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Rettung des Robert-Weinstein-Hauses in Felsberg: Auch Muslime machen mit

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Von: Manfred Schaake

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Sanierungsbedürftig: das alte Fachwerkhaus an der Obergasse in Felsberg, genannt Robert-Weinstein-Haus. © Manfred Schaake

Der neue Felsberger Verein wird Trialog-Kulturverein Robert Weinstein heißen. Darüber war man sich in einer zweiten Versammlung einig. Auch die Muslime in Felsberg werden nach Angaben des Vorstandes der Islamischen Gemeinschaft Milli-Görüs den Verein unterstützen.

Die offizielle Vereinsgründung mit Vorstandswahlen wird noch in diesem Jahr stattfinden. Das kündigte der Vorsitzende des Vereins zur Rettung der Synagoge, Christopher Willing, an. Für Vorstandsämter habe er mehrere konkrete Zusagen. Der Verein zur Rettung der Synagoge hatte sich - wie berichtet – dafür entschieden, sich von dem Robert-Weinstein-Haus an der Obergasse zu trennen, das ihm die Familie Hentschker geschenkt hatte. Der Felsberger Jude Robert Weinstein war am 8. November 1938 nach der Zerstörung der Inneneinrichtung der Synagoge durch die Nationalsozialisten umgebracht worden. Das Weinstein-Haus soll dem neuen Verein übertragen werden. Dessen Ziele sind

• Förderung von Kunst und Kultur, • die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, • die Förderung internationaler Gesinnung und Begegnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens. Verwirklicht wird der Satzungszweck – so heißt es – „insbesondere durch Renovierung eines Fachwerkhauses und Erhaltung, durch Kulturveranstaltungen, Seminare, Workshops und Reisen“.

Erstes Ziel sei, für die Renovierung Fördergeld einzuwerben, sagte Willing. Die Idee sei, dass Muslime, Christen und Juden Hausrecht haben und es gemeinsam nutzen.

„Die Idee ist gut, passt in die Zeit und setzt ein wichtiges, notwendiges Zeichen nach außen.“ Das erklärte Murat Cetinkaya. Der Architekt ist im Vorstand der Islamischen Gemeinschaft Milli-Görüs, Ortsverein Felsberg – ein eingetragener Verein. Die Felsberger Muslime haben gemeinsam mit dem Architekten in Gensungen aus einem alten Gebäudekomplex ein islamisches Kulturzentrum geschaffen. Cetinkaya will das Ziel unterstützen, dass ein Muslim in den Vorstand des neuen Trialog-Kulturvereins kommt.

„Die Zusammenarbeit, die seit Jahrzehnten praktiziert wird, ist mir eine Herzenssache“, sagte Cetinkaya. Bereits zur Feier „700 Jahre Stadtrechte Felsberg“ 1986 hatte es in der Felsberger Nikolaikirche einen ökumenischen Gottesdienst mit muslimischer Beteiligung gegeben. „Der gesamte Vorstand der muslimischen Gemeinde hat schon hier am Tisch gesessen“, betonte Christopher Willing in der Synagoge. Zum Vorhaben Renovierung Weinstein-Haus als Ort kultureller Begegnungen sagte er: „Wenn es uns gelingt, dieses Haus aufzustellen, haben wir bundesweit Öffentlichkeit.“

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