Spenden für Synagoge

Bald wieder Gotteshaus: Umbau der Felsberger Synagoge soll vorangehen

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Die Zeichnung der Architekten zeigt den Innenraum der Synagoge nach dem geplanten Umbau. 

Die Felsberger Synagoge soll in den Originalzustand umgebaut werden. Die Idee der Rekonstruktion ist es, ein Gotteshaus für die jüdisch-liberale Gemeinde zu schaffen. 

Dafür gibt es nun weitere finanzielle Möglichkeiten, erklärt Christopher Willing, Vorsitzender des Vereins zur Rettung der Synagoge.

Die Investitionskosten wurden von den beauftragten Architektenbüros Biskamp (Willingshausen) und Hernmarck (Hann. Münden) mit 900 000 Euro veranschlagt. „Wobei es sich bei dem Bau um einen dynamischen Prozess handelt, deswegen könnten die Kosten noch etwas steigen“, erklärt Willing. Die eine Million Euro Grenze werde wohl überschritten.

400 000 Euro werden vom Land Hessen gefördert. Der Rest von einer halben Million soll nun durch Spenden eingeholt werden. Dafür hat der Verein Ludwig Georg Braun, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Pharma- und Medizinunternehmens B. Braun Melsungen, als Unterstützer gewinnen können, erklärt Willing. Zehn weitere Betriebe sollen sich noch anschließen. Fünf Unternehmen haben bereits sicher zugesagt. Eines davon ist der Felsberger Baustoffhandel Blecher GmbH & Co KG. Zusätzlich sind durch andere Fördermittelgeber 300 000 Euro in Aussicht gestellt worden. Derzeit laufe eine baufachliche Prüfung. Wenn diese abgeschlossen ist, könne der Bauauftrag erteilt werden. „Wir rechnen damit, dass wir Anfang nächsten Jahres mit den Bauarbeiten beginnen können“, sagt Willing,

Das Bauvorhaben

Für den Umbau in den Originalzustand werden aus den kleinen Räumen im Erdgeschoss, die jahrelang als Gaststätte genutzt wurden, ein großer Raum, erklärt Willing. Etwa 120 Menschen werden dann darin Platz haben. Derzeit besteht das Gebäude noch aus drei Etage. Zwei Wohnungen befinden sich im oberen Gebäudeteil, die vermietet werden. Auch diese werden zurückgebaut. Der entstandene Raum werde dann bis zur Decke etwa sieben Meter hoch sein.

Der Vereinsvorsitzende Christopher Willing

An der Decke soll ein Sternenhimmel entstehen. „Wir wissen nicht, wie das Original aussah, deshalb haben wir uns für einen Sternenhimmel entschieden“, sagt Willing,

Dasselbe gelte auch für die Säulen. Neben der Galerie wird in der oberen Etage ein Männer-WC und ein Serverraum entstehen. In der unteren Etage wird eine Sanitäranlage für Frauen und eine kleine Teeküche eingerichtet, erklärt Willing. Die Original-Fassade werde nur rund um die Rundbogenfenster rekonstruiert. Der Rest der Außenfassade werde verputzt.

Die Synagoge

Die Idee der Rekonstruktion sei es, ein Gotteshaus für die aktive jüdisch-liberale Gemeinde zu schaffen. Zudem wolle der Verein damit den Trialog zwischen Muslimen, Juden und Christen verstärken und in der Synagoge die 900-jährige Geschichte der Juden in Nordhessen vermitteln. „Mit der rekonstruierten Synagoge entsteht ein Schmuckstück für Felsbergs historische Altstadt“, sagt Willing. „Die Felsberger Synagoge ist ein Schatz in Nordhessen. Millionen Menschen fahren nach Prag, um die jüdische Kultur kennenzulernen“, sagt Willing. Dabei könnten sie diese auch in Felsberg kennenlernen, sagt Willing.

Die Rekonstruktion der Synagoge sei ein Leuchtturmprojekt in ganz Hessen, sagt Willing. Neben den Spenden, versucht der Verein auch finanzielle Mittel aus Veranstaltungen zu gewinnen. Es gab beispielsweise ein Theaterstück mit Ido Netanjahu, dem Bruder des israelischen Staatspräsidenten. Seit der Wiedereinweihung der Synagoge 2016 gab es mehr als 50 Gottesdienste.

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