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Vereinshaus in neuem Look durch Graffiti-Aktion der Jugendpflege Felsberg

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Er leitete die Aktion in Felsberg: Graffiti-Künstler Paul Farbmann aus Kassel.
Er leitete die Aktion in Felsberg: Graffiti-Künstler Paul Farbmann aus Kassel. © Lena Pöppe

Das Vereinshaus der Modellbaufreude Felsberg hat einen neuen Anstrich – aber nicht mit Farbrolle und Pinsel, sondern mit der Sprühdose. Der Kunstform Graffiti eilt jedoch ein schlechter Ruf voraus.

Felsberg – Bei einem Projekt der Stadtjugendpflege Felsberg haben am Samstag sieben Jugendliche die Wände des Vereinshauses im sogenannten Streetart-Style neu gestaltet.

Angeleitet wurden die Jugendlichen dabei von einem 30-jährigen Kasseler Graffiti-Künstler, der unter dem Künstlernamen Paul Farbmann aktiv ist. Die Aktion startete bereits am Freitag. Denn am Anfang eines Graffitos sollte ein gut durchdachter Plan stehen. Die Fassade des Vereinshauses künstlerisch im Racing-Stil besprüht werden. Der Graffiti-Künstler hat dafür einige Vorschläge mitgebracht.

„Das schreit nach Monstertruck“ war Farbmanns erster Gedanke, als er vor Ort die Giebelseite des Vereinshauses sah. Mit diesem Graffito könne die Fläche optimal genutzt werden. Da die Rennstrecke für die Modellautos Felsburg Ring genannt wird, war eine Umsetzung des Schriftzuges auf der Seitenwand naheliegend.

Nach diesem Konzept begannen die Jugendlichen mit heller Farbe eine Vorzeichnung auf der Hauswand anzufertigen. Der Farbauswahl komme beim Graffiti ebenfalls eine große Bedeutung zu. „Ich habe mir die Frage gestellt: Was passt für mich zu Racing? Man braucht ein paar knallige Kontraste“, erklärt der Künstler den Entscheidungsprozess.

Teamarbeit war gefragt: Mit dabei waren auch Luna Ortmann (von links, hinten), Cedrik Demir, Jana Bässe und Tom Horstmann.
Teamarbeit war gefragt: Mit dabei waren auch Luna Ortmann (von links, hinten), Cedrik Demir, Jana Bässe und Tom Horstmann. © Lena Pöppe

Die Wand sei schon weiß vorgestrichen gewesen. Für das Schachbrettmuster im Hintergrund mussten nur noch die schwarzen Kästchen aufgesprüht werden. „Die jugendlichen Teilnehmer hatten die Idee, für das Muster eine Schablone zu bauen“, berichtet Farbmann. Zusätzlich zu dem Vereinshaus durften die Teilnehmer auf der Tribüne, von der aus die Modellbauer ihre Fahrzeuge steuern, ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Teilgenommen hat auch Jana Bässe mit zwei Freundinnen. Das Trio skatet bei gutem Wetter auf dem angrenzenden Skatepark. Die drei erklären, dass sie teilgenommen haben, um den Ort ein bisschen schöner zu machen. „Ich finde es cool, dass man den Jugendlichen mit dem Projekt einen Raum gibt, wo sie sich künstlerisch ausleben können“, sagt Jana.

Die Drei haben schon Erfahrungen im Sprayen gesammelt: In ihrer Freizeit würden sie ab und zu nach Kassel fahren und dort auf den legalen Wänden sprayen. Ihre Botschaften seien vor allem Frieden, Liebe und Freiheit, sagt Jana. „Graffiti ist eine Möglichkeit, ein Stück von sich an die Wand zu bringen“, sagt der Graffiti-Künstler. An der Veranstaltung der Stadtjugendhilfe nahmen auch drei Ukrainer teil. Oleksandr Moisiuk erzählt, dass auch er viel Spaß bei der Aktion habe. Bei dem Projekt sei er das erste Mal mit Streetart-Kunst in Berührung gekommen.

Schön bunt: Die fertige Wand am Vereinshaus der Modellbaufreunde Felsberg.
Schön bunt: Die fertige Wand am Vereinshaus der Modellbaufreunde Felsberg. © Lena Pöppe

Heike Miedler von der Stadtjugendpflege Felsberg sagt, dass die Teilnehmer den richtigen Umgang mit der Sprühdose lernen sollen. „Die Jugendlichen sollen verstehen, dass hinter einem Graffito ein Plan steht.“ In einem Graffito stecken meist politische Botschaften oder die Gefühle des Künstlers. Das Wort Graffiti werde durch illegales Sprühen oft negativ wahrgenommen. Legale Graffiti mit wichtiger Botschaft hätten das aber gar nicht verdient.

Die Stadtjugendpflegerin stellt aber klar: „Sprayen außerhalb von legalen Flächen ist eine Straftat“. Wenn die Jugendlichen Interesse an der Schaffung neuer Spray-Flächen haben, können sie sich bei der Stadtjugendpflege oder direkt im Rathaus melden, sagt Miedler. (Lena Pöppe)

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