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Pläne für Hilgershäuser Kita werden konkreter

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Hier soll Neues entstehen: Heinrich Schmidt (links) und Walter Kirchhoff vor dem leer stehenden Haus an der Straße In der Ecke 2 in Hilgershausen.
Hier soll Neues entstehen: Heinrich Schmidt (links) und Walter Kirchhoff vor dem leer stehenden Haus an der Straße In der Ecke 2 in Hilgershausen. © William Abu El-Qumssan

Der Kita-Neubau in Felsberg geht schleppend voran, bislang gab es aber keinen konkreten Gegenvorschlag. Doch in Hilgershausen werden nun Pläne geschmiedet. So ist der Stand der Dinge.

Hilgershausen – Von der bestehenden Planung zum Kita-Neubau in Felsberg lassen sich die Hilgershäuser nicht beirren: Mit dem Arbeitskreis „Unser Dorf hat Zukunft“ treiben Ortsvorsteher Heinrich Schmidt und Walter Kirchhoff die Pläne für eine Stärkung des Ortskerns voran – wozu auch eine Kita gehören soll.

Bei einem öffentlichen Ortsrundgang in der vergangenen Woche wurden die Grundstücke für die geplante Kita besichtigt. „An der Straße In der Ecke stehen zwei Häuser, die abgerissen werden können“, sagt Schmidt. Er spricht von den Hausnummern 2 und 3.

Hilgershausen: Zwei Gebäude sollen für Kita abgerissen werden

Hausnummer 3 steht auf derselben Straßenseite und in unmittelbarer Nähe zum Dorfgemeinschaftszentrum (DGZ). „Nimmt man einen Teil vom hinteren Bereich des DGZ zum Grundstück dazu, könnte eine Fläche von etwa 1000 Quadratmeter für die Kita geschaffen werden“, sagt Schmidt. Die beiden Häuser seien irreparabel und die Abrissgenehmigungen bereits erteilt.

Die Planung für eine Kita in Hilgershausen soll ein ernst zu nehmender Gegenentwurf zur angedachten sechsgruppigen Kita in Felsberg sein, denn das Projekt geht bislang nur schleppend voran (wir berichteten). „Wir wollen einen konkreten Vorschlag machen und nicht blockieren“, betont der Ortsvorsteher.

Für das Grundstück In der Ecke 2 gebe es mehrere Ideen. „Sinnvoll sind auf jeden Fall Parkplätze für Mitarbeiter der Kita und für die Eltern“, sagt Schmidt. Außerdem sei ein Kiosk eine Möglichkeit. „Hier herrscht viel Durchfahrtsverkehr. Das könnte sich lohnen.“

In direkter Verbindung zu einer Kita in Hilgershausen steht allerdings auch eine Änderung der Pläne der Kita in Felsberg. Statt sechs Gruppen würde in Felsberg nur ein Gebäude für vier Gruppen gebaut werden, so die Idee von Felsbergs Ortsvorsteher Klaus Döll, der auch bei dem Rundgang in Hilgershausen dabei war.

Um diese Grundstücke geht es: Auf dem rot, orange und gelb markierten Gelände soll genug Platz für die Kita sein. Im blauen Bereich sollen Parkplätze und ein Kiosk entstehen.
Um diese Grundstücke geht es: Auf dem rot, orange und gelb markierten Gelände soll genug Platz für die Kita sein. Im blauen Bereich sollen Parkplätze und ein Kiosk entstehen. © Walter Kirchhoff

Auf den 1000 Quadratmetern in Hilgershausen sollen dann drei Kindergarten-Gruppen Platz finden. Zu diesem Zeitpunkt kann aber noch keine Aussage über mögliche Kosten für die beiden Vorhaben gemacht werden, sagt Schmidt. Das solle sich jedoch bald ändern, versprach Döll. Bürgermeister Volker Steinmetz hatte sich jüngst im HNA-Interview gegen diesen Vorschlag ausgesprochen.

Hilgershäuser wollen junge Menschen mit Kita an Region binden

Walter Kirchhoff, Vorstandsmitglied im Hilgershäuser Arbeitskreis, hat das Gefühl, dass der Vorschlag vom Felsberger Rathaus ignoriert werde. Bezeichnend dafür sei auch, dass aus dem Felsberger Magistrat trotz Einladung niemand zum Termin gekommen sei. Er hält eine Kita in Hilgershausen für eine deutliche Stärkung – nicht nur für den Stadtteil selbst, sondern auch „für alle Felsberger Hochlanddörfer“. „Wir können nicht immer alles nur auf die Kernstadt Felsberg zentralisieren“, sagt Kirchhoff.

Bei der Besichtigung des Ortskerns war auch Marion Karmann, Leiterin des Regionalmanagements Mittleres Fuldatal dabei. Hilgershausen gehöre für die ab 1. Januar 2023 beginnende Periode des Förderprogramms Leader zu den Bewerbern. „Ich sehe in Hilgershausen viele engagierte Helfer“, sagte Karmann.

Auch das spiele eine Rolle, wenn am 9. Mai über die Bewerber-Projekte beratschlagt werde. Gefördert werden sollen unter anderem Vorhaben, die die Regionsexpertise stärken. „Wir müssen uns die Frage stellen: Was brauchen junge Erwachsene, damit sie zum leben und arbeiten nicht wegziehen wollen, sondern bleiben“, so Karmann. (William Abu El-Qumssan)

Das sagt der Dorfexperte

Der Hilgershäuser Arbeitskreis „Unser Dorf hat Zukunft“ hatte zu einem Ortsrundgang den Experten für dörfliches Leben, Professor Dr. Gerhard Henkel eingeladen. Hilgershausen gehe den richtigen Weg damit, den Ortskern mit einer Kita stärken zu wollen. „Innenentwicklung kommt vor Außenentwicklung“, sagt der häufig als Dorfpapst bezeichnete Akademiker. Sonst entstehe ein „Donut-Effekt“, bei dem das Umfeld einer Gemeinde mit Neubaugebieten verschönert werde, der Ortskern aber Leerstand und Verfall zum Opfer falle. Henkel hob die Ortslage von Hilgershausen hervor und bestärkte die Dorfgemeinschaft damit in ihrem Vorhaben. Es müssten nur genügend Menschen vorangehen und hartnäckig bleiben. Denn: „Am Ende des Tages muss sich jedes Dorf selbst retten“, so Henkels Fazit.

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