rund 1000 Besucher. 2015 waren es sogar 1350 Besucher. Die Arbeitsgemeinschaft ist für ihr Engagement mehrfach ausgezeichnet worden – unter anderem mit dem Paul-Dierichs-Preis unserer Zeitung, dem Hessischen Denkmalschutzpreis und dem Ehrenpreis des Schwalm-Eder-Kreises für beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement.

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