Fraßspuren und Biberbauten

Der Biber ist im Schwalm-Eder-Kreis wieder heimisch

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Umgänglicher Zeitgenosse: Bis zu 700 Biber sollen wieder in Hessen leben.

Altenburg. Auf diese Nachricht haben viele gewartet: Der Biber ist im Landkreis wieder heimisch. Das bestätigt Gerd Teigeler, Biberbeauftragter beim Kreisverband des Naturschutzbundes (Nabu).

Gerd Teigeler kennt 13 Reviere. In den drei größeren Flüssen Fulda, Eder und Schwalm gebe es etwa welche bei Neumorschen, Binsförth, Malsfeld, Obermelsungen, Röhrenfurth (alle Fulda), Haldorf/Grifte, Altenburg (Eder) und Uttershausen, Arnsbach, Bad Zwesten, Schwalmstadt, Dittershausen und Loshausen (alle Schwalm). In den Nebenflüssen bisher nur an der Efze. Der Nachweis sei aufwendig. Besetzte Biberbauten seien dabei der sicherste Hinweis.

Aber natürlich gehören auch Fraßspuren dazu. Wie etwa an Weiden. Die Bäume gehören zur Leibspeise von Bibern. Wobei der große Nager gar nicht das Holz des Stammes frisst. Die bis zu 30 Kilogramm schweren Tiere haben es vielmehr auf die dünnen Äste in der Baumkrone abgesehen. Die Rinde mögen Biber ebenfalls sehr.

Mehrere Tage benötigt: Reinhold Hofmann zeigt die Fraßspuren und die gefällte Weide an der Eder zwischen Altenburg und Felsberg.

Diese neuerlichen eindeutigen Fraßspuren eines Bibers hat unser Leser Reinhold Hofmann aus Felsberg an der Eder zwischen Altenburg und Felsberg entdeckt. Dort hat der Biber eine Weide gefällt. Um den 80 Zentimeter dicken Stamm durchzunagen muss er laut Teigeler mehrere Tage gebraucht haben. Ein kleines Bäumchen fällt er auch mal über Nacht. Biber sind nachtaktiv, tagsüber bekommt man das scheue Tier selten bis gar nicht zu Gesicht.

„Wichtig ist uns, dass es keine Konflikte mit der Landwirtschaft gibt“, sagt Teigeler. Bisher sei dies noch nicht der Fall. Wenn sich die Biber aber weiter ausbreiten, sei das aber wahrscheinlich, gibt der 64-jährige Melsunger zu Bedenken. Er regt an, landesweit beidseitig der Fließgewässer einen Schutzraum von bis zu 15 Meter einzuräumen. Hessenweit gibt es aktuell etwa 700 Tiere, schätzt der Nabu. In Bayern sollen es bereits bis zu 20.000 sein. Der Biber gestalte zwar seinen Lebensraum um, schaffe dabei aber viele neue Lebensräume. So zum Beispiel mit Tothölzern und Stauflächen für viele Tiere und Insekten.

Derzeit sei Paarungszeit, im März kämen die Jungen zur Welt, sagt Teigeler. Bei den scheuen Bibern gilt: unbedingt in Ruhe lassen. Denn bei zu viel Stress werden die Reviere wieder aufgegeben.

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