Wegen Vollsperrung von Steinweg

Überfüllte Straße: Felsberger haben Angst um Sicherheit der Kinder

Der Steinweg ist voll gesperrt: Deshalb nutzen viele Verkehrsteilnehmer die Straße Zum Haintor.
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Der Steinweg ist voll gesperrt: Deshalb nutzen viele Verkehrsteilnehmer die Straße Zum Haintor.

Wegen des Baus der Felsberger Ortsumgehung ist die Straße Zum Haintor überlastet. Autofahrer umgehen über diese Straße die Vollsperrung des Steinwegs. Die Situation macht Anwohnern zu schaffen.

Felsberg – Einige Felsberger protestieren gegen den wachsenden Verkehr auf der Straße Zum Haintor. Sie fordern eine Einbahnregelung auf dieser Straße, um mehr Platz und Sicherheit für Fahrzeuge, Radler und Fußgänger zu schaffen. Die Stadt Melsungen, die den gemeinsamen Ordnungsbezirk unter anderem für Felsberg mitverwaltet, will künftig auf Tempomessungen setzen.

Nicht nur an diesem Nachmittag im August wird es richtig eng auf der Straße Zum Haintor in Felsberg. Autos drängen sich auf der schmalen Fahrbahn aneinander und an Fußgängern vorbei, für die es keinen Bürgersteig und an einer besonders neuralgischen Stelle mit beidseitigen Begrenzungsmauern auch kein Entkommen gibt. Zwei Radfahrer, die gerade von Autos überholt werden, haben Glück: Die Überholenden haben Platz auf der Gegenfahrbahn, weil dort ein schwerer Lkw fast ganz auf der unbefestigten Bankette stehend warten muss, weil er ohnehin nicht vorbeikommt. „Ich bin sonst immer mit dem Rad zur Arbeit nach Gensungen gefahren. Jetzt bin ich wieder aufs Auto umgestiegen, weil es hier zu gefährlich ist. Auch meine Tochter kann ich dort nicht zur Schule laufen lassen“, sagt Marcel Kordel.

Der mehrfache Familienvater aus Felsberg beschwert sich nicht allein über die Verkehrssituation an der Straße Zum Haintor: Zum Termin mit der Presse sind auch Holger Knorr, direkter Anwohner, und Sven Priester, der unweit am Chattenweg wohnt, gekommen. Das Problem aus ihrer Sicht: Die Straße Zum Haintor ist wegen des Verkehrs, der die beidseitige Vollsperrung des Steinwegs an dem im Bau befindlichen Sparkassen-Kreisel in Richtung von und nach Gensungen umgeht, überlastet und gefährlich. Daran ändere auch die zwischenzeitlich erfolgte Tempo-Reduzierung auf 20 Km/h nichts. „Wenn freie Fahrt ist, fährt keiner 20 Km/h. Wir wollen nicht warten, bis ein Kind unter dem Auto liegt“, sagt Anwohner Holger Knorr. Außerdem steige die Gefahr im Dunkeln noch, weil nur etwa drei der Straßenlaternen dort funktionierten. Es müsse eine Einbahnstraßenregelung her, um die Situation zu entschärfen. Als Umfahrung in die Gegenrichtung schlagen die drei eine weitere Einbahnroute im Süden des Ortskerns über die Untere Birkenallee und den Ederweg vor. Das hat nur einen Haken: Diese südliche Umleitung müsste die im Bau befindliche Ortsumgehung der L 3220 in Felsberg kreuzen. Die Verkehrsbehörde Hessen-Mobil lehne eine vorgezogene Verkehrsfreigabe dieses Querungsbereichs aber ab. Dabei seien dort nur noch einige Meter Straße zu asphaltieren. Eine Querung sei aus haftungsrechtlichen Gründen nicht möglich, heißt es vom Ordnungsamt.

Die Straße Zum Haintor werde im Schnitt von 4800 Fahrzeugen täglich befahren, sagte Jennifer Bovel vom Ordnungsamt auf Anfrage. Sie weist darauf hin, dass es für den innerörtlichen Verkehr überhaupt keine Umleitung gebe. Der überörtliche Verkehr werde über Altenburg, der Schwerlastverkehr über Wabern umgeleitet. Nur für den Radverkehr sei die Straße Zum Haintor als Umleitung vorgesehen. Derzeit prüfe die Stadt Felsberg, ob Fußgänger Privatgelände als Fußweg nutzen können. Im Übrigen seien Geschwindigkeitskontrollen geplant.

Das sagt Hessen Mobil

Auch die Verkehrsbehörde Hessen Mobil weist darauf hin, dass wegen der Bauarbeiten am Sparkassen-Kreisel eine weiträumige Umleitung für Pkw und Lkw über Altenburg (K 135) und Wabern (B 253 und B 254) eingerichtet worden sei. Eine südliche Umleitung des innerörtlichen Verkehrs in Felsberg sei weder von der dafür zuständigen Stadt Felsberg noch von Hessen Mobil in Betracht gezogen worden. Diese Route sei aus zwei Gründen nicht möglich, erläuterte Marco Lingemann von Hessen Mobil auf Anfrage: Zum einen sei die Freigabe des dann zu querenden Teilstücks der neuen Umgehungsstraße schon wegen der offenen Haftungsfragen kompliziert. Denn dort herrsche Baustellenverkehr. Zum anderen sei der Ederweg, auf dem die Umleitung dann weiter geführt werden müsste, nur ein Wirtschaftsweg und nicht für den Autoverkehr geeignet. Die Felsberger werden laut Hessen Mobil noch länger als vorhergesehen mit der Baustelle des Kreisels auf dem Steinweg und dessen Anbindung an die neue Ortsumgehung leben müssen. Diese Arbeiten würden noch bis in den November hinein dauern, teilte Lingemann mit. Der schlechte Zustand vieler Versorgungsleitungen im Untergrund des Steinwegs sei so nicht vorhersehbar gewesen. Die Umgehungsstraße werde noch in diesem Jahr freigegeben. „Wir wissen um die Beeinträchtigungen, die eine Baustelle insbesondere in solch einem verkehrlichen Nadelöhr innerhalb einer Ortsdurchfahrt mit sich bringt und bitten um Verständnis. Unser Ziel ist es die Beeinträchtigungen sowohl für die Anwohner als auch für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.“

Von Peter Dilling

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