8000 Flaschen könnten im Frühjahr abgefüllt werden

Neun Tonnen Trauben: Gute Ernte am Böddiger Berg

Beladen bis an die Kante: Walter Kranz und Jan Machmar vom Bauhof der Stadt Felsberg sorgen für den Abtransport der vollen Traubenkisten. Fotos: Rehermann

Böddiger. Die Weinlese am Böddiger Berg war ein voller Erfolg - auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer, die mit anpackten.

70 Männer und Frauen bücken sich mit Gartenschere und Handschuhen zwischen die Rebstöcke am Böddiger Berg. Was sie ernten, geht in rote Kisten, die sich mannshoch am Hang stapeln. Mitarbeiter des Bauhofs Felsberg transportieren die Kisten ab. Dagmar Fischer, Sekretärin im Felsberger Rathaus, verteilt Kaffee und belegte Brötchen.

Mit dabei ist auch Jutta Messirek aus Jesberg. „Ich träume seit 20 Jahren davon, einmal hier mitzumachen, aber es hat nie geklappt“, sagt die 52-Jährige, die zum ersten Mal mithilft. Die Terminprobleme kennen auch Johanna und Helmut Nutschler aus Malsfeld. Sie sind vor zwei Jahren in Rente gegangen und ernten seitdem mit, was sie als Berufstätige nicht geschafft haben.

Wibke Cipa aus Hamburg hat sich indes extra Urlaub genommen, um bei der Weinlese zu helfen. Sie hat Verwandtschaft in Felsberg und pflückt zum vierten Mal mit. „Es macht einfach Spaß und man ist den ganzen Tag draußen.“

Klaus Stiegel, Vorsitzender des Fördervereins Böddiger Berg, schätzt so viel Engagement: „Ohne die Helfer wäre das alles hier nicht möglich“, sagt er.

Der ehemalige Bürgermeister von Felsberg ist rundum zufrieden mit der Ernte: Kein Frost hat die Pflanzen im Frühjahr geschädigt und der Sonnenschein der vergangenen Wochen hat den Trauben noch einmal ordentlich Süße gegeben. Die brauchen sie, um dem Wein nach der Gärung einen ausgewogenen Geschmack zu verleihen.

Mindestens 8000 Flaschen vom Böddiger Berg, schätzt Stiegel, könnten im Frühjahr abgefüllt werden. „Von der Menge und auch der Qualität her ist das eine der besten Ernten der letzten Jahre“, sagt er. Tatsächlich werden die Mitarbeiter des Bauhofs am Ende des Tages rund neun Tonnen Früchte verladen haben.

Damit keine von ihnen übersehen wird, übernimmt Willi Salzmann die Nachlese: Mit einem schwarzen Eimerchen bewaffnet sucht er in den bereits abgeernteten Reihen nach vergessenen Trauben. Salzmann ist seit Gründung des Fördervereins vor 23 Jahren mit dabei. Dass er bei der Weinlese mithilft, ist für ihn selbstverständlich geworden. Man kenne sich mittlerweile gut, sagt er, und fasst damit zusammen, weshalb so viele Helfer wiederkommen: „Letzten Endes ist das wie ein Familientreffen.“

Weinlese am Böddiger Berg

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