Auch im Stadtteil Hesserode gibt es Widerstand

Protest gegen Straßenbeiträge in Felsberg

von links die Anwohnerinnen Karin Evers und Angela Brück, Gerhard Planow und Ralf Stremetzne von der BI „Strabs weg in Felsberg“ und Ortsvorsteherin Bärbel McEnaney an der Rockshäuser Straße in Felsberg-Hesserode
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Nein zu Straßenbeiträgen: von links die Anwohnerinnen Karin Evers und Angela Brück, Gerhard Planow und Ralf Stremetzne von der BI „Strabs weg in Felsberg“ und Ortsvorsteherin Bärbel McEnaney.

Viele Kommunen haben die Straßenbeiträge abgeschafft, in Felsberg müssen Anlieger aber noch zahlen, wenn ihre Straße saniert wird. Dagegen gibt es Proteste. Wir stellen ein Beispiel vor.

Hesserode - Die Anwohner der Rockshäuser Straße im Felsberger Stadtteil Hesserode legen keinen Wert auf eine neue Straße. Sie wollen lieber die alte behalten - und dafür nicht zur Kasse gebeten werden. Die Rockshäuser Straße soll grundhaft saniert werden. „An der Straße liegen viele große Grundstücke“, sagt Ortsvorsteherin Bärbel McEnaney. Dadurch kämen sehr hohe Straßenbeiträge auf die Anwohner zu.

Zwei Euro pro Quadratmeter Fläche sollen fällig werden. Es gibt Grundstücke mit 5000 Quadratmetern Fläche, deren Bewohner dann 10.000 Euro zahlen müssten. Und es sei nicht gesagt, dass es bei diesen Kosten bleibe, warnt Ralf Stremetzne von der Bürgerinitiative „Strabs weg in Felsberg“. Bei der Sanierung der Parkstraße (Kreisstraße 21) in Gensungen sei anfangs die Rede von Straßenbeiträgen in Höhe von 6 Euro pro Quadratmeter gewesen. Am Ende hätten die Kosten bei 9 Euro pro Quadratmeter gelegen.

„Hier leben viele alleinstehende, ältere Leute, die diese Summen von ihrer Rente nicht bezahlen können“, beklagt Ortsvorsteherin McEnaney. „Da sind ältere Damen dabei, die dann mit 80 Jahren noch einen Kredit aufnehmen müssen“, bestätigt auch Anwohnerin Karin Evers. Sie erinnert daran, dass 2003 der Kanal unter der Straße erneuert wurde. „Damals wurde die ganze Straße aufgerissen. Danach sollte neu geteert werden, das ist nie passiert. Und auch dafür haben wir schon ordentlich bezahlt“, sagt Evers. Die Anliegerin nennt einen weiteren Aspekt: „Es sind erst kürzlich junge Leute neu nach Hesserode und an diese Straße gezogen. Und die werden jetzt erstmal zur Kasse gebeten.“

Hinzu kommt, dass die Anwohner mit der Planung an sich nicht zufrieden sind. So soll beispielsweise der Bürgersteig auf die andere Straßenseite verlegt werden, weil dort mehr Häuser stehen – damit gäbe es dann aber vor dem Dorfgemeinschaftshaus keinen Bürgersteig mehr. Das sei unglücklich gelöst, findet Ortsvorsteherin McEnaney. Der Bürgersteig sei aus Sicht der Anlieger auch noch völlig in Ordnung und müsste nicht erneuert werden, sagt die Hesseröderin Angela Brück: „Das ist eine Verschwendung von Ressourcen.“ McEnaney will verhindern, dass es den Anliegern der Rockshäuser Straße so geht wie denen der Dr.Georg-Koch-Straße, die ebenfalls vor einigen Jahren saniert wurde. „Die Kosten haben viele Anwohner ruiniert“, schildert die Ortsvorsteherin.

Die Anwohner der Rockshäuser Straße schlagen eine Alternative zu den geplanten Bauarbeiten vor: „Wir wollen, dass nur die Straße abgefräst und neu geteert wird“, sagt McEnaney. „Wir haben eine Umfrage gemacht, und alle Anlieger sind dafür.“ In diesem Fall müssten die Anwohner nicht zahlen, da es sich nicht um eine grundhafte Erneuerung handelt.

Bürgermeister Volker Steinmetz macht auf HNA-Anfrage wenig Hoffnung, dass dieser Wunsch der Anwohner erfüllt wird. Er verweist auf gültige Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung über die Straßensanierung. Zudem werde die Rockshäuser Straße als Kreisstraße federführend vom Landkreis saniert. „Es sind bereits Planungskosten in mittlerer fünfstelliger Höhe entstanden“, sagt Steinmetz. Diese müsste die Stadt in jedem Fall an den Kreis zurückzahlen, wenn man von der Sanierung der Straße zurücktreten würde. Der Unterhaltungsaufwand für die Straße werde auf Dauer reduziert, wenn die Straße grundhaft erneuert werde.

„Würde man nur die Straße sanieren, würden die Bürgersteige durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen“, argumentiert Steinmetz. Im Zuge der Bauarbeiten werde auch die Bushaltestelle in Hesserode barrierefrei gestaltet, das sei dringend nötig. (Judith Féaux de Lacroix)

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