Landeszuschuss für Gebäude-Ankauf soll bald kommen

Verein zur Rettung der Synagoge will das Gebäude kaufen

Mitten in der Felsberger Altstadt: Die ehemalige Synagoge an der Ritterstraße – das helle verputzte Gebäude – soll wieder Synagoge werden. Unser Foto entstand von der Felsburg aus. Die von 1842 bis 1864 erbaute, am 8. November im Innern zerstörte Synagoge ist nach Angaben des Vereins zur Rettung der Synagoge “einmalig unter den über 30 Synagogen Deutschlands”, die eine jüdische Gemeinde haben. Foto: Schaake

Felsberg. Der Verein zur Rettung der Synagoge will das Gebäude kaufen und wieder in seinen originalen Zustand versetzen. Im November erhofft sich der Verein zur Rettung der Synagoge Felsberg den Bewilligungsbescheid über einen Zuschuss zum Ankauf der ehemaligen Synagoge.

Das sagte der Vereinsvorsitzende, Christopher Willing, in der jüngsten Mitgliederversammlung. Eigentlich hätte er sich den Bescheid schon für Oktober erhofft, zumal es positive Signale des Landes Hessen gebe. Der Zuschuss kommt laut Willing vom Hessischen Wirtschaftsministerium, das Fördergeld aus dem Stadtumbau-Förderprogramm. Auch die Europäische Union fördere das Projekt.

Der inzwischen 30 Mitglieder zählende Verein will die ehemalige Synagoge an der Ritterstraße kaufen und wieder in den weitest gehend originalen Zustand versetzen. In der Felsberger Synagoge sollen interreligiöse Dialoge, besonders mit Jugendlichen und Lehrern, stattfinden. Ferner soll die jüdische Geschichte anschaulich vermittelt werden. Ankauf und Renovierung ermöglichen nach den Worten Willings die erneute Nutzung für eine liberale jüdische Gemeinde und als kulturelles Zentrum. Willing: „Das Synagogue Center Felsberg wird die 900-jährige Geschichte der Juden in Nordhessen darstellen.“ Geplant sind unter anderem eine Bibliothek und ein Seminarzentrum.

Nach Angaben des Vorsitzenden erhofft sich der Verein einen Zuschuss in Höhe von 80 000 bis 90 000 Euro. Dann fehlten noch 20 000 bis 30 000 Euro, um in die Verkaufsverhandlungen einzutreten. Das bis zum Herbst vorigen Jahres als Gaststätte genutzte Gebäude, das die Felsberger Tempel nennen, ist derzeit im Privateigentum.

Wenn der Förderbescheid vorliegt, will der Verein laut Willing um weitere Spenden bitten. Die bisherigen Benefizveranstaltungen seien sehr gut gelaufen. 1500 Euro seien gespendet worden. Damit sei er zufrieden, sagte Willing: „Wir wollten auf uns aufmerksam machen. Das ist gelungen.“

Zu Gunsten der Rettung der Synagoge findet am Freitag, 7. November, ab 19.30 Uhr in der Nikolaikirche Felsberg ein Konzert mit der Gruppe „Aufwind“ statt. Die Berliner Musiker bieten jiddische Lieder und Klezmermusik. Veranstalter ist der Verein „Gemeinsam lachen“ mit Unterstützung der Stadtsparkasse Felsberg. „Aufwind“ wurde vor über 20 Jahren in Ostberlin gegründet. Laut Veranstalter ist die Gruppe auf großen internationalen Bühnen ebenso zuhause wie in kleinen Dorfkirchen. „Der spezielle Zauber ihrer Konzerte entsteht durch die abwechslungsreiche Mischung poetischer Balladen, mitreißender Instrumentalmusik in Kombination mit großer Spielfreude“, heißt es in der Ankündigung.

Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 13 Euro, an der Abendkasse 15 Euro. Vorverkauf: Stadtsparkasse Felsberg, Foto und Buch in Gensungen, Bahnhofstraße 11, und Melsungen, Kasseler Straße 8. Kontakt: Christopher Willing, Telefon 05662/930749, info@synagogue-center-felsberg.org, www.Synagogue-Center-Felsberg.org

Spendenkonto: DE72520515550000391573; BIC HELADEF1FEL.

Von Manfred Schaake

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