Therapiehunde in der Fachklinik

Achtsam mit Hund Henry: Therapieangebot an Fachklinik Böddiger Berg erweitert

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Neu im Team: Psychologin Mareike Keller (links) und Annette Wenzel freuen sich, dass Therapiehund Henry seit März dieses Jahres in der Fachklinik ist.

Seit März gibt es an der Klinik zur Behandlung von suchtmittelgefährdeten oder -abhängigen Menschen mit den Hunden Lotte und Henry ein tiergestütztes Therapieangebot.

Die Fachklinik Böddiger Berg hat jetzt tierische Unterstützung. Klinikleiterin Annette Wenzel hat ihren eigenen Hund immer mit zur Arbeit gebracht. Er sei quasi eine feste Institution in der Fachklinik gewesen. „Die Patienten haben sich immer gefreut, ihn zu sehen“, erzählt Annette Wenzel. Dabei sei die Idee entstanden, eine tiergestützte Therapie anzubieten. Die Mitarbeiterinnen Norma Conrad und Mareike Keller wurden dafür speziell ausgebildet – genau wie die zwei Hunde Lotte und Henry.

Die tiergestützte Therapie werde auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten ausgerichtet, erklärt Psychologin Mareike Keller. In der Anfangsphase gehen die Patienten in Begleitung mit der Psychologin mit dem Hund spazieren. „Das kann für manche Patienten schon eine Herausforderung sein“, sagt Keller. Das liege daran, dass einige Patienten oft Geduldsprobleme hätten. „Für Süchtige muss vieles meist sofort passieren – das kennen sie beispielsweise durch ihren Suchtdruck. Durch einen Spaziergang mit dem Hund lernen sie, geduldiger zu sein“, sagt Keller.

Auch neu im Team: Therapiehündin Lotte. 

Mit der Zeit würden die Patienten dadurch in Selbstwirksamkeit, also der Erwartung, die gewünschten Handlungen auch erfolgreich selbst ausführen zu können, geübt, sagt Annette Wenzel. Für Patienten mit einer Suchterkrankung sei dies das Größte. „Die Patienten freuen sich noch Tage danach, dass der Hund beispielsweise auf sie gehört hat“, sagt sie. Das liege daran, dass viele der Patienten sehr unsicher seien.

Hunde helfen den Patienten 

Der nächste Schritt sei dann, den Hund und den Patienten bei Parcours-Übungen noch näher zusammenzubringen. Der Effekt sei dabei, dass die Hunde das Verhalten der Patienten sehr gut reflektieren können. Dadurch lernen die Patienten, verständnisvoller zu sein, sagt Keller.

Auch in Gruppentherapien sind Lotte und Henry dabei. „Man erreicht den Patienten besser mit dem Hund als mit Menschen“, sagt Annette Wenzel. Der trainierte Hund gehe speziell auf die Patienten zu, die sich in der Gruppentherapie zurückziehen. Durch langsame Annäherung komme der Patient aus sich heraus und sei dann für eine Therapie bereit.

Ein Erfolgserlebnis habe es bereits gegeben, sagt Annette Wenzel. Ein etwa 20-jähriger Patient, der beim Eintreffen in der Klinik in Böddiger schwer depressiv gewesen sei, laufe jetzt motiviert mit Hund Henry Parcours. „Der Patient zeigt plötzlich wieder Lebensfreude“, sagt sie.

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