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Sportgelände des SC Niedervorschütz wird aufgegeben – Vorstand will Verein zusammenhalten

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Die Vorstandsmitglieder des SC Niedervorschütz, Vorsitzender Hans Käser und Schriftführerin Heidrun Rösler, wollen trotz der Aufgabe des Sportgeländes weiter alles tun, um den Verein zusammenzuhalten.
Die Vorstandsmitglieder des SC Niedervorschütz, Vorsitzender Hans Käser und Schriftführerin Heidrun Rösler, wollen trotz der Aufgabe des Sportgeländes weiter alles tun, um den Verein zusammenzuhalten. © William Abu El-Qumssan

Der Rasen ist nur zur Hälfte gemäht, die Ersatzbänke von Sträuchern überwuchert: Der Sportplatz des SC Niedervorschütz darf nicht mehr für Fußballspiele genutzt werden.

Niedervorschütz – Diese für den Verein traurige Nachricht teilte der Vorsitzende Hans Käser jüngst bei der Jahreshauptversammlung mit.

„Hier passiert nichts mehr“, sagt Käser bei einem Pressetermin auf dem Niedervorschützer Sportgelände. Die Stadt Felsberg, der das Gelände inklusive Vereinshaus gehört, übernehme keine Kosten für eine Sanierung.

Sanierungsgründe für den Platz an der Straße Zur Schneid zählt Käser einige auf: „Uns fehlt ein Ballfangzaun zur Straße hin. Das wurde von Hessen Mobil gefordert, nachdem die Straße saniert wurde.“

Zusätzlich sind im Winter 2020/21 Frostschäden am Vereinshaus entstanden. „Das zu reparieren, würde 30.000 bis 40.000 Euro kosten“, sagt Käser, der seit 14 Jahren im Vorstand ist. „Aus der Vereinskasse lässt sich das natürlich nicht bezahlen.“

Ein weiterer Grund für die Aufgabe des Sportplatzes: „Es gibt einfach zu viele Sportplätze in Felsberg.“ Der Platz in Niedervorschütz sei nur noch selten von der Spielgemeinschaft FV Felsberg/Lohre/Niedervorschütz genutzt worden. Seit der Saison 2014/15 hat der SC Niedervorschütz keine eigene Fußballsparte mehr.

Gespielt wurde hauptsächlich auf dem Sportplatz in Lohre. Daher versteht Käser auch die Entscheidung der Stadt. „Ein Platz musste auf lange Sicht weichen.“ Die Lage des Platzes in Niedervorschütz ist für Käser auch nie sonderlich ideal gewesen. „Er liegt schon etwas weit weg vom Dorf.“

Käser und Schriftführerin Heidrun Rösler sind traurig darüber, dass die Fußball-Geschichte in Niedervorschütz zu Ende geht. „Es tut schon weh“, sagt der Vorsitzende. „Egal, ob Fußballspiele oder Feste, es war immer schön hier.“ Was Rösler außerdem schade findet: „Damit fällt der letzte Ort weg, an dem die Niedervorschützer zusammen kommen können.“

Das könne der Sportplatz in Lohre nicht ersetzen. „Unsere Mitglieder sind im Durchschnitt über 60 Jahre alt. Da fährt nicht mehr jeder gerne nach Lohre zum Fußball“, sagt Rösler.

Der Mangel an Nachwuchs hat es der SC Niedervorschütz zunehmend schwerer gemacht, eigene Jugendmannschaften aufzustellen. „So geht es aber nicht nur uns“, sagt der 69-Jährige. Viele Vereine hätten damit zu kämpfen. „Es liegt nicht daran, dass niemand Sport machen will.

Aber es will sich kaum noch wer an einen Verein binden.“ Neben Fußball bietet der SC Niedervorschütz noch die Sparten Gymnastik und Tischtennis an, die auch durch die Pandemie stark betroffen waren.

Die Mitgliederzahlen schrumpfen laut der Schriftführerin seit vielen Jahren. „Mitte der 1990er-Jahre hatten wir zu Hochzeiten 291 Mitglieder. Dieses Jahr sind wir zum ersten Mal wiederunter 100 gerutscht.“

2020 hatte der Verein sein 100-jähriges Bestehen. „Gefeiert werden konnte das wegen Corona aber nicht“, sagt Rösler. Doch die Vorstandsmitglieder versuchen trotzdem, die immer kleiner werdende Gruppe zusammenzuhalten. „Wir haben dieses Jahr ein Sommerfest veranstaltet“, berichtet Käser. „Und die Resonanz war gut.“ (William Abu El-Qumssan)

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