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Neuer Glanz am Heiligenberg: Ars Natura erneuert zwei Kunstwerke in Gensungen

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Von: Manfred Schaake

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Stakelige „Beine“: Die neue Spinne am Ars Natura. Sandrino Sandinista Sander hat das Kunstwerk zusammen mit dem Mörshäuser Schmied Ron Mörseburger neu geschaffen. Bürgermeister Volker Steinmetz, links, freut sich mit Sander über die alte-neue Attraktion am Heiligenberg.
Stakelige „Beine“: Die neue Spinne am Ars Natura. Sandrino Sandinista Sander hat das Kunstwerk zusammen mit dem Mörshäuser Schmied Ron Mörseburger neu geschaffen. Bürgermeister Volker Steinmetz, links, freut sich mit Sander über die alte-neue Attraktion am Heiligenberg. © Manfred Schaake

Zwei Kunstwerke des Kunstpfades Ars Natura auf dem Gelände des Heiligenberges sind von der gleichnamigen Stiftung von Grund auf erneuert worden.

Gensungen – Die „fraktalen Astspinnen“ von Sandrino Sandinista Sander und „Die Gedanken sind frei“ von Hiltraud Peterova sind erneuert worden. „Wir sind Ihnen für Ihre Initiative sehr dankbar“, sagte Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz bei einem Ortstermin zu Sander. Der 1. Vorsitzende und Kurator der Stiftung war 2001 Mitbegründer.

Die 15 Kunstwerke am Heiligenberg sind nach den Worten von Steinmetz eine wichtige Kombination aus Kunst, Naherholung und Tourismus, „eine Attraktion für Felsberg“. Eine weitere wird im Mai hinzukommen: eine Skulptur der Schlüsselfrau im Rhododendrengarten.

430 Kunstwerke auf 380 Kilometern

Der Ars Natura mit seiner 2001 von Sander und Dr. Karin Lina Adam gegründeten Stiftung schmückt die Fernwanderwege Wildbahn und Barbarossaweg, die sich in Spangenberg kreuzen, mit inzwischen 430 Kunstwerken auf 380 Kilometern Länge. Weitere sieben kommen demnächst in Thüringen hinzu.

„Der Heiligenberg war die Geburtsstunde des Ars Natura, die Stadt Felsberg von Anfang an als Förderer beteiligt“, freut sich Sander. Die Stadt zahlt einen Beitrag, der auch für die Pflege der Kunstwerke verwendet wird.

Neue Noten am Alten Standort: Das Kunstwerk „Die Gedanken sind frei“ an der Wiese des Heiligenberges wurde erneuert.
Neue Noten am Alten Standort: Das Kunstwerk „Die Gedanken sind frei“ an der Wiese des Heiligenberges wurde erneuert. © Manfred Schaake

Zwei davon waren so sehr in die Jahre gekommen, dass sie jetzt von Sander und dem Mörshäuser Schmied Ron Mörseburger von Grund auf erneuert werden mussten: „Fraktile Astspinne“ und „Die Gedanken sind frei“. Neben der alten-neuen Astspinne aus Metallstäben geriet Bürgermeister Steinmetz dieser Tage ins Schwärmen.

„Spinnen sind fantastische Tiere und für die Vegetation unentbehrlich“, sagte er beim Ortstermin. Als das Ars-Natura-Projekt 2001 startete, war er bereits als Förster bei Hessen Forst beteiligt.

Zu der Erneuerung des Kunstwerks sagt er: „Es ist toll, wie Sandrino Sander das Werk künstlerisch neu in Szene gesetzt und damit für den Betrachter dauerhaft erhalten hat.“ „Im Gedenken am Hiltraud Peterova“ – das steht an dem Kunstwerk „Die Gedanken sind frei“.

Künstlerin suchte den Standort bewusst aus

Die inzwischen verstorbene Künstlerin aus Gebersdorf bei Schwalmstadt schuf das Kunstwerk aus Noten als eines der ersten, für Sander „ein wichtiges Werk in der Keimzelle des Ars Natura“. Den Standort hatte Sander seinerzeit ausgewählt. Das Kunstwerk war immer wieder repariert worden, zuletzt aber kaputt, wie es der Kurator formuliert: „Wenn ein Kunstwerk nicht mehr so aussieht wie am ersten Tag, ist das der Zeit geschuldet.“

Nunmehr sei die künstlerische Bedeutung des Kunstwerks wieder zu erkennen, die Bedeutung von „Die Gedanken sind frei“ in der heutigen Zeit besonders groß. Aus Metall und Tannenzapfen wurden die Noten in den Bäumen so konstruiert, dass sie die Betrachter möglichst lange erfreuen und dazu anregen, die Melodie anzustimmen. „Die Menschen können ja ihre eigenen Noten dranhängen“, sagt Sander. (Manfred Schaake)

Stiftung: Weltweit nichts Vergleichbares

„Es gibt weltweit nichts Vergleichbares“ – so beschreibt Sandrino Sander den Kunstpfad Ars Natura. „Die Resonanz ist riesig“, sagte er während des Ortstermins mit Bürgermeister Steinmetz. Der behutsame Weg mit Landschaft und Vegetation - das wesentliche Prinzip von Ars Natura, der Kunst am Wanderweg – finde mit den Themen Vegetation seine besondere Ausprägung, erfährt der Besucher.
Auf zwei Kilometern Länge rund um den Heiligenberg sei der Rundweg familienfreundlich. Das Landschaftsschutzgebiet mache eine sehr sensible Materialauswahl zur Herstellung des Kunstwerks erforderlich: „Nur naturverträgliche Materialien wie Holz, Stein, Ton, naturgefärbter Baumwollstoff kommen in Betracht.“ Ein Teil dieser Stoffe sei der natürlichen Zersetzung ausgesetzt. „Damit geht ein ständiger Veränderungsprozess der Kunstwerke einher, der dem Prinzip der Vergänglichkeit entspricht.“
Die Bedingungen des gewählten Ortes legen das Nachdenken über die Frage nahe, was Vegetation überhaupt sei, heißt es in der Beschreibung.

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