Chronik wird für 10 Euro verkauft

Vergessener Sport: Felsberg war einst Hochburg des Feldhandballs

Posieren vor der Felsburg: Dieses Foto der 1. Mannschaft in der Feldhandball-Verbandsliga entstand im Jahr 1967. Oben von links Kurt Keim, Trainer Adolf Reinhard, Jürgen Eichel, Ernst Nestler, Franz Wagner, Adolf Kraft, Helmut Servos, Spartenleiter Karl Imming; Mitte: Werner Freudenstein, Fritz Franke, Herbert Kinnback, Kurt Wenderoth; vorne: Konrad Wagner, Dieter Clobes, Karl-Heinz Heise, Gerhard Mainz.

Felsberg. Einst war Felsberg eine Hochburg des Feldhandballs - einer längst vergessenen Sportart. Peter Pfaff hat nun ein Buch über die Felsberger Handballgeschichte geschrieben.

Damit diese und andere Geschichten rund um den Felsberger Handball nicht in Vergessenheit geraten, hat Peter Pfaff die Handballchronik des TSV Eintracht Felsberg verfasst. Fast 70 Jahre lang wurde bei der Eintracht Handball gespielt, bevor der Verein 1990 eine Spielgemeinschaft mit Gensungen gründete. „Die Felsberger haben den Handball in die Region gebracht“, sagt Peter Pfaff. In den 1920er-Jahren gab es im ganzen Fulda-Eder-Gau keine anderen Handball-Mannschaften, die Felsberger mussten gegen die Kasseler spielen oder nach Frankfurt, Hannover, Halle, Leipzig und Köln fahren.

Vergessener Sport in Felsberg

Das erfährt man beim Lesen der Chronik ebenso wie die Tatsache, dass die Felsberger anfangs keinen richtigen Sportplatz hatten und deshalb von Wiese zu Wiese zogen und die Tore aus Bohnenstangen zusammenbauten.

„Ursprünglich war es gar nicht mein Ziel, ein Buch zu schreiben“, sagt Pfaff. Er wollte lediglich Fotos und Dokumente sammeln und digitalisieren. Die Idee kam ihm, als der TSV Eintracht Felsberg im Sommer 2013 sein 150-jähriges Bestehen feierte. Damals trafen sich Handballer verschiedener Generationen zu einem Feldhandballspiel. Da wurde Peter Pfaff klar: „Es gibt so viele Geschichten rund um den Felsberger Handball - das muss man für die nächste Generation erhalten.“

Doch es war gar nicht so leicht, an diese Geschichten heranzukommen. „Meine Mutter hat mir dabei sehr geholfen, sie ist jetzt 85 Jahre alt und kennt noch viele Leute aus dieser Generation.“ Außerdem startete Peter Pfaff einen Aufruf in der HNA und arbeitete mit dem HNA-Archiv zusammen.

Unter anderem machte Pfaff die beiden ältesten noch lebenden Handballer der Eintracht ausfindig. „Die beiden haben sogar für das Chronik-Projekt gespendet“, sagt er. Mehr als ein Jahr lang hat Pfaff an dem Buch gearbeitet. „Ich habe viele Stunden Arbeit hineingesteckt“, sagt der 60-Jährige, „es hat sehr viel Spaß gemacht.“

Angespornt wurde er von einem Schreiben aus dem Jahr 1952 von Kurt Richter, einem Mitglied der ersten Felsberger Handballmannschaft, das Pfaff in einer Kiste mit alten Unterlagen entdeckte. „Das war wie ein Schatz, der mir in die Hände gefallen ist“, sagt Pfaff. In dem Schreiben heißt es: „Haltet in Ehren unser schönes Handballspiel, mit viel Müh und noch mehr Liebe haben wir es aufgebaut.“ Diesen Appell hat sich Pfaff zu Herzen genommen - und mit seiner Chronik dem Felsberger Handball ein Denkmal gesetzt.

Bis jetzt sind 100 Exemplare verkauft - Pfaff hofft, dass noch mehr Handball-Interessierte auf das Buch aufmerksam werden.

 

Die Handball-Chronik kostet 10 Euro und ist an folgenden Stellen erhältlich: in Felsberg bei Marianne Pfaff, Annastraße 13; bei Stefan Schmid, Landgraf-Heinrich-Straße 9 oder bei der Stadtsparkasse sowie in Gensungen bei Foto und Buch.

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