1. Startseite
  2. Lokales
  3. Melsungen
  4. Felsberg (Hessen)

Traum von Selbstständigkeit erfüllt: Felsberger Paar setzt auf Catering

Erstellt:

Von: William-Samir Abu El-Qumssan

Kommentare

Machen ihr eigenes Ding: Alisa Holzhauer und Niklas Stieglitz aus Felsberg haben den Catering-Service „Fettenbrot & Kaviar“ eröffnet und stellen eigene Ahle Wurscht her.
Machen ihr eigenes Ding: Alisa Holzhauer und Niklas Stieglitz aus Felsberg haben den Catering-Service „Fettenbrot & Kaviar“ eröffnet und stellen eigene Ahle Wurscht her. © William Abu El-Qumssan

Das Leader Regionalmanagement Mittleres Fuldatal unterstützt Unternehmer in der Region finanziell. Davon hat auch ein Paar aus Felsberg profitiert.

Felsberg – „Fettenbrot und Kaviar“ – unter diesem Namen haben sich Alisa Holzhauer und Niklas Stieglitz aus Felsberg ihren Traum erfüllt. Das Paar hat im August das Gewerbe für ihren Catering-Service angemeldet. Außerdem stellen sie eigene Ahle Wurscht her. Die beiden sind jetzt selbstständig, und das auch dank des Fördergeldes der Leader Region Mittleres Fuldatal.

„Ohne das Geld hätte wir diesen Schritt niemals gehen können“, sagt Alisa Holzhauer. Besonders für jüngere Menschen wie die 28-Jährige und ihren 24-jährigen Freund wäre es mit einem Kredit bei einer Bank schwierig geworden. Mit ihrem Konzept überzeugten sie und bekamen die Zusage, dass 35 Prozent ihrer Neuanschaffungen gefördert werden.

Catering in Felsberg: Fleischer-Paar denkt groß

Doch wie genau wurden die Felsberger unterstützt? Geld aus dem Leader-Topf gab es für einige neue Küchengeräte, darunter ein Kombidämpfer, eine XXL-Bratpfanne, ein Geschirrspüler und ein Vakuumiergerät. „Damit können wir auf Masse produzieren“, sagt die 28-Jährige.

Außerdem gab es Geld für einen neuen umgebauten Transporter, damit das Essen für das Catering zu Kunden kommt. Das Teuerste seien aber die Handwerkerarbeiten für den Umbau des ehemaligen Edeka-Marktes in Gensungen gewesen. „Ein Abluftsystem, die Elektrik und der Kanal mit Fettabschneider mussten eingebaut werden“, sagt der 24-jährige Fleischermeister. Sein Onkel gehört das Gebäude und überließ es dem Paar für ihren großen Traum.

Die Strukturiertheit der 28-Jährigen sei es zu verdanken, dass es mit dem Fördergeld besonders fix geklappt hat, sagt Stieglitz. „Man muss sich nur im Klaren sein, was genau gebraucht wird.“ Holzhauer sagt aber auch, dass es schon viel Papierkram sei. „Marion Karmann von der Leader Region hat uns mit ihren Ratschlägen sehr geholfen“, sagt die 28-Jährige, die aus der Nähe von Frielendorf kommt. Kennengelernt haben sie und Stieglitz sich in Homberg in einem Fitnessstudio.

Catering in Felsberg: „Wir wollen unser eigenes Ding machen“

Die beiden haben sich bewusst gegen die Übernahme eines anderen Betriebes entschieden: „Wir wollen keine vorgefertigten Erwartungen erfüllen und lieber unser eigenes Ding kreiieren“, sagt Stieglitz. Die Ahle Wurscht gibt es bereits in einigen Supermärkten.

Hinzu kommen Fertiggerichte in Gläsern, wie Gulaschsuppe, Rouladen und Eintöpfe. Mit dem Namen „Fettenbrot & Kaviar“ will das Paar das breite Spektrum ihres Angebots ausdrücken. „Von einfach bis exquisit können wir vieles bieten“, sagt Holzhauer. Das Regional-rustikale wie die Ahle Wurscht sei ebenso wichtig wie feine Schnittchen.

Mittleres Fuldatal: Erneute Anerkennung als Leader-Region

Das Mittlere Fuldatal erhält erneut eine Leader-Förderung. Das teilte Regionalmanagerin Marion Karmann mit. 2,1 Millionen Euro gibt es für die Förderperiode 2023 bis 2027. Jetzt können Projektideen eingereicht werden. In der Förderperiode 2014 bis 2022 wurden 45 Projekte bewilligt und haben eine Zuwendung aus dem Leader-Förderprogramm erhalten. In 30 öffentliche Projekte wurden 1,6 Millionen Euro investiert, für die es eine Zuwendung von 899 000 Euro gab. Außerdem wurden 15 private Projekte gefördert (Investition: 1,6 Millionen Euro, Zuwendung: 465 000 Euro). 

Die Arbeitsteilung ist dabei klar: Holzhauer, die in Sydney an einer Fachhochschule Gastronomie- und Eventmanagement studiert hat, kümmert sich um das Kochen für das Catering und um die Gerichte im Glas, Stieglitz ist der Experte in Sachen Wurst. Mit der erste große Untersützung durch Leader müsse aber gar nicht das Ende sein: „Eine Folgeförderung ist möglich“, sagt Holzhauer.

Im Falle einer Betriebserweiterung mit der Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes, könne erneut ein Antrag gestellt werden. Über neue Fleischereimaschinen würde sich Stieglitz freuen. „Ich denke an einen neuen Fleischwolf und eine Füllmaschine. „Wichtig ist, dass bei dem Leader Regionalmanagement niemand einer Idee Steine in den Weg legt – ganz im Gegenteil“, sagt Stieglitz. (William Abu El-Qumssan)

Infos: fettenbrot-kaviar.de

Auch interessant

Kommentare