Streuobstwiese am Felsburg-Stadion komplett

Im Dienst der Natur: Baumpaten stellten auf der Streuobstwiese neben dem Felsburg-Stadion zwei fünf Meter hohe Sitzstangen für Greifvögel auf. Jürgen Herzog, Holger Gießler, Walter August Kropf und Jochen Pschibul (von links) hatten bereits im Vorjahr Bäume gepflanzt. Foto: Schaake

Felsberg. Die Freunde alter Apfelsorten haben ein Herz für Greifvögel. Die Paten der Streuobstwiese am Felsburg-Stadion haben jetzt zwei Sitzstangen für Raubvögel aufgestellt.

Habichte, Bussarde und Falken sollen Platz nehmen. Die Apfel- und Naturfreunde hoffen, dass die Vögel viele Wühlmäuse fressen. „Die Wühlmäuse sind der Feind unserer jungen Obstbäume”, sagt Holger Gießler. Dank seiner Initiative wird die fast vergessene Streuobstwiese neu aufblühen.

16 Apfelbäume stehen auf der Wiese neben dem Stadion. Gießler hatte neun Paten gefunden, die inzwischen zehn neue Bäume gepflanzt haben.

Kinder der Drei-Burgen-Schule hatten mit ihren Eltern und Lehrern in den 1990er-Jahren 20 Obstbäume gepflanzt. Es war eine Initiative der Biologie-Arbeitsgemeinschaft. Nur noch sechs Bäume waren übrig geblieben. Wühlmäuse, Rehe und Kaninchen hatten den Bäumen zugesetzt.

Robuste Sorten

Holger Gießler (55) nennt Obstbäume sein Hobby. Er hat schon viele Obstbäume gepflanzt. Im Pomologen-Verein setzt er sich für den Erhalt alter Apfelsorten ein. Seine Initiative, die Pflanzlücken hinter dem Stadion zu schließen, fiel bereits im Vorjahr auf fruchtbaren Boden.

Bei der Auswahl der Sorten hatte er bewusst auf robuste und weitgehend schorfresistente alte Sorten zurück gegriffen, die sich den nordhessischen Standort- und Klimaverhältnissen gut anpassen. Gießler: „Diese Äpfel sind - außer dem Boskoop - nicht im Supermarkt zu bekommen, bieten aber geschmacklich ein breites Spektrum.” Gegen Wühlmäuse hat man die neuen Bäume bestmöglich geschützt, doch hoffen die Baumpaten auf die Unterstützung der Greifvögel. Gießler dankte dem städtischen Bauhof für das Fertigen der Sitzstangen. Nach dem Aufstellen der „Julen” wurden die Baumscheiben von Gras und Kräutern befreit und eine Mulchschicht aufgetragen. Die Paten verpassten den jungen Bäumen einen Erziehungsschnitt.

Bis die neuen Bäume Früchte tragen, müssen sich die Baumpaten noch fünf bis zehn Jahre gedulden. Gießler: „Generell ist es bei Hochstämmen nicht erwünscht, dass der Baum in den ersten Jahren viele Blüten ansetzt und Früchte trägt. Dann geht zu viel Kraft in die Blüte, die eigentlich für das Wachstum des Baumes erforderlich ist.”

• Kontakt: Holger Gießler, Tel. 05662/6606,

Mail:

h-giessler@t-online.de

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