Verkauf nur in Felsberg

Neuer Wein vom Böddiger Berg ist da: Nur 1200 Flaschen im Handel

Arbeitseinsatz auf dem Böddiger Berg: Mitglieder des Fördervereins pflanzten jetzt 110 neue Weinstöcke. Unser Bild zeigt von links Dr. Axel Bangert, Mario Krieger, Michaela Heislbetz, Manfred Wolf, Dr. Hubert Schaake, Hans-Jürgen Heise, Klaus Stiegel, Markus Semmler, Karl Heinz Gräser und Madeleine Iber.
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Arbeitseinsatz auf dem Böddiger Berg: Mitglieder des Fördervereins pflanzten jetzt 110 neue Weinstöcke. Unser Bild zeigt von links Dr. Axel Bangert, Mario Krieger, Michaela Heislbetz, Manfred Wolf, Dr. Hubert Schaake, Hans-Jürgen Heise, Klaus Stiegel, Markus Semmler, Karl Heinz Gräser und Madeleine Iber.

Für alle, die den fruchtigen Tropfen vom nördlichsten Weinberg Hessens lieben, gibt es wie im Vorjahr eine gute und eine schlechte Nachricht.

Felsberg - Der neue Jahrgang vom Böddiger Berg ist am Dienstag, 15. Juni, ab 8 Uhr in Felsberg erhältlich. Es kommen aber nur 1200 Flaschen in den Handel, und die Flasche koste jetzt zehn statt bisher neun Euro. Das teilte der Förderverein Böddiger Berg mit. Der Verkaufspreis musste aufgrund der allgemeinen Kostensteigerungen erneut um einen Euro pro Flasche angepasst werden. So beschreibt Altbürgermeister Klaus Stiegel, seit 1993 Vorsitzender des Fördervereins Böddiger Berg, den „Wermutstropfen“.

Wegen der schlechten Ernte im Vorjahr und der geringen Menge gibt es den Wein in diesem Jahr nur im Autohaus Rietschle, aber nicht – wie bisher – bei Edeka Pollmer in Wabern. An jeden könnten maximal nur sechs Flaschen abgegeben werden. Dafür, so Stiegel, bitte man erneut um Verständnis. Es ist keine Vorbestellung möglich.

Einmal mehr wird deutlich, wie sehr die Ernte von der Natur abhängig ist. Gab es im Jahr 2018 – wie übrigens auch in 2002 – noch 10 000 Flaschen, so waren es im Vorjahr nur 5700 Flaschen. Davon kamen 3000 in den Handel. Dieses Jahr konnten insgesamt nur 3000 Flaschen abgefüllt werden. Dass nur 1200 Flaschen in den Verlauf kommen, liegt auch daran, dass die 35 Mitglieder des Fördervereins und Gastronomiebetriebe berücksichtigt werden müssen, die den Förderverein seit Jahren unterstützen. Der Böddiger Berg ist auch in heimischen Hotels und Gaststätten im Ausschank. Sie sind laut Stiegel auf der Internetseite des Fördervereins aufgeführt.

„Zahlreiche Nachfragen beweisen, dass viele Freunde und Kenner des Böddiger Berges schon voller Sehnsucht auf den neuen Jahrgang warten“, sagt Klaus Stiegel im HNA-Gespräch. Dass der Wein erst jetzt ausgeliefert werden kann, hängt auch mit Corona zusammen. Das Warten hat sich aber gelohnt, meint Stiegel: „Es ist wieder ein gelungenes, gut ausgereiftes Produkt.“ Das zeichne sich durch seine typischen Aromen und Geschmacksnoten der besonderen Lage aus.

Trotz der geringen Erntemenge auch aufgrund später Nachtfröste im Frühjahr 2020 – die Trauben hatten eine gute Qualität. Der Fruchtzuckergehalt lag bei 84 Grad Öchsle gegenüber 89 im Jahr davor. Die natürliche Säure wurde von zehn auf acht Gramm reduziert. Stiegel: „Es ist erneut ein wohlschmeckender, frischer und gehaltvoller Wein, der dem Spitzenerzeugnis der beiden Vorjahre in nichts nachsteht.“

Traditionell habe man den Wein „wieder trocken ausgebaut“, und der entspreche den Erwartungen seiner langjährigen Anhänger. Etwas verächtlich wurde der Böddiger Berg früher als Drei-Männer-Wein bezeichnet. Weil zwei Männer den, der ihn trinkt, festhalten mussten. Unter der Politprominenz gibt es viele Liebhaber des Böddiger Berges.

Stiegel und alle Unterstützer erhoffen sich für dieses Jahr eine bessere Ernte. Vor der Rekordernte 2018 nach einem heißen und trockenen Sommer hatte es im Jahr davor nur 1850 Flaschen von nur 2,5 Tonnen Trauben gegeben. Dieser Jahrgang war im Handel gar nicht erhältlich.

2015 waren zehn Tonnen geerntet worden, 2014 waren es nur 1,8 Tonnen, 2013 dagegen 9,4 Tonnen. (Manfred Schaake)

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