Corona-Krise ändert den Arbeitsalltag:

Sicherheitsvorkehrungen wegen Corona: Nur drei Personen in Apotheke

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In Felsberg: Dr. Meinhard Rudolff (links) und Dragos Negovau (rechts) in der Arztpraxis Gensungen. Vor ihnen liegen Rezepte zum Ausgeben.

In den Apotheken und Arztpraxen in der Region gelten wegen des Coronavirus erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. In Felsberg hat es diesbezüglich eine Krisensitzung gegeben.

Felsberg

„Ziel unserer neuen Regelungen ist es, Menschenansammlungen, die nicht notwendig sind, auf ein Minimum zu reduzieren“, erklärt Dr. Meinhard Rudolff. Der Allgemeinmediziner aus Felsberg nahm für den medizinischen Bereich an der Sitzung in Felsberg teil. „Den Kontakt von Mensch zu Mensch zu reduzieren, ist die einzig sinnvolle Maßnahme, um das Virus einzudämmen“, sagt er. Deshalb müsse man jetzt drastische Maßnahmen einleiten.

In den Felsberger Arztpraxen sind die Türen deshalb geschlossen. Menschen, die unangekündigt vorbeikommen, werden über Zugangswege in die Praxis gelassen. „Wir wollen, dass sich möglichst maximal zwei Menschen in der Praxis aufhalten“, sagt er. Ansonsten werde, sofern Arzttermine dringen notwendig und telefonisch abgesprochen, vorerst über die Glastür kommuniziert.  Wenn es zu einer Situation kommt, dass mehrere Menschen vor der Tür stehen, werden die Mitarbeiter die Ansammlung „nach und nach und nach abarbeiten“, sagt Rudolff. Auch dabei gilt für alle: Zwei Meter Abstand. Formulare, wie Atteste werden ebenfalls zwischen Tür und Angel überreicht.

Was Rezepte für Medikamente angeht, so hat die Stadt beschlossen, dass diese täglich gebündelt von den Helfern in den Arztpraxen an die örtlichen Apotheken überbracht werden. „Damit wollen wir verhindern, dass Menschen nur wegen eines Rezeptes in die Praxis kommen – so können sie sich die Medikamente sofort in der Apotheke holen“ sagt er. Das ist bereits mit den Apotheken abgesprochen. In den Apotheken werden außerdem nur drei Menschen zugelassen. Bildet sich eine Menschenschlange, muss diese draußen warten.

Meinhard Rudolff hat noch einen Hinweis: „Es ist vermehrt dazu gekommen, dass Arbeitgeber ihre Angestellten nach Hause schicken, wenn sie unter Corona-Verdacht stehen“, sagt er. Bei einem Verdacht werden aber keine Atteste für den Arbeitgeber ausgeschrieben, so Rudolff. „So lange die Patienten keine Krankheitssymptome zeigen, können Ärzte sie auch nicht krank schreiben.“ Es handelt sich dabei um eine reine Präventivmaßnahme des Arbeitgebers.

Außerdem habe er Anfragen aus der Bevölkerung erhalten, ob der ärztliche Bereitschaftsdienst einen Corona-Abstrich macht – „Das ist nicht der Fall“, sagt er. Dafür gibt es das Test-Center in Homberg.

Melsungen

Auch in Melsungen nehmen die Apotheker schon jetzt eine wichtige Rolle in der Corona-Krise ein, beispielsweise bei der Aufklärung über das Virus, Herstellung von Desinfektionsmitteln oder der Kompensation von Lieferengpässen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, haben beispielsweise auch die Aesculap-Apotheke und die Rosen-Apotheke in Melsungen ihren Arbeitsalltag geändert und die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Seit dieser Woche sind die Mitarbeiter beider Apotheken von ihren Kunden durch eine Plexiglasscheibe auf dem Verkaufstresen getrennt. „Ich bin am Freitag in den Baumarkt gefahren, habe alle Plexiglasscheiben aufgekauft und hab sie an der Decke befestigt mit Seilen“, erzählt Dr. Alexander Schröder, Inhaber der Rosen-Apotheke. Jetzt seien seine Verkäufer besonders vor Tröpfcheninfektionen besser geschützt.

Plexiglasscheiben auf den Verkaufstresen der Aesculap-Apotheke: von links Inhaberin der Apotheke Eva Seitz, Ulrike Hund und Kunde Knut Mardorf. Die Scheibe soll vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. 

Einfache Hygienemaßnahmen tragen dazu bei, sich und andere vor ansteckenden Infektionskrankheiten zu schützen. Auch deshalb darf nur eine bestimmte Anzahl an Kunden gleichzeitig in den Apotheken sein und es wird auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand unter den Kunden geachtet.

„Wir haben unsere Mitarbeiter in zwei feste Teams aufgeteilt, in denen sie arbeiten“, sagt Dr. Alexander Schröder. Das habe den Vorteil, dass falls einer der Mitarbeiter an Corona erkranken sollte, das andere Team weiter arbeiten könne.

Dazu sind alle Mitarbeiter aufgefordert soziale Kontakte zu meiden. Erkrankte, Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sollten möglichst zuhause bleiben und zuerst den Kontakt telefonisch zum Arzt oder der Apotheke suchen, sagt Eva Seitz, Inhaberin von der Aesculap-Apotheke.

Die Apotheken bieten eine telefonische Beratung und eine kostenlose Medikamenten-Lieferung nach Hause an. „Es ist wichtig, dass viele von diesem Service wissen und davon auch gebrauch machen“, sagt Eva Seitz. Denn momentan sei deutlich mehr Betrieb in der Aesculap-Apotheke als sonst. Dabei sei Zuhause bleiben der beste Schutz vor Corona, betont sie.

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