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Neue Ars-Natura-Skulptur wird im Mai in Felsberg eingeweiht

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Von: Manfred Schaake

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Am Schlüsselfrau-Modell: Grundstückseigentümer Dr. Hubert Schaake (von links), Dr. Karin Lina Adam und Sandrino Sandinista Sander von der Stiftung Ars Natura, dahinter: Helfer Jürgen Eichel. Rechts stehen Künstler Pablo Hirndorf mit seiner Frau Linda und Ortsvorsteher Klaus Döll, dahinter: Ortsbeiratsmitglied Ragnar Heil
Am Schlüsselfrau-Modell: Grundstückseigentümer Dr. Hubert Schaake (von links), Dr. Karin Lina Adam und Sandrino Sandinista Sander von der Stiftung Ars Natura, dahinter: Helfer Jürgen Eichel. Rechts stehen Künstler Pablo Hirndorf mit seiner Frau Linda und Ortsvorsteher Klaus Döll, dahinter: Ortsbeiratsmitglied Ragnar Heil © Manfred Schaake

Der Felsberger Rhododendrengarten wird um eine Attraktion erweitert. Auf Anregung von Ortsvorsteher Klaus Döll entsteht im Atelier des Künstlers Pablo Hirndorf im niedersächsischen Warpe eine Skulptur der Schlüsselfrau. Sie hat eine Beziehung zu Felsburg und wird so aufgestellt, dass man über und durch das Werk auf Burg und Kirche blicken kann.

Felsberg – Sie soll am 14. und 15. Mai eingeweiht werden. Die Schlüsselfrau und die sagenhafte Rose sind bereits im Flügelaltar der Nikolaikirche verewigt. Die Skulptur wird Teil des Ars Natura. Bisher gibt es im Felsberger Stadtgebiet nur auf dem Heiligenberg und am Sälzer Weg Kunstwerke. Der Ars Natura ist ein Projekt, das die Fernwanderwege Barbarossaweg und Wildbahn mit Kunstobjekten schmückt.

Die Stiftung wurde 2001 von den Künstlern Sandrino Sandinista Sander und Dr. Karin Lina Adam gegründet. Beide waren dabei, als der Standort der Schlüsselfrau festgelegt wurde. „Der Platz ist wunderschön und bietet viele Möglichkeiten vom Konzertbesuch bis zur Entspannung“, sagte Sander. Zur Schlüsselfrau startete die Stiftung eine Ausschreibung, an der sich zehn Künstler beteiligten.

Die Idee

„Felsberg ist mit Kunstwerken nicht so reich gesegnet“, sagt Ortsvorsteher Klaus Döll. Vor zwei Jahren hatten er und Dr. Hubert Schaake, Eigentümer eines Grundstückteils, die Idee mit dem zu Felsberg passenden Werk. Es ging um Hasenschütze oder Schlüsselfrau, denn die Felsberger haben den Spitznamen Hasenschützen. Man habe sich wegen des Bezuges zu Felsberg für die Schlüsselfrau entschieden und Kontakt zu Stiftungsvorstand und Kuratorium des Ars Natura aufgenommen. Ars Natura habe die Idee unterstützt.

Die Beschreibung

„Die Silhouette einer menschlichen Figur mit femininen Formen und erhobener Hand steht winkend vertikal auf der Rasenfläche“, sagt der Künstler über die Skulptur. Die freie Mitte ermöglicht den Blick auf den Burgberg. „Der Blick ist gigantisch, darauf habe ich die Skulptur ausgerichtet.“ Die freie Mitte lässt unten einen Schlüssel erkennen. Dort könnte man weiße Rosen pflanzen und in die Schlüsselfrau hineinwachsen lassen. „Ein Miteinander von Kunst und Natur.“

Das Material

Die Skulptur besteht aus Stahl. Die Form wird laut Hirndorf aus einer Stahlplatte geschnitten und an der Kante durch das Aufschweißen einer umlaufenden Blechkante stabilisiert. So könne die gesamte Form filigran gehalten werden, was dem Geisterhaften der Legende entgegenkomme. „Die Stahlflächen werden mit einem Sonnenschliff behandelt, sodass sie das Licht aus spielen lassen“, sagt er.

Die Finanzierung

Die Skulptur wird laut Döll aus Spenden finanziert. Die Sparda Bank Hessen sei mit 5000 Euro Hauptsponsor. Weitere Sponsoren wollen nicht genannt werden.

Die Sage

Die mehr als 1000 Jahre alte, von den ausgestorbenen Felsberger Grafen erbaute Felsburg war früher ein Schloss. Es wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Lange zuvor wohnte dort der Sage nach eine Gräfin, die im Besitz großer Schätze war. Noch heute seien sie in einem unterirdischen Gemach. Die Gräfin, die man Schlüsselfrau nennt, bewache sie. In der Neujahrsnacht zeige sie sich am Schlossberg und winke Vorübergehenden, denn sie werde nicht erlöst, bevor der Schatz gehoben ist, den sie hütet. Mancher habe schon die Chance gehabt, aber es fehlte der Mut, der Frau zu folgen. Ein Felsberger sah sie und bemerkte, dass sie ihm winkte. Mutig folgte er ihr in den Turm, sie stiegen eine Treppe hinab. Im Basaltberg sah er einen Goldhaufen, auf dem Tisch eine weiße Rose. „Nimm, was Dir das Beste scheint“, sagte die Frau. Der Mann griff nach dem Gold, heißt es im Hessischen Sagenbuch von Emil Schneider.

Dann war alles verschwunden. Der Mann lag am Hang des Schlossberges. Der Schrecken brachte ihm den Tod. Vorher schenkte er sein Vermögen der Kirche, die im Felde von Gensungen Ländereien kaufen sollte. Die Bedingung: In der Kirche sollten Messen zum Seelenheil der Schlüsselfrau gelesen werden. Auf dem Flügelaltar der Nikolaikirche stellte Bildhauer Andreas Tollhopf auf dem Weihnachtsrelief einen Bezug zur Schlüsselfrau her.

Spenden für Kameras

Zum Schutz der Schlüsselfrau vor Vandalismus werden nach Angaben von Döll Spenden von der Vereinsgemeinschaft erbeten. Kürzlich war Farbe auf Bänke und die Relax-Liege gesprüht worden. „Davor und vor roher Gewalt soll die Schlüsselfrau geschützt werden“, sagt Döll. Auch die mit Farbe besprühte Kulturbühne müsse man durch Videoüberwachung schützen.

„Datenschutz-Bedenken bestehen nicht, da es sich um Privatgelände handelt.“ Der Eigentümer erlaube das Betreten des Bereichs mit der Videoüberwachung.

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