Ein Zeichen gegen den Windpark - Beschluss verhindert Bau nicht

Stadtverordnete stimmten gegen Windkraftanlagen bei Altenbrunslar

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Drehen sich für erneuerbare Energie: Sechs Windräder sollen auf dem Mönchskopf entstehen.

Altenbrunslar. Am Mönchskopf bei Altenbrunslar sollen sechs Windräder mit einer Höhe von 200 Metern gebaut werden.

Falls es keine gravierenden Widersprüche gibt, kann der Bau im kommenden Jahr beginnen. Zurzeit läuft das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmisionsschutzgesetz, zu dem sich auch das Parlament äußern muss.

Die Felsberger Stadtverordneten stimmten mit den Stimmen der Mehrheitspartei SPD gegen die Windräder. Diese Ablehnung wird den Bau der Anlage aber voraussichtlich nicht verhindern. Die Stadt hat nur das Recht, sich im Verfahren zu äußern – die Entscheidung liegt beim Regierungspräsidium. Darauf wies auch Stephan Bürger, Fraktionschef der SPD, hin.

Die Gegenposition

Die SPD setzt dennoch ein Zeichen dagegen. Babette Tanner (SPD) kritisierte die Belastung für die Anwohner in Altenbrunslar. Das Schutzgut Mensch und der Erhalt der Ökosysteme müssten auch beachtet werden. „Jeder Eingriff in die Natur bedeutet eine Veränderung im Ökosystem.“ Trotz der Notwendigkeit der Energiewende, müsse man die Standort abwägen. Das Wohlbefinden der Menschen in Altenbrunslar werde geopfert. Sie bezweifelte zudem die Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Im Lauf der Beratungen habe sich der Eindruck verfestigt, dass der Standort nicht wirtschaftlich sei. Das Wind-Aufkommen sei im Gegensatz zu den anderen Anlagen nicht sehr hoch. Und: „Für die Ökobilanz der Stadt Felsberg reichen allein die Windräder im Markwald-Beuerholz.

Argumente für den Bau

Thomas Schopf sprach für die FDP: „Sechs Anlagen auf dem Mönchskopf sind ein echtes Brett.“ Es sprächen viele Punkte dagegen und einige dafür. Man müsse aber in den sauren Apfel beißen. Man habe eine Verpflichtung, zur Energiewende beizutragen. Darauf wies auch Silke Böttcher (CDU) hin: Auch wenn sich die Meinung der Anwohner, speziell der Altenbrunslarer, geändert habe und die Räder nicht allen gefallen, seien sie ihr lieber als Atomkraftwerke. Die ULF befürworte die Energiewende, sagte Sabine Quehl, diskutiere aber den Bau kontrovers.

Die Situation

Die Anlagen werden mit insgesamt 200 Metern höher sein als die im Markwald Beuerholz, sagte Eugen Firus von der Planungsfirma für Windkraft Ventotec, auf Nachfrage der HNA. Die Anlagen müssten diese Höhe wegen der Wirtschaftlichkeit haben, sagte Firus. Das sei nötig, weil das Gelände, auf dem die neuen Anlagen entstehen sollen, niedriger liege. Für eine Wirtschaflichkeit der Anlagen müsse eine gewisse Windregion erreicht werden. Die Leistung werde pro Rad 3,3 Megawatt betragen. Die Firma plant die Anlagen auf einer Fläche von 110 Hektar. Die Planungen seien eng mit der oberen Naturschutzbehörde abgesprochen worden, von dieser Seite habe es bislang keine Einwände gegeben. Der Abstand zu bebauten Flächen werde mit 1200 Metern eingehalten.

• Die Unterlagen liegen bis Mitte März bei der Stadt aus, Einsprüche bis Mitte April.

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