Anwohner können nicht mehr ruhig schlafen

Nach viertem Feuer in Böddiger bleiben Laternen nachts an

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Brand in Böddiger: In der Nacht zu Mittwoch hatte eine Gartenhütte gebrannt.

Felsberg. Und schon wieder ein Feuer in Böddiger: In der Nacht zu Mittwoch stand eine Gartenhütte in dem Felsberger Stadtteil in Flammen. Es war der vierte Brand innerhalb von sechs Wochen. Jetzt wurde die Verwaltung aktiv: Die Straßenlaternen im gesamten Stadtgebiet können nachts wieder eingeschaltet werden.

Das teilte Landrat Winfried Becker auf HNA-Anfrage mit.

Den Anfang wird Böddiger machen, denn in dem 600-Einwohner-Dorf geht die Angst um. Nach dem vierten Brand sagte ein Anwohner gegenüber der HNA: „Wir können schon nicht mehr ruhig schlafen. Immer wenn die Straßenbeleuchtung ausgeht, schlägt der Brandstifter zu.“

Um Geld zu sparen, hatte das Stadtparlament im Oktober 2014 beschlossen, die Straßenbeleuchtung nachts auszuschalten. Dieser Beschluss wurde im Januar 2016 vom Parlament im Zuge der Haushaltsberatungen gekippt: aus Sicherheitsgründen. Pendler, Frühaufsteher, Zeitungsausträger und Mitarbeiter der Müllabfuhr sollten sich bei Licht wieder sicherer bewegen, hieß es damals im Parlament.

Dieser Beschluss könne nach Mitteilung von Bürgermeister Volker Steinmetz erst umgesetzt werden, wenn die Genehmigung der Felsberger Etatplanung durch die Kommunalaufsicht des Landkreises vorliege. „Aber im Fall Böddiger ist Gefahr im Verzug“, sagte er, „da kann ich nicht warten“: Gestern Morgen habe er angeordnet, die Straßenlaternen im Dorf „so schnell wie möglich nachts wieder einzuschalten“.

Landrat Winfried Becker betonte auf HNA-Nachfrage, dass „alle Lampen sofort wieder eingeschaltet werden können“. Das sei eine Entscheidung des Felsberger Parlaments, „und die Kommunalaufsicht genehmigt nicht das Einschalten der Straßenlaternen, sondern den Haushaltsplan.“ Es gehe dabei um Sicherheit und Ordnung.

Umstellung nicht an einem Tag zu schaffen:

„So schnell wie möglich sollen im gesamten Felsberger Stadtgebiet die Straßenlaternen nachts wieder leuchten“, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz auf Nachfrage der HNA. In der vergangenen Nacht brannten die Laternen bereits in Böddiger. Im Stadtgebiet gibt es mehr als 50 Schaltstellen, an denen die Zeitschaltuhren umgestellt werden müssen. Steinmetz: „Das ist nicht an einem Tag zu schaffen.“ Mit der Umstellung wird der alte Zustand wieder hergestellt. Das heißt: Bis 21 Uhr leuchten alle Straßenlampen, anschließend gibt’s laut Verwaltung eine reduzierte Beleuchtungsstärke, soll heißen: Je nach Standort wird jede 2. oder 3. Laterne ausgeschaltet.

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