Unbekannte verteilen Glasscherben und Müll auf dem Gelände

Randale beim Roten Kreuz behindert Rettungskräfte

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Sie sind wütend: von links Jens Wunsch, Lydia Tschosnig und Hans-Jörg Poth von der DRK-Bereitschaftsleitung verstehen nicht, warum jemand die Arbeit des DRK behindert. Links im Bild sind einige Spuren zu sehen, die die Täter hinterlassen haben – sie hatten eine Zaunlatte herausgerissen und ein Buch verbrannt, der Ruß haftet noch immer an Treppe und Mauer.

Gensungen. Seit Monaten randalieren Unbekannte auf dem Gelände des Deutschen Roten Kreuzes in Gensungen - und behindern damit die Arbeit der Rettungskräfte.

Eine Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt hat bislang noch nichts bewirkt. Nun wenden sich Jens Wunsch, Lydia Tschosnig und Hans-Jörg Poth von der DRK-Bereitschaftsleitung an die Öffentlichkeit: Sie hoffen, dass sie damit dem Vandalismus ein Ende setzen können.

Angefangen hat alles noch ganz harmlos, im Mai dieses Jahres. Immer wieder verstreuten Unbekannte Müll auf dem DRK-Gelände: Getränkedosen und Plastikverpackungen von Süßigkeiten lagen auf dem Hof und der Treppe zum Notausgang. Die DRK-Mitarbeiter räumten den Müll weg, doch kurz darauf lag wieder alles voll. „Mit der Zeit wurde es immer mehr Müll - und Ende August ging es dann los mit den Scherben“, sagt Lydia Tschosnig.

Alles voller Scherben: Vermutlich hatten die Täter eine Glasscheibe mit dem danebenliegenden Backstein zertrümmert.

Die unbekannten Täter verteilten nun auch Glasscherben auf dem Gelände. „Einmal haben sie eine ganze Fensterglasscheibe genommen und mit einem großen Stein zertrümmert“, erzählt Hans-Jörg Poth. Das Problem: „Wenn wir zum Einsatz rausmüssen, können wir mit den Autos nicht losfahren, wenn hier überall Scherben herumliegen.“ Zu groß sei das Risiko, dass die Einsatzfahrzeuge einen Platten bekämen. „Zum Teil haben wir zwei Stunden gebraucht, um alle Scherben zusammenzukehren“, sagt Jens Wunsch. Bei Notfällen sei für solche Aufräumaktionen keine Zeit mehr - dann zähle jede Minute.

Die Vorfälle auf dem Gelände häuften sich. Eine Zaunlatte wurde abgerissen, ein Kinderbuch verbrannt, die Plexiglasscheiben an den Garagentoren verkratzt. Der Schaden ist hoch: Allein der Austausch einer einzelnen Plexiglasscheibe kostet 600 Euro.

„Wir haben keine Vorstellung, wer so etwas machen könnte. Wir sind ratlos“, sagt Lydia Tschosnig. „Ich glaube nicht, dass uns jemand gezielt etwas Böses will. Vielleicht sind das einfach Dumme-Jungen-Streiche“, vermutet Hans-Jörg Poth. Das Grundstück des DRK in Gensungen liege etwas abseits und sei von außen schlecht einsehbar - der ideale Platz für Jugendliche also, um sich ungestört auszutoben.

Das Gelände einzuzäunen, um die Täter fernzuhalten, sei aber auch keine Lösung: „Wenn wir jedes Mal eine Schranke öffnen müssen, wenn wir zum Einsatz rausfahren, kostet uns das zu viel Zeit“, sagt Lydia Tschosnig.

Im September haben die DRK-Mitarbeiter Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Nun hoffen sie, dass ihr Appell die Täter erreicht: „Sie sollten darüber nachdenken, welche Konsequenzen das haben kann, was sie tun“, fordert Jens Wunsch.

Außerdem wolle man die Anwohner sensibilisieren, die Augen offen zu halten, ob sie etwas Ungewöhnliches auf dem DRK-Gelände beobachten.

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