Schreinerin Michaela Lehner macht Möbel aus alten Eichenbalken

Möbel und Wohnaccessoires: Michaela Lehner aus Felsberg verarbeitet Balken aus Eichenholz. Foto:  Eberlein

Felsberg. Holz ist nicht gleich Holz, schon gar nicht, wenn es sich um Jahrhunderte alte Eichenbalken handelt. Michaela Lehner weiß das, denn die Schreinerin arbeitet seit Jahren damit.

Was dabei herauskommt, sind Möbel und Wohnaccessoires der besonderen Art, jedes Stück ein Unikat - vom Teelichthalter bis zum Esstisch, vom Hocker bis zum Schrank. Sie verbindet dabei das Holz der alten Balken aus abgerissenen Häusern und Scheunen mit modernen Materialien wie Glas und Stahl. Manchmal arbeitet sie Halbedelsteine mit ein.

Viele der Stücke, die Lehner hergestellt hat, sind wahre Kunstwerke: schlicht in der Form und ausdrucksstark durch das Material. Nicht selten findet man Zapfenlöcher oder original Bohrlöcher in den Möbeln.

Dass sie Schreinerin werden wollte, das wusste Lehner bereits als Jugendliche. Das Arbeiten mit Massivholz war ihr schon immer wichtig, aber das Interesse für das besondere Material hat sich erst später gezeigt. Was ihr gut daran gefällt ist, dass sie das für andere wertlose alte Holz zu neuem Leben erwecken kann.

„Das Holz sagt mir, was es werden will“, erklärt Michaela Lehner. Sie weiß nicht, wie der Balken aussieht, bevor sie ihn gespalten hat. Es ist ein wenig wie das Öffnen einer Schatztruhe, denn erst, wenn die dicken Balken in dünnere Teile zerlegt sind, zeigt sich, ob das Holz nur noch für den Ofen oder zur Weiterverarbeitung taugt. Die Maserungen, Risse oder Löcher, die nach den ersten Arbeitsschritten sichtbar werden, deuten der Schreinerin an, ob das Holz gern im Vordergrund stehen und sichtbar sein möchte oder ob es sich etwa für die Rückwand oder Unterseite eines Möbelstückes eignet. „Es ist ein verdrehtes Arbeiten“, beschreibt Lehner. Man könne nicht mit einem Plan an das Holz herangehen.

Das Verarbeiten der alten Eichenbalken sei alles andere als leicht, sagt die Schreinerin, und doch mache es ihr weitaus mehr Spaß als das Arbeiten mit makellosem Holz. Das empfindet sie eher als langweilig und diese Ansicht teilen auch ihre Kunden. Deren Wünschen versucht sie so gut es geht nachzukommen, doch einen gewissen Teil an Schaffensfreiheit benötigt sie, wenn sie in ihrer Werkstatt in Felsberg-Gensungen ein Stück auf Bestellung fertig.

Neue Werkstatt gesucht

Damit könnte jedoch in wenigen Wochen vorerst Schluss sein, denn Michaela Lehner muss Ende des Jahres ihre Werkstatt räumen, die ab Januar nicht mehr zur Verfügung steht. Die Schreinerin sucht händeringend nach einem neuen Arbeitsplatz im Schwalm-Eder-Kreis. Sonst wäre sie zu einer Pause gezwungen.

Noch ist es nicht soweit und so entstehen Neuigkeiten, die unter anderem auf Kunsthandwerker- und Weihnachtsmärkten sowie im „Prisma“, am Bebelplatz in Kassel, verkauft werden.

• Kontakt: Michaela Lehner, Tel.: 0 56 62/ 30 90 01, Mobil: 0179/ 533 75 19 oder hier..

Von Christl Eberlein

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