Ratskeller Felsberg vor ungewisser Zukunft

Felsberg. Nach einem Gutachten wären für einen Restaurantbetrieb im Ratskeller hohe Investitionen nötig.

Ob in der Felsberger Traditionsgaststätte Ratskeller jemals wieder ein Restaurantbetrieb eröffnen wird, ist fraglich. Denn dazu, so hat ein Gutachten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) ergeben, müsste man erst viel Geld in das alte Fachwerkgebäude stecken. Geld, das die hochverschuldete Stadt als Eigentümerin eigentlich nicht hat.

Nachdem die Neuverpachtung des Ratskellers gescheitert war, hatte der Dehoga das Gutachten im Auftrag der Stadt erstellt. Über die genauen Inhalte gibt die Stadt zwar noch keine Auskunft. Immerhin aber so viel: „Wenn der Ratskeller weiter gastronomisch genutzt werden soll, werden nennenswerte Investitionen notwendig sein“, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz. Er schließt eine gastronomische Nutzung zwar nicht aus. Aber: „Das Ganze muss im Rahmen unserer Haushaltssituation tragfähig sein.“

Dabei hat die Stadt schon viel Geld in die Gaststätte gesteckt: 50 000 Euro hatte die Stadt 2013 für die Renovierung bereitgestellt, nach Angaben von Steinmetz habe die Stadt dann noch weitere 30 000 Euro nachgeschossen.

Die Stadt hatte zuletzt mehrfach erfolglos versucht, den Ratskeller zu verpachten. Im November 2013 hatten Edeltraud und Helmut Suchy den Ratskeller als Pächter übernommen, jedoch schon im Sommer 2014 den Vertrag wieder gekündigt.

Im März 2015 stellte die Stadt dann das neue Pächterpaar des Ratskellers vor. Doch nur zwei Wochen später - die Gaststätte war noch geschlossen - hieß es, die Pächter seien aus persönlichen Gründen wieder vom Vertrag zurückgetreten. Allerdings soll hinter dem Rückzug der Pächter mehr stecken. Demnach soll die Stadt nicht ausreichend geprüft haben, ob die neuen Pächter für die Übernahme des Ratskellers geeignet wären. Diesen Vorwurf erhebt beispielsweise Felsbergs Ortsvorsteher Klaus Döll.

Rubriklistenbild: © dpa

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